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Geriatrische Palliativmedizin

 

Palliativ- und Alternsforschung    Projekte    Publikationen 


Projektleitung:


PD Dr. Nils Schneider MPH

Laufzeit:

01/2009-03/2010

Projektförderer:

Bundesärtzekammer (Förderinitiative Versorgungsforschung)

Institutionen:

Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, MHH

Kooperationspartner:

Dr. T. Wernstedt MA, Klinik für Hämatologie und Onkologie, MHH

Prof. Dr. U. Walter, Stiftungslehrstuhl für Prävention und Rehabilitation in der System- und Versorgungsforschung, MHH

Wiss. Mitarbeiter:

M. Behmann (Dipl.-Soz.wiss), F. Kühne (Dipl.-Psych.)

Schwerpunkt:

Versorgungsforschung

Hintergrund:

Die Versorgung älterer Menschen in der letzten Lebensphase weist in Deutschland, wie in vielen anderen Ländern auch, große Defizite auf. Die Palliativmedizin hat das Potenzial, zur Verbesserung der Situation beizutragen. Bislang beschäftigt sich die Palliativmedizin in Forschung und Praxis allerdings nur randständig mit der spezifischen Zielgruppe alter Menschen und mit ihren Problemen. Um hier empirische fundierte Grundlagen zur Verbesserung der Versorgung zu schaffen, ist die Berücksichtigung der Erfahrungen und Sichtweisen der Ärztinnen und Ärzte in der Versorgungspraxis von großer Bedeutung.

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Vorgehen/Methodik:

Fokusgruppen-Diskussionen mit Ärzten und Pflegekräften, schriftliche Befragung von ca. 4000 Ärztinnen und Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen in Niedersachsen.

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Ausgewählte Ergebnisse:

  • Die Versorgung älterer Menschen in der letzten Lebensphase ist ein aktuelles und wichtiges Thema für die niedergelassene Ärzteschaft, das auf breites Interesse stößt. Es ist vielen Ärzten ein Anliegen, die Versorgung ihrer Patienten in dieser besonders vulnerablen Situation sicherzustellen. Ein hohes Verantwortungsgefühl drückt sich zum Beispiel in der persönlichen Erreichbarkeit auch abseits offizieller Notdienstregelungen aus; ebenso in dem artikulierten Selbstverständnis der Hausärzte, ihre Patienten kontinuierlich bis zuletzt zu betreuen.
  • Die Ärzte sehen bei den Patienten und ihren Angehörigen einen erheblichen Gesprächs- und Informationsbedarf. Zugleich bestehen aus Sicht der Ärzte gegenwärtig die größten Defizite in „weichen“ Versorgungsaspekten (Kommunikation, Zeit für Gespräche).
  • Die palliativmedizinisch relevanten gesundheitspolitischen Maßnahmen der jüngeren Vergangenheit wie die Einführung der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV), die Verpflichtung zur palliativmedizinischen  Lehre im Medizinstudium und die Einführung des Patientenverfügungsgesetzes stoßen auf breite Zustimmung innerhalb der Ärzteschaft.
  • Allerdings besteht auch Skepsis, inwieweit sich das Patientenverfügungsgesetz in der Praxis bewähren wird, und ob die SAPV tatsächlich die Versorgung älterer Menschen in der letzten Lebensphase verbessern wird.
  • Für die Zusammenarbeit mit neu entstehenden Strukturen der spezialisierten Palliativversorgung wünschen sich die Hausärzte vor allem kooperative, integrative Konzepte, die ihrer Position als Primärversorger gerecht werden.

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Ausgewählte projektbezogene Publikationen (Stand: 02/2012):

  • Behmann M, Schmiemann G, Lingner H, Kuehne F, Hummers-Pradier E, Schneider N. Job Satisfaction Among Primary Care Physicians: Results of a Survey. Dtsch Arztebl Int 2012; 109 (in press)
  • Kuehne F, Behmann M, Bisson S, Walter U, Schneider N. Non-response in a survey of physicians on end-of-life care for the elderly. BMC Research Notes 2011;4:367
  • Brueckner T, Schumacher M, Schneider N. Palliative care for older people - Exploring the views of doctors and nurses from different fields in Germany. BMC Palliative Care 2009; 8:7
  • Schumacher M, Behmann M, Kühne F, Wernstedt T, Schneider N. Ältere Menschen am Lebensende – Versorgungssituation und Verbesserungsbedarf aus der Perspektive ihrer Angehörigen. Gesundheitswesen 2009; 71: 583. (Prämiert mit dem Posterpreis Forschung auf der 45. Wissenschaftlichen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention und der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie, Hamburg 2009).
  • Behmann M, Kühne F, Schumacher M, Wernstedt T, Schneider N. Ältere Menschen in der letzten Lebensphase – Wie sind die Sichtweisen niedergelassener Ärzte in Niedersachsen? Z Allg Med , Sonderausgabe DEGAM/DKVF 2009, PS4.

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