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Patientengerechte Gesundheitsversorgung in der Zukunft - Welche Anforderungen stellen die Ältesten in der Gesellschaft

Projektleitung: Dr. Nils Schneider, Prof. Dr. Marie-Luise Dierks,
Dr. Kurt Buser, Prof. Dr. Ulla Walter
Laufzeit: 3/2006-5/2008
Projektförderer: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Institutionen: Stiftungslehrstuhl "Prävention und Rehabilitation in der System- und Versorgungsforschung", MHH
Abteilung Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, MHH
Schwerpunkt: Evaluation

Die Gestaltung der künftigen Gesundheitsversorgung für hochbetagte Menschen gewinnt angesichts der demographischen Entwicklung zunehmend an Bedeutung. Im Jahre 2050 wird, so die Prognose, jeder zehnte Einwohner über achtzig Jahre alt sein. Damit einher geht ein erheblich verändertes Morbiditätsspektrum mit einer weiteren Zunahme von chronischen Erkrankungen und Multimorbidität. Für die Gesundheits- und Sozialdienste bedeutet diese Entwicklung, die Versorgung und Betreuung älterer Menschen unter Berücksichtigung ihrer spezifischen Ressourcen, Grenzen und persönlichen Wertvorstellungen zu gestalten. Dazu gehören vor allem der Ausbau präventiver und gesundheitsfördernder Ansätze, die Stärkung der Patientenautonomie und eine Optimierung der Versorgungsabläufe. Wie sich die Betroffenen selbst – hochaltrige Patienten und Angehörige der nächsten Generation – eine gute Versorgung vorstellen und welche Wünsche und Erwartungen sie haben, war Gegenstand der vorliegenden Untersuchung.


Die Studie wurde in Kooperation mit drei geriatrischen Kliniken durchgeführt: (1) Klinikum Region Hannover, Geriatrie Langenhagen, (2) Henriettenstiftung Hannover, Klinik für Geriatrie und Geriatrische Rehabilitation und (3) Salze Klinik Bad Salzdetfurth, Geriatrische Abteilung.


Zunächst wurden in einer qualitativen Vorphase 10 leitfadengestützte, qualitative Interviews mit Hochaltrigen durchgeführt, um die Thematik aus Sicht der Betroffenen zu beleuchten und Erhebungsinstrumente für die Hauptphase zu entwickeln. Zudem wurden die organisatorischen Rahmenbedingungen analysiert unter der Frage, wie die wissenschaftliche Studie bestmöglich in den Klinikalltag der beteiligten Einrichtungen integriert werden konnte.


Die Hauptphase des Projekts bestand aus drei Teilen: Im ersten Teil wurden 152 Patienten (Durchschnittsalter 85 Jahre, 74% Frauen) während ihres stationären Aufenthaltes in einer der beteiligten geriatrischen Kliniken persönlich mit Hilfe eines standardisierten Instruments zu den Themenfeldern gesundheitliche Versorgung, Versorgungsabläufe, Lebenssituation, Prävention und Gesundheitsförderung sowie Patientenautonomie interviewt (T1). Um Veränderungen in den Lebensumständen, der Versorgungssituation und damit verbundene veränderte Anforderungen zu erfassen, wurden diese Patienten 6 Monate nach dem Klinikaufenthalt erneut, dieses Mal in ihrer häuslichen Umgebung, unter Verwendung eines modifizierten Instruments zu o.g. Themenfeldern befragt (T2). Erreicht werden konnten zum Erhebungszeitpunkt T2 51 Patienten.


Schließlich wurden 31 qualitative Leitfaden-gestützte Interviews mit Angehörigen von Hochbetagten der zweiten Generation durchgeführt (T3), um die Angehörigenperspektive zu Fragen der Versorgung im (hohen) Alter zu erforschen; dabei wurden sowohl Angehörige von Demenzkranken, als auch Nicht-Demenzkranken sowie pflegende und nicht-pflegende Angehörige einbezogen.


Die Ergebnisse des Projekts wurden in Buchform veröffentlicht:

 

Seidel G, Schneider N, Möller S, Walter U, Dierks ML, Patientengerechte Gesundheitsversorgung der Zukunft – Welche Anforderungen stellen die Ältesten in der Gesellschaft? Kohlhammer Verlag, 2013.

 

Den Anlagenband zum Buch finden Sie hier.