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Kielbrust

 

 

  • Erkrankung:

     

     Kielbrust (Pectus carinatum)

          

    Sowohl Trichter-, als auch Kielbrust entstehen durch ein überschießendes Wachstum der Knorpelverbindungen zwischen Rippen und Brustbein (Sternum). Wird dabei das Brustbein nach innen verschoben, entsteht eine Trichterbrust. Verhält es sich aber umgekehrt, weil das das Brustbein nach vorne drängt, dann entsteht der äußerliche Eindruck, der unter dem Begriff Kiel- oder Hühnerbrust bekannt ist. Vollzieht sich dieser Prozess auf beiden Seiten des Brustbeins gleichmäßig, so sind die jeweiligen Veränderungen symmetrisch ausgebildet. Wächst allerdings eine Seite stärker als die andere, dann dreht sich (rotiert) das Brustbein. Das Ergebnis ist dann eine asymmetrische Verformung (Deformität) oder in Extremfällen sogar eine Mischform aus Trichter- und Kielbrust. Wie bei der Trichterbrust wird die Funktion von Herz und Lunge durch diese Deformitäten des knöchernen Brustkorbs (Thorax) nicht beeinträchtigt.

       
    Die Notwendigkeit für eine Operation richtet nach der Ausprägung des Befundes und nach dem Leidensdruck des Patienten. Eine medizinische Indikation zu einer Operation ist in jedem Fall gegeben, wenn das Brustbein so weit vorsteht, dass Druck- und Scheuerstellen an der Haut auftreten. Eine Kielbrust, die so stark ausgeprägt ist, dass sie ohne und manchmal sogar mit Oberbekleidung offensichtlich ist, sollten ebenfalls behandelt werden, da die Betroffenen durch diese Deformitäten eheblich stigmatisiert werden können.

       

       

    Offene Operationen (nach Ravitch, Rehbein, Robicsek u. a.)

       
    Bei allen offenen Verfahren wird die Brustkorbwand freigelegt, die Knorpelverbindungen zwischen dem Brustbein und den Rippen entfernt und das Brustbein anschließend auf das Niveau der vorderen Brustwand abgesenkt. Das Ergebnis dieser Manöver wird anschließend durch Implantate aus Metall oder anderen Werkstoffen stabilisiert. Die meisten Implantate müssen früher oder später wieder entfernt werden. Die offenen Operationsverfahren können prinzipiell in jedem Alter durchgeführt werden, sollten allerdings frühestens am Ende des pubertären Wachstumsschubs erfolgen.

      

       

    Minimalinvasive Korrekturen

       
    Nachdem sich die minimalinvasive Korrektur der Trichterbrust nach Donald Nuss weltweit etabliert hat, haben zahlreiche Chirugen dieses Verfahren auch auf die Korrektur der Kielbbrust angewandt. Allerdings positionieren sie den Metallbügel nicht in, sondern außen auf dem Brustkorb. In dieser Position besteht das Risiko, dass der Metallbügel durch die Rückstellkräfte des eingedrückten Brustbeins wieder gelockert wird. Um diesem Problem zu begegnen, wurden verschiedene Techniken entwickelt. Allerdings sind diese Verfahren und Ergebnisse so uneinheitlich, dass sich bisher keines dieser Methoden dauerhaft etablieren konnte.

        

       
    Konservative Behandlung (ohne Operation)

       
    Das Prinzip der videoassistierten Korrektur der Trichterbrust beruht auf dem simplen Prinzip, dass der mehr oder weniger flexible Brustkorb von „innen ausgebeult“ wird. Dieses Manöver erfordert selbstverständlich einen chirurgischen Eingriff. Überträgt man nun diese Überlegung auf die sogenannte Kielbrust, so müsste sich das nach vorne gedrängte Brustbeins eigentlich auch von Außen zurückdrängen lassen. Wenn diese Überlegung zutrifft, so stellt sich die Frage, ob dazu ein chirurgischer Eingriff notwendig ist.

       
    In den vergangenen Jahren haben mehrere Chirurgen einen nicht-operativen Weg beschritten und erste Ergebnisse veröffentlicht. Das Vorgehen unterscheidet sich vom Prinzip der sogenannten Nuss-Technik dadurch, dass das Behandlungsergebnis nicht sofort, sondern erst nach einiger Zeit erreicht wird. Denn bei der konservativen Therapie der Kielbrust wird das Brustbein nicht „mit Gewalt reponiert“, sondern, vergleichbar mit einer kieferorthopädischer Zahnkorrektur, kontinuierlich zurückgedrängt. Dazu fertigt eine orthopädische Fachwerkstatt eine Art Korsett an, dass jeden Tag über mehrere Stunden getragen werden muss. Im Gegensatz zur offenen Chirurgie sollte die konservative Behandlung möglichst früh begonnen werden, da der jugendliche Brustkorb noch sehr formbar ist und das Behandlungsergebnis im Idealfall nahezu perfekt ausfallen kann. Allerdings gilt auch hier, dass nicht jeder Patient für diese schonende Form der Behandlung geeignet ist und dass komplexe Formen der Deformität nicht ohne operativen Eingriff korrigiert werden können.

         

  • Unser Behandlungkonzept:

           

    Die erste Kontaktaufnahme erfolgt immer durch ein ambulantes Informationsgespräch (Kontaktdaten siehe unten). Dabei werden die Möglichkeiten der Behandlung dargestellt und alle Fragen ausführlich diskutiert. Es ist uns wichtig, die Erwartungen des Patienten/ der Patientin mit dem zu erwartenden Resultat abzugleichen. Unrealistische Erwartungen wären für die Zufriedenheit der von uns behandelten Jungendlichen hinderlich. 
       
          

     Diagnostik:

               
    Bitte bringen Sie zum ersten ambulanten Informationsgespräch alle bereits vorliegenden Untersuchungsergebnisse mit. Vor jeder therapeutischen Maßnahme benötigen wir eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs „Röntgenthorax-Aufnahme in 2 Ebenen“, eine „Lungen-Funktionsuntersuchung“ und eine ausführliche Herzuntersuchung (Echokardiographie). All diese Untersuchungen können bereits vorher in Wohnortnähe erfolgen. Nach der ersten ambulanten Vorstellung erhält der zuweisende Arzt einen Brief, in dem auch auf die bereits genannten Untersuchungen eingegangen wird.

       

            
     Therapie:

          
    Sollte eine offene Korrektur anstehen, so erfolgt der Eingriff einen Tag nach der stationären Aufnahme. Umfang, Dauer und weitere Details der Korrekturoperation richten sich immer nach den individuellen Befunden und werden in einem Informationsgespräch ausführlich erörtert.
       

    Um dem Patienten eine möglichst ungestörte postoperative Phase zu ermöglichen, bieten wir eine Patienten-gesteuerter Schmerzbehandlung („PCA“) an. Alle Patienten werden angehalten, sich schon sehr bald nach der Operation aufzustehen und möglichst „normal“ zu bewegen („Frühmobilisation“) und erhalten ein intensives Atemtraining. Mit diesen Maßnahmen beträgt die durchschnittliche Verweildauer im Krankenhaus für die meisten Patienten ca. eine Woche.

       

           

     Nachbehandlung:

          
    Die Nachbehandlung des Patienten richtet sich nach den individuellen Gegebenheit und kann heimatnah erfolgen. Bei unerwarteten Besonderheiten, Problemen oder Fragen sind wir aber rund um die Uhr erreichbar und begutachten den Patienten selbstverständlich jederzeit persönlich.

       
    Die Entfernung von Implantaten wird mit jedem Patienten individuell vereinbart. Dazu ist ein erneuter stationärer Aufenthalt notwendig, der ebenfalls unter der genannten Telefonnummer vereinbart werden kann.

          

  • Sie möchten ein Kind mit einer Kielbrust bei uns vorstellen:

     

     Der Ablauf:

       
    Alle Patienten, bei denen ein operativer Eingriff vorgesehen ist, stellen sich in unserer Ambulanz vor.

       

    Ein Termin für eine beratende Vorbesprechung kann unter folgender Telefonnummer vereinbart werden:

       

     

       

    Anmeldung:    0511 / 532 9043

          

    Anfragen:        kinderchirurgiemh-hannover.de

                

        

             

       

           Zusätzlich erreichen Sie den „Service-Point Kinderchirurgie“

         

       

    von Montag bis Donnerstag             von 8:00 bis 16:00 Uhr

      

          Freitags                                        von 8:00 bis 14:00 Uhr

      

       
    telefonisch:     0176 / 1 532 6784