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Altersbilder im Gesundheitssystem - Expertise für den 6. Altenbericht der Bundesregierung

Laufzeit:

06/2008-12/2009

Auftraggeber:

Deutsches Zentrum für Altersfragen, Geschäftsstelle der Sachverständigenkommission für den 6. Altenbericht der Bundesregierung

Auftragnehmer:

Dr. Richard Lux, Christiane Patzelt, Prof. Dr. Nils Schneider

Schwerpunkt:

Expertise

 

Die ständigen Veränderungen im Gesundheitssystem haben erhebliche Auswirkungen auf alle Versorgungsbereiche. Die Veränderungen tangieren insbesondere die Gesundheitserhaltung und gesundheitsbezogene Versorgung der älteren Bevölkerungsgruppe. Gesundheitserhaltung und gesundheitsbezogene Versorgung umfassen sowohl das Laienhandeln und -system als auch die professionelle (ambulante und stationäre) Versorgung. Innerhalb der Expertise werden die Bereiche Prävention, Rehabilitation und Palliativversorgung dargestellt und unter dem Blickwinkel möglicher Altersbilder analysiert. Es werden jeweils die rechtlichen und strukturellen Rahmenbedingungen seitens des Gesundheitssystems, die Wahrnehmung des Bedarfs und die Erbringung von Leistungen seitens der Professionellen sowie Einstellungen, Gesundheitshandeln und Inanspruchnahme von Maßnahmen durch die Nutzer betrachtet. Diese Expertise behandelt u. a. folgende Aspekte:


  1. Seitens des Gesundheitssystems bzw. der Versorgung können z. B. Unkenntnis des Bedarfs, mangelnde Qualifikationen, unzureichende Strukturen oder fehlende zielgruppenspezifische Angebote zu einer Unter- oder Fehlversorgung Älterer oder älterer Teilpopulationen führen. Ebenso können rechtliche Regelungen zu Ungleichheiten beitragen, die den Erhalt bzw. die Wiederherstellung der Gesundheit im Alter behindern.
  2. Auf der anderen Seite bestehen spezifische Leistungen für Ältere. Inwieweit diese von Leistungserbringern, Kostenträgern und Nutzern wahrgenommen sowie umgesetzt werden und welche Barrieren einer zielorientierten Inanspruchnahme möglicherweise entgegenstehen sind wichtige Fragestellungen.
  3. Die Analyse geht insbesondere der Frage nach, inwieweit die Realisierung von Potenzialen zur Förderung der Gesundheit Älterer durch Altersbilder erschwert wird.
  4. Altersdiskriminierungen in der gesundheitlichen Versorgung können einerseits explizit z. B. durch die (Nicht)Gewährung von Leistungen bedingt sein, andererseits implizit durch das Handeln von Professionellen im Gesundheitswesen erfolgen. Es wird untersucht, ob und in welchen Bereichen Hinweise auf eine explizite und implizite Rationierung hinsichtlich einer angemessenen Rehabilitation und Palliativversorgung vorliegen. Explizit betrachtet wird die letzte Lebensphase; ebenso soll im Rahmen der Palliativversorgung auf Besonderheiten der Patientenverfügung eingegangen werden.
  5. Bezüglich der Förderung von gesundheitsbezogenen Potenzialen Älterer wird darauf eingegangen, welche Altersbilder Professionelle im Gesundheitswesen haben, inwieweit Altersbilder ihr berufliches Handeln beeinflussen und inwiefern diese durch berufliche und persönliche Erfahrungen modifiziert werden. In diesem Zusammenhang ist ebenso relevant, welche Altersbilder in der Fachliteratur vermittelt werden.
  6. Altersbilder wirken sich auch auf das Gesundheitshandeln der älteren Menschen und ihrer Angehörigen aus. Es wird analysiert, inwieweit sich Ältere mit eher positiven Altersbildern von Älteren mit eher negativen Altersbildern hinsichtlich ihrer Gesundheit und ihrem gesundheitsbezogenen Verhalten unterscheiden.



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Publikation:

Lux R, Patzelt C, Schneider N (2012). Altersbilder im Gesundheitssystem. In: Berner F, Rossow J, Schwitzer K-P (Hrsg.): Altersbilder in der wirtschaft, im Gesundheitswesen und in der pflegerischen Versorgung. Expertisen zum Sechsten Altenbericht der Bundesregierung. Band 2, Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, 159-250.