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Aktivitäten zur geschlechtersensiblen Medizin an der MHH

Seit 2006 wird an der MHH verstärkt darauf hingearbeitet, Informationen zur geschlechtersensiblen Medizin zu verbreiten, entsprechende Inhalte systematisch in der Lehre zu berücksichtigen und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich für die Thematik interessieren, untereinander zu vernetzen.

2006 startete eine Umfrage unter den Lehrenden, um festzustellen, inwieweit in den Lernzielen des jeweiligen Faches bereits geschlechterspezifische Inhalte enthalten waren und welcher Bedarf an geschlechter­spezifischen Lernzielen gesehen wurde. Durch die Umfrage konnten Themen identifiziert werden, an denen es aus der Geschlechterperspektive besonderes Interesse gab.

Auf dieser Grundlage wurde in den Jahren 2008 bis 2010 eine Workshopreihe für Studierende und Lehrende durchgeführt, in der wichtige Themen aus dem Bereich Medizin und Geschlecht in Vorträgen von hochschulinternen und -externen Referentinnen und Referenten aufgearbeitet und zur Diskussion gestellt wurden. Kardiologie und Gastroenterologie waren ebenso vertreten wie Nephrologie, Neurologie oder Notfallmedizin. Parallel dazu begann die Erarbei­tung eines Konzepts für die Verankerung geschlechterspezifischer Inhalte in der Lehre.

2009 wurde ein Newsletter eingerichtet, der über einschlägige Literatur, Tagungen und Aus­schreibungen informiert.

Das aus diesen Aktivitäten hervorgegangene Netzwerk führte Ende 2009 zur Gründung des Kompetenzzentrums für geschlechtersensible Medizin an der MHH.

2010 wurde dann eine zweitägige Tagung unter dem Titel "Medizin und Geschlecht. Per­spektiven für Lehre, Praxis und Forschung" ausgerichtet, bei der deutsche und niederlän­dische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sich miteinander austauschten. Ebenfalls 2010 konnte ein Dissertationspreis für eine Arbeit mit Geschlechterrelevanz vergeben wer­den, der in die Kardiologie ging.

2012 erhielt Dr. Marcel Sieberer (klin. Psychiatrie) von der Kommission für Gleichstellung der MHH für das Forschungsvorhaben "Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Psychopharmakotherapie von Depression bei stationär psychiatrisch behandelten Patientinnen und Patienten" 5.000 € aus einer Spende zur Förderung der geschlechtersensiblen Medizin.

Als die Wissenschaftliche Kommission Niedersachsen 2011 die Geschlechterforschung an niedersächsischen Hochschulen evaluierte, berichteten 26 von 76 klinischen, klinisch-theoretischen und theoretischen Abteilungen der MHH über entsprechende Aktivitäten.

Der Sammelband "Medizin und Geschlecht Perspektiven für Lehre, Forschung & Krankenversorgung" , der im Wesentlichen auf der Workshopreihe und der Tagung beruht, wurde 2013 publiziert. Ein Überblicksposter in deutscher und englischer Sprache stellt die Aktivitäten zur geschlechtersensiblen Medizin an der MHH dar und wurde im November 2012 auf dem Symposium "Gendermedizin" in Berlin und dem "European Gender Summit" in Brüssel vorgestellt.