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Klinik für Rekonstruktive Gesichtschirurgie

Computer-assistierte Planung und Computer-assistierte Chirurgie an der Medizinischen Hochschule Hannover

 

 

Die moderne Medizin hat durch den Einzug von Computertechnik neuartige Möglichkeiten, sogenannte Volumendatensätze, d. h. Computertomographie-, Kernspintomographie-, digitale Volumentomographie-Datensätze, über die reine medizinische Befundbeschreibung hinaus, weiterzuverwenden. Dieses Weiterverwenden besteht darin, dass z. B. verschiedene Bilddatensätze übereinander gelegt werden können, die auch zu verschiedenen Zeitpunkten erhoben worden sind, dass virtuell in einem Datensatz z. B. Zielstrukturen markiert werden können oder auch virtuelle Operationsergebnisse erstellt werden können. Hierfür bedarf es moderner interaktiver Bildanalyse-Software sowie Konstruktions-Software, um bereits präoperativ solche Datensatzveränderungen durchzuführen.

 

 

Wichtig für den Patienten ist, dass zu keinem Zeitpunkt die ursprüngliche Bildinformation verloren geht, sondern zu jeder Zeit und beliebig oft wieder aufgerufen werden kann. Neu ist jedoch, dass solche Bilddatensätze Bestandteil eines digitalen Workflows sein können, so dass laufende Behandlungen in ihren Schritten qualitätsgesichert werden können.

 

 

An der Medizinischen Hochschule Hannover ist dies bereits Routine in allen Fächern, die Knochen-basiert planen und Veränderungen vornehmen: hier können solche Datensätze   allein oder in Kombination   bei der Behandlung von angeborenen oder erworbenen Fehlbildungen/-stellungen (unfallbedingt, tumorbedingt, entzündungsbedingt) genutzt werden.

 

 

Die Computer-assistierte Planung hat dabei das Ziel, zusätzlich zu den bislang etablierten Behandlungsmethoden einen weiteren Qualitätssicherungsschritt, z. B. in einer Operation durch die Verwendung von intraoperativer Navigation, einzubringen. Zudem besteht aber auch die Möglichkeit, dass im Hinblick auf eine Individualisierung der Therapie z. B. patienten-spezifische Ersatzstrukturen bereits vor einer Operation hergestellt werden können. Des Weiteren kann durch die interaktive Verwendung von Bildinformation eine Optimierung der interdisziplinären Behandlung (insbesondere in der Tumorbehandlung oder bei sogenannten Polytrauma-Patienten) erzielt werden: Verschiedene Fachbereiche können alle auf dieselbe Bildinformation zugreifen. Hierbei ist die interaktive Verwendung von Bildinformationen nicht nur wesentlicher Bestandteil für die erfolgreiche Behandlung z. B. im Rahmen der Entfernung eines Tumors, sondern kann auch weiter ausgenutzt werden, um möglichst eine originalgetreue Wiederherstellung zu erreichen, d. h. also zur Erzielung einer möglichst hohen Lebensqualität verwendet zu werden. Wichtig für den Patienten ist, dass die so optimierte Ausnutzung von Bildinformationen keinerlei zusätzliche Strahlenbelastung bedeutet, sondern lediglich ein Ausschöpfen der vorhandenen Bildinformationen, um die individuelle Behandlung nachhaltig zu verbessern.

 

 

Die Medizinische Hochschule Hannover hat sich hierfür bereits seit Jahren spezialisiert, um die Computer-assistierte Planung und Chirurgie weiterzuentwickeln und nun auch durch die Roboter-assistierte Chirurgie zu ergänzen. Auch diese ist bei bestimmten Fachdisziplinen ein wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung, d. h. dass durch mehr Freiheitsgrade als es die Hände eines Operateurs erlaubten ein chirurgisches Umsetzen von Operationsschritten durch Roboter-Assistenz erfolgt. Hierdurch ergibt sich die logische Ergänzung in Richtung des Einsatzes von Computer-Assistenz nämlich da, wo sie klinisch sinnvoll ist.

 

 

Für Sie als Patienten ist jedoch wesentlich, dass Computer-Assistenz lediglich eine Ergänzung und keinerlei Ersatz von klinischer Erfahrung ist. Bitte lassen Sie sich von unseren Experten gerne den möglichen Einsatz von Computer-Assistenz in Ihrem speziellen Behandlungsfalle erläutern.

  • Aufgaben

     

    In der Klinik für Rekonstruktive Gesichtschirurgie erfolgt die Behandlung angeborener und erworbener Gesichtsdefekte. Der Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz der "Computer-assistierten-Chirurgie" (CAS). Dies ist ein Sammelbegriff für mehrere, zum Teil sehr unterschiedliche Techniken, durch welche das operative Spektrum durch die Möglichkeiten moderner Computertechnik erweitert wird. Hierdurch können insbesondere komplexe Gesichtsdefekte sicherer und präziser rekonstruiert werden. 

    Die stationäre Betreuung unserer Patienten erfolgt auf der Station 77 und 77c.

  • Computer-assistierte Chirurgie

    Die Computer-assistierte Chirurgie (kurz CAS "computer-assisted-surgery") nutzt die Möglichkeiten moderner Rechensysteme zur Unterstützung der chirurgischen Behandlung. 
    Grundlage ist zumeist eine dreidimensionale Bildgebungen, wie etwa eine Computertomografie, aufgrund derer eine virtuelle Simulation der Operation durchgeführt werden kann. Hierdurch ist es möglich, die individuellen Herausforderungen einer Operation bereits im Vorfeld sicher zu Erkennen.
    Schwerpunkt der CAS im Rahmen der Gesichtsrekonstruktion ist die Planung des späteren Ergebnisses durch CAD ("computer-aided-design"), eine Technik die aus dem Maschinenbau stammt.
    Hierdurch ist es möglich, patientenspezifische Implantate (PSI) anzufertigen, welche konfektionierten Implantaten hinsichtlich des Ergebnisses funktionell und ästhetisch überlegen sind (Stichwort: 3D-Drucken).
    Um die virtuelle Operationsplanung in den OP zu übertragen, wird ein sogenanntes "Navigationssystem" eingesetzt. Dieses erkennt den Patienten dreidimensional im Raum und vereint die Position mit der virtuellen Planung ("augmented reality").
    Diese Werkzeuge haben unserer Erfahrung nach zu einer spürbaren Verbesserung der Rekontruktionsergebnisse beigetragen. 
    Dennoch sind, trotz aller modernen Möglichkeiten, klinische Erfahrung und chirurgisches Können die Grundpfeiler unserer ärztlichen Tätigkeit.