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Medizinische Hochschule Hannover | Carl-Neuberg-Str.1 | 30625 Hannover | Tel.:(+49) 0511-532-0

Historie

Gründung der Abteilung

 

Seit 1973 besteht die Klinik für Kieferorthopädie innerhalb des Zentrums Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Das Zentrum Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde umfasst heute die Kliniken für Kieferorthopädie, für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, für Zahnärztliche Prothetik und Biomedizinische Werkstoffkunde sowie für Zahnerhaltung, Parodontologie und präventive Zahnheilkunde.

Herausragende Persönlichkeiten

Frau Prof. Dr. I. Rudzki-Janson, Prof. Dr. J. Tränkmann, Prof. Dr. J.A. Lisson, Prof. Dr. R. Schwestka-Polly (von links nach rechts).

Abriss der Historie

 

Die Gründung der Medizinischen Hochschule Hannover geht auf das Jahr 1961 zurück. Im Juni 1961 empfahl der Wissenschaftsrat, sieben neue Medizinische Akademien zu gründen.

 

Im Dezember 1961 trat der Gründungsausschuss für eine Medizinische Akademie Hannover zusammen. Am 1. April 1963 erging ein Erlass der Landesregierung zur Gründung einer Medizinischen Akademie Hannover -der späteren MHH. Am 17. Mai 1965 konnte die MHH feierlich eröffnet werden. Im Sommersemester 1965 begann der Lehrbetrieb für das Studium der Medizin, zunächst im Krankenhaus Oststadt. Parallel erfolgte der erste Bauabschnitt des neuen Klinikums an der Karl-Wiechert-Allee.

 

Bis 1978 entstand auf einem rund 400.000 Quadratmeter großen Areal das neue Zentralklinikum. Auf dem Gelände befinden sich auch das Zentrum Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Forschungs- und Lehrgebäude, die Bibliothek, Gebäude für verschiedene Dienstleistungen, Wohnhäuser und Sportanlagen. Die Frauenklinik und das Transplantations-Forschungszentrum "Rudolf Pichlmayr" haben dort seit Juni 2004 ihren Platz, seit Januar 2006 befindet sich auch die Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie auf diesem Gelände. Zwei Kliniken der Hochschule sind in anderen Krankenhäusern Hannovers untergebracht: die Orthopädie (im Annastift) und die Dermatologie (in der Hautklinik Linden). Das Studium der Zahnheilkunde an der MHH ist seit dem Sommersemester 1969 möglich. Bereits in seiner ersten Sitzung im Dezember 1961 sah der Gründungsausschuss der MHH einen Lehrstuhl für Zahnheilkunde vor. Er hielt diesen Aspekt aber nicht für eine dringende Angelegenheit. Deshalb stellte er im Dezember 1965 wie auch im März 1966 die Entscheidung zur Etablierung eines Lehrstuhls jeweils um ein Jahr zurück. Voller Sorge um den zahnmedizinischen Nachwuchs wies der damalige Präsident der Zahnärztekammer Niedersachsen, Herr Dr. H. Senge, im März 1966 eindringlich auf die kritische Situation hin und bat den Gründungsausschuss, der Zahnheilkunde einen Vorrang einzuräumen.

 

Nachdem die Zahnärztekammer sich bereit erklärt hatte, für die Hochschule Räume zu mieten und ein Laboratorium einzurichten, beschloss der Senat der MHH, das Studium der Zahnheilkunde ab Sommersemester 1969 vorzusehen und einen Lehrstuhl ausschreiben zu lassen. Der Kultusminister berief 1969 Herrn Priv.-Doz. Dr. T. Jung aus Bonn auf den neu geschaffenen Lehrstuhl für Zahnärztliche Prothetik, und so wurde das Studium der Zahnheilkunde an der MHH ab Sommersemester 1969 möglich.


Vor Beginn des Wintersemesters 1971 /1972 wurde die erste Poliklinik für Zahn-,Mund- und Kieferkrankheiten im Forschungszentrum der MHH am Krankenhaus Oststadt eröffnet. Erst Ende des Sommersemesters 1976 erfolgte der Umzug in die neu erbaute, jetzige Klinik des Zentrums Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde auf dem Gelände des Zentralklinikums.


Im Sommer 1971 nahm Herr Prof. Dr. Dr. D. Schlegel aus München den Ruf auf den Lehrstuhl für Zahnärztliche Chirurgie / Kieferchirurgie an, gefolgt von Herrn Prof. Dr. Dr. F. Schmidt (kommissarisch), Herrn Prof. Dr. Dr. J.-E. Hausamen und von Herrn Prof. Dr. Dr. N.-C. Gellrich.


Der Lehrstuhl für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie konnte im April 1971 durch die Berufung von Herrn Prof. Dr. H. Triadan aus Bern besetzt werden, gefolgt von Herrn Prof. Dr. W. Geurtsen. Als Nachfolger von Herrn Prof. Dr. Jung sind Herr Prof. Dr. A. Roßbach und Frau Professorin Dr. M. Stiesch zu nennen.

 

Lehrstuhlinhaber

 

In den Jahren 1972 und 1973 erhielt Frau Dr. I. Janson, die spätere Direktorin der Poliklinik für Kieferorthopädie des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität München, einen Lehrauftrag und vertrat die Belange der Kieferorthopädie kommissarisch an der MHH.

  

Am 1. September 1973 nahm Herr Prof. Dr. J. Tränkmann, der aus Homburg (Saar) auf den neu eingerichteten Lehrstuhl für Kieferorthopädie berufen worden war, seine Tätigkeit auf. Er leistete als Erstberufener maßgebliche Aufbauarbeit in der neu gegründeten Abteilung und prägte sie entscheidend von 1973 bis 2001 in Lehre, Forschung und Krankenversorgung.


Er verdeutlichte, dass Entwicklungsvorgänge des Gesichtsschädels, der Kiefer und des Gebisses die Grundlage des Faches sind. Im Mittelpunkt seines wissenschaftlichen Interesses standen die Plattenapparatur und die myofunktionelle Therapie. Neben diesen Hauptarbeitsgebieten sind seine Arbeiten zur kieferorthopädischen Frühbehandlung von Patienten mit durchgehenden Lippen-Kiefer-Gaumenspalten zu erwähnen, in denen er nicht nur auf die Notwendigkeit der präoperativen Plattenbehandlung, sondern auch auf die konsequenteweitere Therapie im Gebiss der 1. Dentition hinwies. Über viele Jahre hat er sich auch mit der zahntechnischen Herstellung von kieferorthopädischen Geräten beschäftigt und viele technische Verbesserungen eingebracht; ein Engagement, das 1999 mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft der Gesellschaft für Kieferorthopädische Zahntechnik honoriert wurde.


Seine wissenschaftliche Tätigkeit umfasst über 160 wissenschaftliche Publikationen und zahlreiche Buchbeiträge sowie weit über 200 wissenschaftliche Vorträge. Im universitären Bereich war er viele Jahre lang Vorsitzender des Ausschusses für die Zahnärztliche Prüfung und Vorsitzender eines Promotionsausschusses zur Erlangung des Doktorgrades der Zahnheilkunde an der MHH. Unter dem Rektorat von Herrn Prof. Dr. Dr. h.c. H. Hundeshagen und von Frau Prof. Dr. E. Schmidt war er vier Jahre Mitglied des Senats der MHH. Im Verlauf seiner 28-jährigen klinischen Tätigkeit hat er über 170 in-und ausländische Zahnärztinnen und Zahnärzte zu Fachzahnärzten für Kieferorthopädie weitergebildet.


In den Jahren 2001 und 2002 wurde Herrn Priv.-Doz. Dr. J.A. Lisson, dem späteren Direktor der Klinik für Kieferorthopädie der Universität des Saarlandes in Homburg (Saar), die Leitung der Klinik kommissarisch übertragen.


Seit 2002 ist Herr Prof. Dr. R. Schwestka-Polly der Direktor der Klinik für Kieferorthopädie. Er war von 2002 bis 2004 Vorsitzender des Ausschusses für die Zahnärztliche Prüfung an der MHH und ist seit 2003 Vorsitzender eines Promotionsausschusses zur Erlangung des Doktorgrades der Zahnheilkunde an der MHH. Er war von 2003 bis 2005 und ist wieder seit 2007 Mitglied einer Sektion des Senates der MHH. Er wurde 2003 in den Fachbeirat des “German Board of Orthodontics and Orofacial Orthopedics“, einer Institution zur Sicherstellung einer kontinuierlichen Fortbildung und zur Qualitätssicherung in der Behandlung im Fachgebiet Kieferorthopädie, gewählt, ist seit 2005 „Diplomate of the German Board of Orthodontics and Orofacial Orthopedics“ und seit 2007 Vorsitzender des Fachbeirates des “German Board of Orthodontics and Orofacial Orthopedics“. Von 2003 bis 2005 war er Studiendekan der Zahnheilkunde der MHH und von 2005 bis 2007 Geschäftsführender Direktor des Zentrums Zahn-, Mund-Kieferheilkunde der MHH.


Ergänzend wird seit 2006 der weiterbildende und berufsbegleitende Studiengang „Lingual Orthodontics” mit dem Abschluss „Master of Science” angeboten. Dieser richtet sich an promovierte Fachzahnärztinnen und Fachzahnärzte für Kieferorthopädie, dauert vier Semester und schließt mit einer Master-Thesis ab. Klinischer Direktor in diesem Studiengang ist Herr Dr. D. Wiechmann, der Entwickler einer individuellen lingualen Apparatur ist und Teilzeit-Mitarbeiter der Klinik für Kieferorthopädie der MHH, seit 2006 Honorary Associate Professor der Universität Hongkong und seit 2007 Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Linguale Orthodontie. Der Studiengang ist profilgebend für die MHH.

Schwerpunkte in der Klinik und Wissenschaft (einst und jetzt)

 

Die Klinik für Kieferorthopädie beschäftigt fünf kieferorthopädisch tätige Kolleginnen und Kollegen auf Vollzeit-Stellen, vier auf Teilzeit-Stellen, eine Zahnmedizin-Didaktikerin, zwei Zahntechnikerinnen bzw. Zahntechniker und neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im nichtwissenschaftlichen Bereich.


In der Klinik ist das Ziel der Behandlung eine präventions- und qualitätsorientierte Kieferorthopädie. Pro Jahr werden etwa 800 Patienten kieferorthopädisch behandelt.


Hauptaufgabe der Kieferorthopädie ist die frühzeitige Erkennung und Therapie von Zahn- und Kieferfehlstellungen. Die Kieferorthopädie versteht sich in Bezug auf interdisziplinäre Aufgabenstellung als Partner der anderen drei Fachdisziplinen der Zahnheilkunde und auch als Partner verschiedener Disziplinen der Medizin. Ein Beispiel hierfür ist die komplexe Rehabilitation von Patientinnen und Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten im Interdisziplinären Zentrum für Gesichtsfehlbildungen.

 

Weiter gehört ein Projekt „Zellregeneration“ dazu mit zell- und molekular-biologischen Untersuchungen zum Knochenersatz im Sinne einer zellbasierten regenerativen Medizin (insbesondere bei Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und bei Bewegung von Zähnen in den Spaltbereich). Weitere Forschungsschwerpunkte stellen die Themen „Biomaterialien“ und „3DImaging“ dar. Diese Projekte erfolgen in Kooperation mit allen Kliniken des Zentrums Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde und Kliniken und Instituten der Medizin sowie weiteren Einrichtungen des Wissenschaftsstandortes Hannover.


Im Rahmen von Forschung und Lehre schlossen im Jahre 2001 Herr Priv.-Doz. Dr. J.A. Lisson und im Jahre 2005 Herr Priv.-Doz. Dr. Dr. O. Bauß das Habilitationsverfahren erfolgreich ab und erhielten die Venia legendi.

 

Nach Aufbau eines Qualitätsmanagement-Systems wurde die Klinik für Kieferorthopädie im Jahre 2008 für Patientenversorgung, Forschung und Lehre nach der DIN EN 9001:2000 zertifiziert.


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