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Nekrotisierende Enterocolitis (NEC)

 

 

  • Erkrankung:

      

    Die Nekrotisierende Enterocolitis (NEC) ist die häufigste, lebensbedrohliche Erkrankung des Darmes von Früh- und Neugeborenen. Sie tritt bei etwa 5-10% der extremen Frühgeborenen (Geburtsgewicht unter 1500 g) auf, die genaue Ursache ist bislang unklar. Man geht davon aus, dass das unreife Immunsystem des Magen-Darm-Trakts von Frühgeborenen bei der Krankheitsentstehung der NEC eine tragende Rolle spielt. Trotz verbesserter Behandlungsmethoden in der Neugeborenenmedizin (Neonatologie) ist die Häufigkeit in den letzten zehn Jahren nicht gesunken. Es wurden verschiedene Risikofaktoren beschrieben, von denen aber jedem einzelnen keine entscheidende Bedeutung zukommt.

      
    Die Kinder fallen mit allgemeinen Krankheitszeichen, wie bei einer Lethargie auf. Auch kann die Hautfarbe wegen der eingeschränkten Durchblutung in der Haut  „schmutzig-grau“ sein. Hinzu kommen Atem- und Kreislaufstörungen. Insgesamt ähneln diese Symptome denen einer Blutvergiftung („Sepsis“). Die Bauchdecke der kleinen Patienten ist gebläht und durckschmerzhaft, die Muskeln der Bauchdecke deswegen angespannt. Auch können die Darmschlingen, die sehr träge werden, darunter sichtbar werden. In Folge dieser Prozesse wird die Nahrung wird nicht mehr vertragen. Der Stuhlgang kann sich in seiner Konsistenz ändern, evt. können auch Blutbeimengungen auftreten.

      
    Um die NEC zu diagnostizieren kommen neben der wiederholten körperlichen Untersuchung mehrfache Blutuntersuchungen und Röntgenuntersuchungen. Hier zeigen sich erhöhte Infektparameter im Blut. Auf dem Röntgenbild des Bauches kann man die erweiterten Darmschlingen und verdickten Darmwände sehen. Typisch für die NEC sind Gasbläschen in der Darmwand (Pneumatosis intestinalis) oder Luft in der Pfortader. Falls die Darmentzündung die Darmwand durchbrochen hat, sieht man auf dem Röntgenbild „freie Luft“ in der Bauchhöhle.

      
    Wenn der klinische Verdacht einer NEC besteht, wird versucht, die Darmentzündung mit konservativen Maßnahmen wie Nahrungskarenz, Antibiotika und Stabilisierung von Atmung und Kreislauf „in den Griff“ zu bekommen. Gelingt dies nicht oder hat die Darmentzündung die Darmwand bereits durchbrochen, müssen die Kind er meist operiert werden.

        

      

      

      

      

      

      

      

    Abb. 1    Schemazeichnung einer NEC. Sowohl der Dünn- als auch der Dickdarm kann an mehreren Stellen entzündet sein (Modifiziert nach „Operative Pediatric Surgery“, 6th edition, L.Spitz & A.G. Coran, 2006).

         

        

  • Unser Behandlungskonzept:

        

    Alle Kinder, bei denen der Verdacht einer NEC besteht, werden auf unserer kinderchirurgisch/neonatologischen Intensivstation (Station 69) in ganz enger Kooperation mit unseren Neonatologen betreut. Diese interdisziplinäre Betreuung und Beurteilung der kleinen Patienten ist für die optimale Therapie und für die Einschätzung, ob und wann ein Kind operiert werden muss, von entscheidender Bedeutung.

      

       
     Diagnostik

      
    Auf der Intensivstation wird Ihr Kind wiederholt körperlich untersucht und weitere Untersuchungen (Blutuntersuchung, Abstriche auf Bakterien, Röntgenuntersuchungen) durchgeführt. Es wird versucht, durch Kreislauf unterstützende Medikamente und Antibiotika die NEC „in den Griff“ zu bekommen. Dennoch kommt es oft vor, dass die Darmentzündung so schwer ist, dass eine generelle Bauchfellentzündung entsteht (Peritonitis) oder die Darmwand durchbricht. Dann müssen wir Ihr Kind operieren.

      

       
     Therapie

      
    Die Operation kann entweder im Operationssaal der Kinderklinik oder auch auf der Intensivstation selber durchgeführt werden. Sie sollte eher frühzeitig erfolgen, damit möglichst wenig betroffene Darmanteile entfernt werden müssen. Wir setzen einen quer über den Oberbauch verlaufenden Schnitt von einigen Zentimetern. Dann wird der gesamte Darm sorgfältig auf Entzündungszeichen untersucht. Darmanteile, die von der Entzündung stark betroffen sind, müssen entfernt werden. Wegen der Entzündung und der Verletzlichkeit des Darms können die beiden Darmenden, die an den entfernten Darmanteil benachbart sind, anschließend nicht wieder direkt zusammengenäht werden (Anastomose). In den meisten Fällen muss daher vorübergehend ein künstlicher Darmausgang (Enterostoma) angelegt werden, damit die Darmentzündung ausheilen kann. Der künstliche Darmausgang kann dann 4-8 Wochen später wieder im Rahmen einer zweiten Operation zurückverlagert werden. Diese zweite Operation ist für Ihr Kind nicht mehr gefährlich und wir ganz geplant (und nicht mehr notfallmäßig) durchgeführt.

      
    Alle Nähte bestehen aus resorbierbarem Material. Die Fäden müssen später nicht mehr gezogen werden. Die Narbenbildung ist von der individuellen Veranlagung abhängig. Da der Schnitt die sogenannten Spaltlinien der Haut berücksichtigt, sind die Narben später oft weniger sichtbar, als erwartet. 

       

      

      

      

      

      

      

       

      

         

     

    Abb. 3    In den meisten Fällen muss daher vorübergehend ein künstlicher Darmausgang (Enterostoma) angelegt werden, damit die Darmentzündung ausheilen kann. Der künstliche Darmausgang kann dann 4-8 Wochen später wieder im Rahmen einer zweiten Operation zurückverlagert werden. (Modifiziert nach „Operative Pediatric Surgery“, 6th edition, L.Spitz & A.G. Coran, 2006).   

         

       

  • Prognose und Nachsorge:

        

    Die NEC ist eine lebensbedrohliche Erkrankung. Trotz moderner neonatologischer und chirurgischer Therapieverfahren sterben immer noch 15-30% der Frühgeborenen mit NEC. Die Nachsorge richtet sich nach dem Alter Ihres Kindes und danach, wie lange Ihr Kind auf der neonatologischen Intensivstation verbleiben muss, bis es wieder selber Nahrung zu sich nehmen kann und an Gewicht zunimmt.

       

  • Sie möchten ein Kind mit einer NEC oder dem Verdacht einer NEC bei uns vorstellen:

     

     Der Ablauf:

        

    Patienten mit einem akuten Krankheitsbild oder einem medizinischen Notfall können jederzeit in unserer 24h geöffneten Kinderchirurgischen Notaufnahme vorgestellt werden.
       

         

    Kontakt:         0511 / 532 9043     (8:30 bis 16:00 Uhr)

        

          0511 / 532 3220    (übrige Zeit) 

     

       

             

       

           Zusätzlich erreichen Sie den „Service-Point Kinderchirurgie“

         

       

    von Montag bis Donnerstag             von 8:00 bis 16:00 Uhr

      

          Freitags                                        von 8:00 bis 14:00 Uhr

      

       
    telefonisch:     0176 / 1 532 6784