SitemapImpressumDatenschutzerklärungdeutschenglish
MHH Logo
Medizinische Hochschule Hannover | Carl-Neuberg-Str.1 | 30625 Hannover | Tel.:(+49) 0511-532-0

Stufenplan

ANLAGE ZUR DV SUCHT

 

Stufenplan 


 
Das Prinzip des Stufenplans
Der Stufenplan regelt die Interventionskette beim Umgang mit suchtmittelauffälligen Beschäftigten am Arbeitsplatz. Er gibt einen klaren Rahmen, an dem sich alle Beteiligten orientieren können. Der Stufenplan hat zum Ziel, Betroffenen zu helfen und Vorgesetzten Hinweise für ein angemessenes Verhalten aufzuzeigen.

 

Hilfe soll im Rahmen eines stufenweisen Vorgehens erfolgen. Der Anfang - das Ansprechen - geschieht in erster Linie durch direkte Vorgesetzte. Schrittweise aufeinander abgestimmte Gespräche und Maßnahmen sollen einen zunehmend konstruktiven Druck auf die betroffene Person ausüben. Erfahrungsgemäß wird erst etwas verändert, wenn das suchtmittelbedingte Fehlverhalten auch Konsequenzen (z. B. Abmahnung) hat.

 

Es ist sinnvoll, daß jedes Gespräch mit einer Vereinbarung/-Auflage endet. Diese muß sachlich und zeitlich definiert und eindeutig überprüfbar sein. Der Stufenplan ist nur dann effektiv, wenn sichergestellt ist, daß eine Bereitschaft zur Realisierung aller in Aussicht gestellten Konsequenzen vorhanden ist.

 

Durch diese „Schritt für Schritt“!-Vorgehensweise besteht die berechtigte Hoffnung, dass Hilfe angenommen wird. Je früher die Betroffenen angesprochen werden, desto kürzer der Leidensweg und desto größer die Chance auf eine Gesundung der Person und Erhaltung ihrer Arbeitskraft.

 

 

 
1. Stufe: Vertrauliches Gespräch
Beteiligte: Beschäftigte/r und unmittelbare/r Vorgesetzte

Besteht bei Vernachlässigung oder Verstoß arbeitsvertraglicher oder dienstrechtlicher Pflichten der Verdacht auf Suchtmittelmißbrauch, haben unmittelbare Vorgesetzte mit den Betroffenen ein vertrauliches Gespräch zu führen. Das Gespräch soll folgende Inhalte umfassen:

  • Benennen konkreter Fakten (Zeit, Ort, Vorfall),
  • zum Ausdruck bringen, daß bei dem/der Beschäftigten Probleme mit Suchtmitteln gesehen werden,
  • Aufzeigen der Erwartungen des bzw. der Vorgesetzten an das weitere Arbeitsverhalten,
  • Aushändigung des Stufenplans, die weiteren Schritte des Stufenplans werden erläutert,
  • Empfehlung innerbetriebliche Hilfsangebangebote (Soziale Beratungsstelle für Mitarbeiter/innen der MHH) und/oder externe Hilfen (Suchtberatungsstelle, Selbsthilfegruppe) wahrzunehmen,
  • Vereinbarung eines weiteren Gesprächs, um über die weitere Entwicklung des Verhaltens Rückmeldung zu geben (Rückmeldegespräch).

Das Gespräch hat keine personellen Konsequenzen. Datum und Inhalt des Gesprächs ist vom Vorgesetzten schriftlich festzuhalten.

Bei positiver Verhaltensänderung keine weiteren Folgen; Rückmeldegespräch nach 6-8 Wochen.

 

 


2. Stufe
Beteiligte: Beschäftigte/r und unmittelbare/r Vorgesetzte/r und nächsthöhere/r Vorgesetzte, Personalrat, bei Schwerbehinderten die Schwerbehindertenvertretung, Mitarbeiter/in der Sozialen Beratungsstelle

Besteht bei Vernachlässigung oder Verstoß arbeitsvertraglicher oder dienstrechtlicher Pflichten erneut der Verdacht auf Suchtmittelmißbrauch, haben unmittelbare Vorgesetzte mit den Betroffenen ein vertrauliches Gespräch zu führen. Das Gespräch soll folgende Inhalte umfassen:

  • Benennen neuer Fakten und Bezugnahme auf den Inhalt des vorangegangenen Gesprächs,
  • Zusammenhang zu Suchtmittelmissbrauch erneut aufzeigen,
  • Erneute Empfehlung innerbetriebliches Hilfsangebot (Soziale Beratungsstelle für Mitarbeiter/innen der MHH) wahrzunehmen,
  • Aufforderung, umgehend eine Suchtberatungsstelle aufzusuchen; ein schriftlicher Nachweis ist zu erbringen,
  • Mündliche Belehrung durch den/die Vorgesetzte/n darüber, daß bei Ablehnung der Hilfsangebote und weiterer Verletzung der Arbeitsverpflichtungen dienstrechtliche Konsequenzen eingeleitet werden; Hinweis auf den Stufenplan,
  • Vereinbarung eines weiteren Gesprächs, um über die weitere Entwicklung des Verhaltens Rückmeldung zu geben (Rückmeldegespräch mit dem direkten Vorgesetzten).

Das Gespräch wird vom Vorgesetzten protokolliert. Nimmt der/die Betroffen am Gespräch nicht teil (sei es durch Fernbleiben oder Krankheit), werden maximal zwei Folgetermine vereinbart. Kommt es zu keinem gemeinsamen Gespräch, wird mit der 3.Stufe fortgefahren.

Bei positiver Verhaltensänderung keine weiteren Folgen; Rückmeldegespräch nach 6-8 Wochen.

 


3. Stufe
Beteiligte: wie in der zweiten Stufe, zusätzlich Personalabteilung

Besteht bei Vernachlässigung oder Verstoß arbeitsvertraglicher oder dienstrechtlicher Pflichten weiterhin der Verdacht auf Suchtmittelmissbrauch, halbare Vorgesetzte mit den Betroffenen ein vertrauliches Gespräch zu führen. Das Gespräch soll folgende Inhalte umfassen:

  • Benennen neuer Fakten und Bezugnahme auf den Inhalt der vorangegangenen Gespräche,
  • Zusammenhang zu Suchtmittelmissbrauch erneut herstellen,
  • Angebot innerbetriebliche Hilfe(Soziale Beratungsstelle für Mitarbeiter/innen der MHH) wahrzunehmen,
  • Aufforderung, das auffällige Verhalten sofort abzustellen und unverzüglich einen Gesprächstermin bei einer Beratungs- und/oder Behandlungsstelle für Suchtkranke wahrzunehmen und sich einer angemessenen Therapie zu unterziehen,
  • Aufforderung, umgehend den schriftlichen Nachweis zu erbringen, daß regelmäßige Fachberatung/-behandlung in Anspruch genommen wird.
  • Ankündigung der unten angeführten Konsequenzen bei weiteren Auffälligkeiten,
  • Vereinbarung eines weiteren Gesprächs, um über die weitere Entwicklung des Verhaltens Rückmeldung zu geben (Rückmeldegespräch mit dem direkten Vorgesetzten).

Über das Gespräch wird von der Vertretung der Personalabteilung eine Niederschrift angefertigt, in der eine Ermahnung ausgesprochen wird. Diese ist von dem/der Betroffenen zu unterzeichnen („zur Kenntnis

genommen“) und ihm/ihr in Kopie aus-zuhändigen. Das Original wird zur Personalakte genommen (Tilgungsfrist 1 Jahr). Nimmt der/die Betroffene auch an zwei Folgeterminen nicht teil, trifft sich der unter der Stufe 3 genannte Personenkreis, um über das weitere Verfahren zu entscheiden (z. B. Übergang in die nächste Stufe oder amtsärztliche Untersuchung)

Bei positiver Verhaltensänderung keine weiteren Folgen; Rückmeldegespräch nach 6-8 Wochen.

4. Stufe
Beteiligte: wie in der zweiten Stufe, zusätzlich Personalabteilung

Besteht bei Vernachlässigung oder Verstoß arbeitsvertraglicher oder dienstrechtlicher Pflichten weiterhin der Verdacht auf Suchtmittelmißbrauch, haben unmittelbare Vorgesetzte mit den Betroffenen ein vertrauliches Gespräch zu führen. Das Gespräch soll folgende Inhalte umfassen:

  • Benennen neuer Fakten und Bezugnahme auf den Inhalt des dritten Stufengesprächs
  • Zusammenhang zu Suchtmittelmissbrauch erneut aufzeigen,
  • Erneutes Angebot innerbetriebliche Hilfe (Soziale Beratungsstelle für Mitarbeiter/innen der MHH) wahrzunehmen,
  • schriftliche Aufforderung, das auffällige Verhalten sofort abzustellen und eine Beratungs- und/oderBehandlungsstelle für Suchtkranke aufzusuchen und sich unmittelbar in angemessene Suchttherapie zu begeben; ein schriftlicher Nachweis über die Therapieform und voraussichtliche Dauer ist zu erbringen,
  • Vereinbarung eines weiteren Gesprächs, um über die weitere Entwicklung des Verhaltens Rückmeldung zu geben (Rückmeldegespräch).

Der oder die Beschäftigte wird noch einmal darauf hingewiesen, dass die Dienststelle nicht länger bereit ist, das Fehlverhalten und/oder die Minderleistung hinzunehmen, dass ohne Therapie eine Kündigung erfolgen kann.

Die Personalabteilung spricht die Abmahnung aus. Die Abmahnung wird zur Personalakte genommen und unterliegt der Tilgungsfrist von 3 Jahren.

Bei positiver Verhaltensänderung keine weiteren Folgen; Rückmeldegespräch nach 6-8 Wochen.

 

 

 
5. Stufe
Lehnt der/die Betroffene trotz Abmahnung die angebotenen Hilfsmaßnahmen ab und ändert sein/ihr Verhalten nicht, wird das Arbeitsverhältnis gekündigt. Bei Beamten/-innen werden die erforderlichen dienstrechtlichen Maßnahmen vollzogen.

 

 
6. Nachsorge

Nach Abschluss der Therapie sind die Betroffenen verpflichtet, für mindestens ein Jahr Kontakte zu Selbsthilfegruppen oder Beratungsstellen herzustellen und nachzuweisen. Die Dienststelle bemüht sich, eine Teilnahme zu ermöglichen.

 

 
7. Rückfall
Rückfall nach einer Therapie oder sonstigen Hilfsmaßnahmen ist bei dem Krankheitsbild Suchtmittelabhängigkeit nicht untypisch. Bei einem solchen Rückfall berät der unter 3. benannte Personenkreis und stellt Einvernehmen darüber her, wie weiter zu verfahren ist. Wird kein Einvernehmen hergestellt, entscheidet die Dienststellenleitung.

 

Ist eine Kündigung im Zusammenhang mit dem Stufenplan erfolgt und kann eine erfolgreiche Therapie nachgewiesen werden, wird eine Wiedereinstellung wohlwollend geprüft.

 

Stand 20. August 1997

 

                                             nach oben


Blutkonserven sind an der MHH häufig knapp. Warum?

MHH-Blutspende

Die Medizinische Hochschule Hannover hat sich zur größten Transplantationsklinik in Deutschland entw...

[mehr]