SitemapImpressumDatenschutzerklärungdeutschenglish
MHH Logo

Gutachten zur Palliativversorgung in Niedersachsen

 

Gesundheitsökonomie und Gesundheitspolitik    Projekte    Lehre    Publikationen

Bestandsaufnahme und Empfehlungen zur Weiterentwicklung im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Frauen, Arbeit und Soziales, der gesetzlichen Krankenkassen Niedersachsens sowie der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen


Projektleitung:


Dr. K. Buser, Prof. Dr. V. Amelung, Prof. Dr. F. W. Schwartz 

Laufzeit:

2003-2004

Projektförderer:

Niedersächsisches Ministerium für Frauen, Arbeit und Soziales,
Gesetzliche Krankenkassen Niedersachsen, Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen

Institutionen:

Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, MHH

Wiss. Mitarbeiter:

Dr. I. Brandes, Dr. K. Janus, PD Dr. N. Schneider

Schwerpunkt:

Gutachten

Ziel der Untersuchung war es, die äußerst komplexe Struktur der Palliativversorgung anhand empirischer Untersuchungen zu analysieren, Bedarfsmodelle zu konzipieren und auf deren Basis konkrete Handlungsempfehlungen für Niedersachsen zu geben.

 
Die Ausgangslage vor Erstellung des Gutachtens war durch eine ungewöhnlich unzureichende Datenlage gekennzeichnet. Umfangreiche systematische Literaturrecherchen wurden durchgeführt, die in sich jedoch kaum verlässliche und verallgemeinerbare Aussagen für eine wissenschaftlich fundierte Versorgungsforschung ergaben. Um einen Überblick über den Ist-Zustand der Palliativersorgung in Niedersachsen zu bekommen, wurden rund 500 Interviews im Zeitraum von November 2003 bis Mai 2004 durchgeführt. Sämtliche einschlägig bekannte Einrichtungen, die sich speziell mit Palliativversorgung befassen (Hospize, Hospizdienste, Palliativstationen, Palliativdienste) wurden befragt. Außerdem wurden landesweit Krankenhäuser und regionsbezogen Vertragsärzte, ambulante Pflegedienste, Alten-/Pflegeheime und betroffene Patienten interviewt. Für die Interviews wurden halbstandardisierte Fragebögen entworfen, die als Gesprächsleitfäden für die telefonischen Interviews dienten. Die erhobenen Daten umfassen alle relevanten Bereiche der Einrichtungen und gliedern sich in Strukturmerkmale, Personalausstattung, Kooperationen und Vernetzung, Finanzierung, inhaltliche Schwerpunkte, Problemidentifikation sowie Verbesserungsvorschläge. Die Daten wurden quantitativ und qualitativ ausgewertet. Gespräche mit Experten aus der Palliativversorgung rundeten die Informationsbeschaffung ab.

 
Als Ergebnis wurde festgestellt, dass die Notwendigkeit von Strukturveränderungen zur Verbesserung der Palliativversorgung in Niedersachsen besteht. Die Veränderungen erfordern in einigen Bereichen den Ausbau und die Veränderung vorhandener Strukturen und in anderen Bereichen den Aufbau neuer spezieller Palliativstrukturen. Dabei wird es als wichtig erachtet, dass sich neue spezielle Palliativstrukturen sinnvoll in das bestehende System integrieren und neue Schnittstellen im Versorgungsprozess vermieden werden. Auch wird die Ansicht vertreten, dass sowohl in Hinblick auf die begrenzten Ressourcen, als auch auf den Versorgungsprozess nicht alle Strukturen einer speziellen Palliativversorgung, die grundsätzlich denkbar sind, im Sinne einer maximalen Palliativversorgung regelhaft implementiert werden sollten. Es wird die Empfehlung ausgesprochen, den Aufbau einer qualitativ und quantitativ guten, aber maßvoll begrenzten Palliativversorgung. Dafür wurde ein Konzept entworfen, anhand dessen Berechnungen zum Bedarf und zur Versorgungsoptimierung durchgeführt wurden.

 
Das Konzept teilt sich in die Module einer Basis- und einer Spezialversorgung in Palliative Care. Im Kern besteht es aus den Komponenten mobile wohnortbezogene Palliativunterstützung, Palliative Care-Betten, Palliativ-Konsildienste in den Krankenhäusern und landesweite 24-Stunden-Hotline. Als Strukturen sind sog. Palliativ-Stützpunkte auf Kreisebene, ein Palliativ-Zentrum auf Landesebene und krankenhausinterne Palliativ-Konsildienste vorgesehen.