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Lebenschancen nach der Operation angeborener Herzfehler II - Eine Nachuntersuchung nach mehr als 10 Jahren

 

Kontakt

 

Projektleitung: Prof. Dr. Siegfried Geyer

Projektdurchführung und wissenschaftliche Mitarbeit: Lena Röbbel

Tel.: (0511) 532 6679, (0511) 532 6426

 

 

Zusammenfassung der Ergebnisse (Lebenschancen I)

 

In den vorangegangenen Untersuchungen zeigte sich, dass die beruflichen Lebenschancen von Patientinnen und Patienten mit angeborenen Herzfehlern sich über die in der Studie abgedeckte Lebensspanne nicht von denen der Allgemeinbevölkerung unterscheiden. Die Ergebnisse zur Berufstätigkeit sowie zur sozialen Mobilität vermittelten einen insgesamt positiven Eindruck von der Integration der Patienten in das alltägliche und berufliche Leben, ebenso erschienen die Patienten trotz gelegentlicher krankheitsbedingter Benachteiligungen im Beruf zufrieden und erfolgreich. Hinsichtlich der Leistungsfähigkeit .... [mehr...]

 

 

Projektlaufzeit

 

Mai 2017 bis April 2019

 

 

Projektstandort

 

Universitätsmedizin Göttingen Gemeinschaftsprojekt der Abteilung Pädiatrische Kardiologie des Universitätsklinikums Göttingen und der Medizinischen Soziologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).

 

 

Ziel des aktuellen Projekts

 

Nach mehr als 10 Jahren wurden im Rahmen einer Nachfolgeuntersuchtung (Follow-Up) die Patientinnen und Patienten mit angeborenen Herzfehlern erneut kontaktiert und um die Teilnahme gebeten. Die allgemeinen Ziele des Follow-up´s bestehen in der Untersuchung von Veränderungen der physischen und psychischen Gesundheit und der Lebenssituation in Abhängigkeit von der Schwere des angeborenen Herzfehlers.

 

Die Frauen und Männer der Untersuchungsgruppe sind zum Zeitpunkt des Projektbeginns zwischen 26 und 57 Jahre alt gewesen. Es wird untersucht, ob die insgesamt positiven Ergebnisse der Voruntersuchung aus den Jahren 2003-2005 auch nach mehr als 15 Jahren noch gültig sind, oder ob sich ab einem bestimmten Alter die allgemeine Leistungsfähigkeit etwa aufgrund kardialer Einschränkungen in einem Maße verringert hat, dass auch das Risiko sozialer Probleme zunimmt.

 

Mit der Studie werden die Auswirkungen der Erkrankungen sowohl auf das berufliche und auf das private Leben sowie auf die psychische Gesundheit betrachtet. Ein weiterer innovativer Aspekt der Studie ist die Einbeziehung bevölkerungsbezogener Vergleichsdaten zu sozialen Auf- und Abstiegsprozessen, zum Körperbild sowie zur Lebensqualität. Damit wird es möglich, gesundheitliche Veränderungen, die sich auf angeborene Herzfehler zurückführen lassen, von „natürlichen“ Verläufen in der Allgemeinbevölkerung zu trennen.

 

 

Das Projekt soll Antworten unter anderem auf folgende Fragestellungen geben:

 

1.       Hat in der Studienpopulation das Ausmaß der Herzinsuffizienz vom ersten zum zweiten Messzeitpunkt zugenommen?

2.       Weist die Entwicklung der Herzinsuffizienz bei Männern und Frauen unterschiedliche Verläufe auf?

3.       Unterscheiden sich die EMAH-Patienten von der Allgemeinbevölkerung hinsichtlich des Alters beim Ausstieg aus dem Beruf?

4.       Unterscheiden sich die Risiken für ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Berufsleben nach Berufsgruppen?

5.       Haben zwischen dem ersten und dem zweiten Untersuchungszeitpunkt intragenerationale berufliche Auf- und Abstiegsprozesse stattgefunden?

6.       Haben sich über den Untersuchungszeitraum Körperbild und psychische Beeinträchtigungen verändert und haben sich die Zusammenhänge zwischen diesen Konstrukten verändert?

 

 

Besondere Stärken der Studie

 

Zu den besonderen Stärken unserer Studie zählt, dass wir Patienten mit unterschiedlichsten angeborenen Herzfehlern einschließen - vom einfachen Defekt in der Herzscheidewand (Septumdefekt) bis zum Einkammer-Herz (singulärer Ventrikel). Außerdem betrachten wir bevölkerungsbezogene Vergleichsdaten zum sozialen Auf- und Abstieg, zum Körperbild sowie zur Lebensqualität. So können wir gesundheitliche Veränderungen, die auf angeborenen Herzfehlern beruhen, von „natürlichen“ Verläufen in der Allgemeinbevölkerung unterscheiden.

 

 

Derzeitiger Projektstand (Stand: 04.12.2018)

 

Bisher konnten die Daten von 201 Patientinnen und Patienten berücksichtig werden, die erfolgreich in Lebenschancen II rekrutiert wurden. Es zeigte sich, dass insbesondere Patientinnen und Patienten mit reparativ und palliativ operierten Herzfehlern erreicht wurden. Im Vergleich zur ersten Untersuchung haben sich die psychischen Belastungen reduziert, und das Körperbild der Patientinnen und Patienten hat sich vor dem Hintergrund einer im Vergleich zur ersten Untersuchung niedrigeren wahrgenommenen Leistungsfähigkeit verbessert. Diese Ergebnisse sind hier im Detail dokumentiert.

 

 

Vorgängerprojekt

 

Von 2002 bis 2005 wurde eine Studie zu den Lebenschancen von Patientinnen und Patienten durchgeführt, um mehr über die familiären und beruflichen Chancen zu erfahren und um nach Optimierungsmöglichkeiten in der Betreuung zu suchen. Das Projekt wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG-Az. GE 1167/2-1 und WE 2670/1-1) gefördert, die Projektleiter waren Siegfried Geyer für den sozialwissenschaftlich- psychologischen Teil und Armin Wessel für den pädiatrisch-kardiologischen Teil. Hier finden Sie die Ergebnisse in der Kurzzusammenfassung.