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Feierstunde - 25 Jahre Public Health Studium

25 Jahre Public Health-Studium an der MHH

 

Feierstunde zum Jubiläum: Studierende, Absolventen und Lehrende

diskutierten aktuelle Fragen der Gesundheitsversorgung

 

Den Wandel im Gesundheitswesen gestalten

1. Oktober 2015, 14.00 Uhr

 

Medizinische Hochschule Hannover

 

Vor genau 25 Jahren gründete die MHH den ersten Aufbaustudiengang Bevölkerungsmedizin und Gesundheitswesen (Public Health) an einer medizinischen Fakultät in Deutschland, nach dem Vorbild der renommierten John Hopkins School (JHS) in Baltimore, deren Professoren bis heute in der Lehre in Hannover mitwirken.


Ziel bei der Gründung war es - und ist es noch heute - Experten für Planungs- und Entscheidungsprozesse im Gesundheitswesen, Fachkräfte für die Entwicklung, Durchführung und Evaluation gesundheitsbezogener Programme, die Analyse der Risiken und Ursachen von Erkrankungen und schließlich für Forschung und Lehre zu qualifizieren. Der Gründer und damalige Direktor der MHH-Abteilung Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Professor Dr. Friedrich Wilhelm Schwartz, war im Übrigen nicht nur in Hannover aktiv, sondern auch maßgeblich am Aufbau von Public Health in Deutschland beteiligt. Heute leitet Professorin Dr. Marie-Luise Dierks den Studiengang an der MHH, der inzwischen als Masterstudiengang akkreditiert ist und auch die Möglichkeit zur Promotion bietet. Jedes Jahr stehen 25 Studienplätze zur Verfügung, auf die sich 80 bis 100 Interessenten bewerben. Zugangsvoraussetzung ist ein abgeschlossenes Studium in einem public-health-relevanten Fach wie Medizin, Sozial- und Naturwissenschaften, Psychologie, Pflege, Physiotherapie, Management oder Ökonomie.


In der Feierstunde würdigte Professorin Dr. Ulla Walter, heutige Direktorin des MHH-Instituts für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, die Ergebnisse des Studiengangs: „Wir sind mit 25 Jahren mittlerweile aus der Pubertät heraus, haben bislang knapp 500 Studierende aufgenommen, von denen bis heute 360 den Mastertitel erworben haben, 70 weitere studieren noch, weitere befinden sich im Prüfungsstadium. Viele unserer Absolventinnen und Absolventen sind mittlerweile gefragte Experten im Gesundheitswesen.“ Professor Dr. Hermann Haller zeichnete die Historie des Studiengangs nach, würdigte die Weitsicht der MHH bei der Etablierung des Angebots und lobte stellvertretend für das MHH-Präsidium den Einsatz der Verantwortlichen: „Es ist beeindruckend, mit wieviel Engagement sie den Studiengang Public Health zur festen Einrichtung an der MHH gemacht haben.“


Zum 25-jährigen Jubiläum kamen mehr als 200 Studierende und Absolventen, Lehrende und Unterstützer des Studiengangs in der Hochschule zusammen, um über aktuelle Fragen der Gesundheitsversorgung und sich daraus ergebende Strategien zu diskutieren.


Den Eröffnungsvortrag zum Thema „Das Glück der Staaten hängt an der Gesundheit - Vision und Umsetzung von Public Health“ hielt Professor Dr. Friedrich Wilhelm Schwartz. Dabei machte er eindrücklich klar, dass ohne Gesundheit kein Wohlstand möglich ist, aber umgekehrt auch gute Lebens- und Arbeitsbedingungen Voraussetzung für Gesundheit sind. Dass diese Bedingungen in vielen Ländern unterschiedlich verteilt sind und dass auch innerhalb der Staaten sehr unterschiedliche Voraussetzungen für Gesundheit und gesundheitliche Versorgung vorliegen, zeigte Prof. Dr. Reinhard Busse, Absolvent aus Hannover und inzwischen Professor an der Technischen Universität Berlin, anhand von Daten aus der Gesundheitssystemforschung. Prof'in Eva Maria Bitzer, ebenfalls Absolventin und heute an der Pädagogischen Hochschule Freiburg tätig, gab einen Input über unterschiedliche forschungstheoretische und -praktische Entwicklungen unter dem Titel "Public Health, Health Outcomes und Versorgungsforschung  - 3 Freunde müsst ihr sein". Auch der Absolvent Prof. Andreas Seidler, Technische Universität Dresden, beschäftigte sich mit Definitionsfragen im Umfeld von Public Health. Hier ging es um die Auseinandersetzung zwischen Old und New Public Health, vereinfacht gesprochen zwischen einer Bevölkerungsmedizin, die vor allem die Bekämpfung von Infektionskrankheiten im Blick hatte hin zu einem modernen Verständnis, dass das ganze Gesundheitswesen einschließlich ökonomischer Aspekte berücksichtigt.


Stellvertretend für weitere Absolventinnen und Absolventen kamen in einer lebhaften Podiumsdiskussion unter anderem Prof. Dr. Ferdinand Gerlach, Goethe-Universität Frankfurt und Vorsitzender des Sachverständigenrats Gesundheit, Dr. Antonius Helou, Referatsleiter im Bundesministerium Gesundheit, Dr. Torsten Hecke, Techniker Krankenkasse Hamburg, Dr. Anja. Busse, United Nations Office on Drugs and Crime, PD Dr. Matthias Perleth, Gemeinsamer Bundesausschuss, Dr. Bernhard Gibis, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Prof. Dr. Heidi Höppner, Alice Salomon Hochschule, Dr. Ch.-Markos Dintsios, Bayer Health Care, Dr. Martina Plaumann, MHH und Dr. Elke Bruns-Philipps, Niedersächsisches Landesgesundheitsamt, zu Wort.


Die Eingeladenen berichteten über die aktuellen Entwicklungen und Probleme in ihrem Arbeitsfeld, zeigten damit die Bandbreite potentieller Aufgaben von Public-Health-Absolventen und machten deutlich, dass es mehr denn ja nötig ist, über Institutionen und Interessen hinweg Allianzen für eine Sicherstellung guter Gesundheitsversorgung zu knüpfen. Dass das 25jährige Jubiläum dafür ein guter Ausgangspunkt sein wird, darüber waren sich abschließend alle an der Feier Beteiligten einig.
 

 

Details des Programms finden Sie hier.

Impressionen der Feierstunde.

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