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Professor Dr. G. Warnecke

 

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Professor Dr. med. Gregor Warnecke ist seit dem 01.01.2016 Leitender Oberarzt der Klinik für HTTG-Chirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Seit dem 01.09.2017 ist er außerdem übergeordneter Profilbereichsleiter der Bereiche „Lungentransplantation“, „Herztransplantation“, „Transplantationsambulanz“ und „ECMO-Therapie“. Vom 01.04.2010 bis zum 31.12.2015 hatte er bereits das Lungen- und Herzlungentransplantationsprogramm der Klinik für HTTG-Chirurgie der MHH geleitet. Das Studium der Humanmedizin absolvierte er 2001 an der Medizinischen Hochschule Hannover. Hier erstellte er auch seine Promotion zum Thema der Beherrschung des experimentellen Ischämie-Reperfusionsschadens bei der Lungentransplantation, die 2003 mit "summa cum laude" bewertet wurde. Nachdem er 1999 sieben Monate im experimentellen Labor des Dept. of Cardiothoracic and Transplantation Surgery von Prof. C.G.A. McGregor an der Mayo Clinic in Rochester, Minnesota, verbrachte, begann er 2001 seine klinische Tätigkeit als Assistenzarzt in der Abteilung von Professor Haverich. Von 2004 bis 2006 unterbrach er seine Ausbildung in Hannover für einen 2-jährigen, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Emmy-Noether-Programm finanzierten Aufenthalt im Nuffield Dept. of Surgery der University of Oxford, Oxford, U.K. Dort arbeitete er für Frau Professer K.J. Wood auf dem Feld der Transplantationsimmunologie, wo er auch die Grundlage für seine Habilitationsschrift zur Rolle der T-Zell-Regulation in der Lungentransplantation legte. Im April 2006 kehrte Dr. Warnecke in die Klinik nach Hannover zurück, schloss im Mai 2009 seine Facharztausbildung zum Herzchirurgen ab, erhielt im August 2010 die Venia legendi für das Fach Herzchirurgie und hat sich in den vergangenen Jahren maßgeblich für die stationäre und operative Versorgung im Transplantationsprogramm engagiert. Am 13.09.2017 wurde er zum außerplanmäßigen Professor ernannt.

 

Klinik 
Die speziellen klinischen Aufgabengebiete von Prof. Dr. Warnecke sind die Erwachsenenherzchirurgie (Bypasschirurgie, speziell auch total arteriell, Klappenchirurgie und Mazeverfahren) mit einem Schwerpunkt auf komplexen Eingriffen (Re-Operationen, Kombinationseingriffe, LV-Aneurysmektomien, Myektomien nach Morrow, Aortenklappenrekonstruktionen nach David) und die Ausweitung und kontinuierliche Verbesserung des Thorakalen Transplantationsprogrammes der MHH, welches zahlenmäßig, vor allem in Bezug auf Lungen- und Herz-Lungentransplantationen, seit vielen Jahren das größte Europas ist. Nicht nur in der Lungentransplantation (bilaterale anterolaterale Thorakotomien), sondern auch in der Koronarchirurgie (MIDCAB), der Mitralklappenchirurgie (linksseitige anterolaterale Minithorakotomie) und in der Aortenklappenchirurgie (obere Hemisternotomie, TAVI) liegen ihm die minimal-invasive Technik der Operation sowie Konzepte zur Vermeidung des Einsatzes der Herz-Lungen-Maschine am Herzen. Der Einsatz der ECMO als apparatives Überbrückungsverfahren zur Transplantation von schwerstkranken, aber wachen, nicht beatmeten Patienten ist derzeit ein hochaktuelles klinisches Thema und wird von Prof. Dr. Warnecke, gemeinsam mit seinen Kollegen PD Dr. Kühn und Dr. Tudorache, ebenfalls mit viel Energie verfolgt. Ein weiteres wichtiges Anliegen ist ihm die gute interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den Kollegen der Pneumologie, Kinderpneumologie, Kardiologie und Kinderkardiologie sowie weiterer Fachrichtungen bei der Betreuung der Patienten vor und nach Transplantation. Unter seiner Leitung hat das Lungen- und Herzlungentransplantationsprogramm der MHH seine quantitativ (114 Transplantationen in 2010, 131 in 2011, 135 in 2012, 141 in 2013, 134 in 2014, 119 in 2015) und qualitativ (Krankenhaussterblichkeit und 1-Jahresüberleben 7,5% u. 84,1% in 2010; 6,3% u. 88,8% in 2011, 7,9% u. 87,4% in 2012, 6,5% u. 92,8% in 2013 und 2,3% u. 92,3% in 2014 bisher besten Werte erreicht. Diese 1-Jahresüberlebensraten liegen deutlich oberhalb aller historischen, nationalen und internationalen Kontrollkollektive. Prof. Dr. Warnecke hat seit 2010 kumulativ 25 kombinierte Herz-Lungen-Transplantationen, und damit die größte deutsche Serie der jüngeren Vergangenheit, zumeist bei Patienten mit kongenitalen kardialen Vitien und Eisenmenger-Reaktion, durchgeführt.
Eine besondere Expertise hat Prof. Dr. Warnecke in der pädiatrischen Lungentransplantation entwickelt. Hier ist es gelungen, seit 2007 das 5-Jahresüberleben auf 80% anzuheben, bei einer Transplantationsfrequenz von 8 – 10 /Jahr. Der jüngste Empfänger war zum Zeitpunkt der Operation in 2013 3 Jahre alt. Über 2/3 aller pädiatrischen Lungentransplantationen Deutschlands werden an der MHH durchgeführt. 
Im April und Oktober 2012 hat Prof. Dr. Warnecke gemeinsam mit einem großen Team an der MHH nach langer und intensiver Vorbereitungsphase die ersten beiden Lebendlungenspenden Deutschlands durchgeführt. Ein dritter Eingriff dieser Art wurde 2015 vorgenommen. Alle drei Patienten haben sich seither gut erholt. Das Lebendspendeprogramm wird weitergeführt und steht möglichen weiteren Patienten zur Evaluation offen.  
Die MHH ist ein lebhaftes Zentrum des klinischen Einsatzes des ‚Organ Care Systems (OCS)'. Diese Technologie dient der normothermen ex-vivo-Perfusion von Spenderorganen, insbesondere Herzen und Lungen. Die Organe können im OCS transportiert werden, so dass kaum noch kalte Ischämie anfällt, des Weiteren ist es möglich die Organe im System zu evaluieren oder sogar zu rekonditionieren. Prof. Dr. Warnecke hat die Pilotstudie zum Einsatz des OCS in der Lungentransplantation in 2011 geleitet und in 2012 im Lancet veröffentlicht. Die folgende randomisierte INSPIRE Studie zum prospektiven, kontrollierten, multizentrischen Einsatz des OCS in der Lungentransplantation wird von der MHH als führendem Zentrum (und 20 weiteren internationalen Zentren) und Prof. Dr. Warnecke als leitendem Prüfarzt durchgeführt. Die Rekrutierung von 320 Patienten ist in 2015 abgeschlossen worden.

In der Herztransplantation hat er seit Oktober 2016 das OCS Herz für die Spenderorgankonservierung bei komplexen Empfängern mit Voroperationen am Herzen wiedereingeführt um kalte Konservierungszeit einzusparen und die Operationen unter reduziertem Zeitdruck durchführen zu können. Die ersten 12 Patienten, davon 2 Kinder, konnten sehr erfolgreich ohne Sterblichkeit transplantiert werden.

Wissenschaft 
Auch wissenschaftlich ist sein Schwerpunkt die Transplantationsmedizin. Als Doktorand untersuchte er die Organkonservierung von Spenderlungen und -herzen. Mehrere von ihm untersuchte Techniken sind heute etablierter Standard in der klinischen Transplantation. Seit nunmehr 15 Jahren gilt sein experimentelles Aufgabenmerk der Induktion von Transplantationstoleranz, also der Akzeptanz von Spenderorganen im Empfänger, ohne dass eine pharmakologische Immunsuppression mit all ihren potentiellen negativen Effekten und Nebenwirkungen nötig wäre. So gelingt es Prof. Dr. Warnecke mittlerweile, in präklinischen Modellen jahrelanges Transplantatüberleben ohne jede Dauermedikation zu erzeugen. Er untersucht derzeit Mechanismen, die diese Transplantatakzeptanz hervorrufen, wobei er davon ausgeht, dass sogenannte Regulatorische T-Zellen einen wesentlichen Anteil daran haben. Aus diesen und anderen Arbeiten sind bisher acht Buchkapitel und 130 Publikationen in, für einen Chirurgen, deutlich überdurchschnittlich bewerteten Zeitschriften entstanden. Seine akademische und experimentelle Arbeit wurde und wird umfangreich von der DFG und vom BMBF gefördert: So in der Klinischen Forschergruppe 123 "Lungentransplantation", DFG 2004 – 2007: "Lung Preservation for Transplantation from Heart Beating and Non Heart Beating Donors in a Porcine Model"; gemeinsam mit Dr. S. Fischer; Folgeförderung 2007-2010: "Induction of T cell regulation in a model of living-related donor lung transplantation in miniature swine"; gemeinsam mit PD Dr. M. Strüber; im Emmy-Noether-Programm der DFG, 2004 – 2006 (Stipendium an der University of Oxford, Großbritannien); im Sonderforschungsbereich 738 der DFG 2007-2019 "T cell mediated anti-donor immune responses of human transplant recipients in vivo – impact on the development of transplant arteriosclerosis", im Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum Tx; 2. Förderperiode ab 2013, sowie im Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL); 2011-2018; mit den Projekten "Immunologic transplant tolerance", "Mechanisms of bronchiolitis obliterans syndrome" gemeinsam mit Prof. Dr. U. Maus und "Immuno-phenotyping of clinical lung transplant recipients before and after transplantation" gemeinsam mit Prof. Dr. R. Hatz aus dem DZL-Standort München.

 

Auszeichnungen 
Neben weiteren Preisen für Poster und Vorträge erhielt er 2004 den Nachwuchsförderpreis der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie für die Dissertationsschrift "Therapie des pulmonalen Ischämie-Reperfusionsschadens mit inhaliertem Stickstoffmonoxid und exogenem Surfactant bei Minipigs", 2006 den Philip K. Caves Award der International Society for Heart and Lung Transplantation für die Arbeit: "Pulmonary allograft tolerance in pigs is associated with increased frequency and regulatory function of CD4+CD25+ T cells", 2010 den new Key Opinion Leader award der Transplantation Society für die Arbeit "Extracorporeal membrane oxygenation in fully awake patients with right heart failure as bridge to transplantation" und 2013 den Rudolf-Schön-Preis der Freunde der Medizinischen Hochschule Hannover.

 

Gutachtertätigkeit 
Er wirkt als Associate Editor der Zeitschrift Transplantation, sowie als Gutachter für die Annals of Thoracic Surgery (seit 2005), das European Journal of Cardiothoracic Surgery (seit 2006), das Journal of Heart and Lung Transplantation (seit 2014), The Lancet (seit 2013) und die DFG (seit 2007).

 

Publikationsliste von Prof. Dr. G. Warnecke