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Leberchirurgie

1. Chirurgische Anatomie der Leber

 

Die Leber ist das größtes parenchymatöse Organ des menschlichen Körpers und hat ein Gewicht von ca. 1500 g.  Die Leber wird in zwei Lappen und insgesamt in acht Segmente unterteilt.

Die Grenze zwischen den beiden Lappen wird anatomisch durch das Lig. falciforme hepatis und chirurgisch durch eine imaginäre  Linie zwischen V. cava und Gallenblase gebildet.

Abb. 1 und 2: Anatomische und chirurgische Grenzen der Leberlappen

 

 

Von Couinaud wurde die Leber 1957 in 8 Segmente eingeteilt. Hiernach umfasst der linke Leberlappen die Segmente 1-4 und der rechte die Segmente 5-8.

Abb. 3: Segmenteinteilung der Leber nach Couinaud

 

 

Die Blutversorgung der Leber erfolgt zu 20% über die A. hepatica und zu 80% über die  V. portae, wobei die arterielle Blutversorgung für die Gallengänge von entscheidender Bedeutung ist.

2. Erkrankungen der Leber

Bei den Erkrankungen der Leber wird zuerst zwischen den benignen (gutaqrtig) und den malignen (bösartig) Erkrankungen unterschieden.

 

2.1 Benigne Lebererkrankungen

 

2.1.1 Pyogener Leberabszeß

Ätiologie: Erkrankung der Gallenwege z.B. Cholezystitis (ca. 30-35%)

Hämatogen-metastatisch (über die Blutwege gestreut) z.B. Appendizitis, Nabelvenensepsis (ca. 30 %) Bakterämie z.B. Tonsillitis, Osteomyelitis, Furunkulose (ca. 15 %)

Symptome: Fieber/Schüttelfrost (90 %), Spannungsgefühl Oberbauch/

Hepatomegalie (60 %)

Diagnostik: Sonographie, CT-Abdomen, Rö-Thorax (Zwerchfellhochstand re.,  ggf. Gasblasen)

Therapie: Interventionelle Einlage eines Spülkatheters

 

2.1.2 Leberzysten

Man unterscheidet zwischen den angeborenen dysontogenetischen und erworbenen Leberzysten wie z.B. Echinokokkuszysten.

Die dysontogenetischen Leberzysten sind in aller Regel harmlos und bedürfen nur in symptomatischen Fällen einer chirurgische Behandlung. In diesen Fällen ist eine Entdachung der Zysten entweder offen chirurgisch durch eine Laparotomie oder auch laparoskopisch angezeigt. In wenigen Fällen liegt eine Zystenleber vor, die wiederum selten zu einem Leberversagen mit konsekutiver Lebertransplantation führen kann.

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Abb. 3 und 4: Leberzysten in der Bildgebung und eine Zystenleber

 

Echinokokkose der Leber

 

Zystische Echinokokkose ist die häufigste Infektionskrankheit in Deutschland und wird durch den -"Hundebandwurm"- Echinokokkus verursacht. Man unterscheidet zwischen dem Echinokokkus cysticus (granulosus) und dem Echnokokkus alveolaris (multilokularis), welche für die Menschen pathogen sind. Epidemiologisch kommt Echinokokkus granulosus in weiten Teilen der Welt vor und ist in gemäßigten Klimazonen verbreiteter als in den Tropen.

Die Hauptrolle in der Epidemiologie spielt der Hund. Er ist wie der Wolf, Koyote, Dingos und Schakale Endwirt für den Parasiten und scheidet deren Eier mit dem Kot aus. In Endemie Gebieten ist das Fell häufig mit den Wurmeiern kontaminiert und diese gelangen von der streichelnden Hand leicht in den Mund des Menschen, der für den Wurm den Zwischenwirt darstellt. Huftiere wie das Schaf, Ziege, Rind stellen ebenfals den Zwischenwirt dar und werden durch Verzehr von kontaminierten Pflanzen infiziert.

Während die Echinoccus granulosus (Hundebandwurm) Infektion  große septierte Zysten in der Leber, Lunge, Hirn bildet, führt die Echinococcus multilocularis (Fuchsbandwurm) Infektion zu zahlreichen Knotenbildungen in der Leber  und auch  in der Lunge.

Symptomatiach können sie duch Übelkeit, Völlegefühl, Oberbauchschmerz auffallen.

Zur Diagnostik wird neben  Abdomen-Sonographie, CT-Abdomen auch die Echinococcusserologie eingesetzt. Bilgebend ist die Darstellung der sog. Zyste in Zyste Phänomen beweisend.

Die chirurgische Therapie erstreckt sich von der Entdachung der Zyste (Perizystektomie)  bis zur  Leberteilresektion. Über die Wahl des Threapieverfahrens muss individuell entschieden werden.

Abb. 5-6: Echinokokkuszyte rechter Leberlappen im CT-Abdomen und nach der Pericystektomie und aufgeschnittenes Präparat

 

 

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