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Rente mit 67

Die MHH-Realität sieht anders aus

 


Die CDU/SPD-Regierungskoalition plant eine Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre. Dies soll am 8. und 9. März 2007 im Bundestag beraten und beschlossen werden.

 

Aus diesem Grund hatte der Personalrat zum Jahreswechsel alle Abgeordneten, die aus der Region Hannover in den Deutschen Bundestag gewählt wurden, zu einem Betriebspraktikum in die MHH eingeladen. Sie sollten hier „vor Ort“ erleben, wie hoch die Arbeitsbelastungen in vielen MHH-Bereichen sind und dass viele Beschäftigte heute froh sind, wenn sie unter diesen Bedingungen bis zum 65. Lebensjahr im Beruf verbleiben können.

 

 

MdB Dr. Maria Flachsbart (CDU) mit Stationsleitung Christine Mosler

Edelgard Bulmahn (SPD)


Gerd Andres (SPD)


Dr. Claudia Winterstein (FDP)


Silke Stokar von Neuforn (Grüne)


Monika Brüning (CDU)


Rita Pawelski (CDU)


Dr. Maria Flachsbarth (CDU)


Caren Marks (SPD)


Dr. Diether Dehm (Linkspartei)


Patrick Döring (FDP)

MdB Dr. Diether Dehm (Linkspartei) in der Bettenzentrale

Keine Reaktionen auf unsere Einladung gab es von den Abgeordneten Monika Brüning (CDU) und Patrick Döring (FDP). Silke Stokar von Neuforn (Grüne) und Caren Marks (SPD) sagten ab.

Gerd Andres (SPD) und Dr. Claudia Winterstein (FDP) konnten im angegeben Zeitraum nicht zur MHH kommen. Beide gaben jedoch ein Statement zum Thema ab, wobei Andres das Vorhaben der Bundesregierung aufgrund der demographischen Entwicklung verteidigte und Winterstein aus Oppositionssicht dem Vorhaben nicht zustimmen konnte.

Am 12. Februar 2007 nahm Dr. Diether Dehm (Linkspartei) ein eintägiges Betriebspraktikum in den Bereichen Sterilzentrale, OP-Versorgung und Bettenzentrale wahr. Er konnte sich dort ein umfassendes Bild über die schwere körperliche Arbeit der Kolleginnen und Kollegen machen, wie z. B. das Heben von OP-Sieben.

Diether Dehm sprach sich klar gegen die Rente mit 67 aus: „Wenn die Gesundheit wie ein Investitionsgut behandelt und die Personalbesetzung dabei immer weiter zurückgeschraubt wird, ist unser Land in dieser Frage auf dem Weg in die 3. Welt. Die Leute, die ich heute an der MHH erlebt habe, wären froh, wenn sie mit 60 in die Rente gehen könnten. Wenn aber jetzt die Rente mit 67 kommt und die Leute eine solche Belastung in ihren Knochen haben, die eh schon zwanzig Jahre kaputt sind, dann ist das menschenverachtend.“

 

Am 14. Februar 2007 war Dr. Maria Flachsbarth (CDU) ebenfalls für einen Tag an der MHH. In der Kinderklinik bekam sie einen Einblick über die Leistungen der verschiedenen Berufsgruppen bei der Versorgung kranker Kinder und war vom vorherrschenden Teamgeist beeindruckt. Sie erlebte auch die massiven psychischen Belastungen bei der Arbeit mit schwerkranken und sterbenden Kindern. Trotzdem steht sie zu den Plänen der Bundesregierung.

 

Maria Flachsbarth: „Es gibt keine Alternative zu dem Projekt Rente ab 67. Aufgrund der demographischen Entwicklung der Bevölkerung ist dies einfach notwendig. Bei der immer älter werdenden Bevölkerung müssen Lebensphasen neu justiert werden. Das heißt auch, dass Menschen länger arbeiten müssen und nicht nur, dass die Rentenbezugsdauer länger wird. Sehrwohl sind spezielle Regelungen für Menschen in besonders belastenden Berufen, wie z. B. in der Krankenpflege notwendig.“

 

Die Abgeordnete Edelgard Bulmahn (SPD) besuchte über mehrere Stunden die OPs in der 4. Ebene. Auch sie hat die Gelegenheit genutzt, sich ausführlich über die Arbeit im OP zu informieren. Frau Bulmahn war dort der Meinung, diese Arbeit ist bis zum 67. Lebensjahr nicht zu schaffen und wollte dieses mit nach Berlin nehmen.

Aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im Bundestag ist davon auszugehen, dass die Verlängerung der Lebensarbeitzeit im März 2007 beschlossen wird. Für den Personalrat und viele Beschäftigte ist und bleibt dies unsinnig, weil bereits heute ein Großteil der Beschäftigten die Rente mit 65 nicht schafft,die Rente mit 67 nur eine verkappte Rentenkürzung ist,Jugendliche und Auszubildende es noch schwerer haben werden, einen Arbeitsplatz zu finden,dadurch ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zu erwarten ist.

 

Auch der Arbeitgeber MHH wird sich auf eine veränderte betriebliche Situation einstellen müssen. Durch die Verlängerung der Lebensarbeitszeit bis 67 Jahre und die Einstellungspolitik der vergangenen Jahre verschiebt sich die Altersstruktur in vielen MHH-Bereichen nach oben. Gleichzeitig wird vielerorts Personal abgebaut oder die Arbeitsleistung verdichtet. Dadurch steigen die physischen und insbesondere die psychischen Belastungen. Diesem Druck sind zunehmend mehr Kolleginnen und Kollegen nicht gewachsen.

 

Dazu kommt das Wegfallen der Altersteilzeitregelung im Jahr 2009. Ein Nachfolgemodell für einen „weichen“ Ausstieg aus dem Arbeitsleben ist derzeit nicht in Sicht.

 

Der Personalrat wird darauf dringen, die Arbeitsbedingungen an der MHH so zu gestalten, dass Arbeit nicht krank macht und eine Erwerbstätigkeit auch bis zum 67. Lebensjahr möglich sein wird. Dabei ist uns bewusst, dass in dieser Frage „ein dickes Brett zu bohren ist“. Der Vorstand wird hier konkret in die Verantwortung zu nehmen sein, denn

 

„Wir streben die Zufriedenheit der Beschäftigten mit ihren
Arbeitsbedingungen an.“

 

(aus dem Leitbild der MHH)

 

das PR - Aktuell zu diesem Thema ist hier herunterladbar

 

Wie wir nun alle wissen, ist die stufenweise Erhöhung des Rentenalters auf 67 beschlossen worden.

 


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