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Adenoviren Konsiliarlabor und Diagnostik

 

Die folgenden Diagnostikmethoden stehen zur Verfügung:

 

 

Adenovirusnachweis und Typisierung

  • Quantitative PCR (Generischer Genomnachweis, „Viruslast“)
  • Virusanzucht – Isolierung auf A549 oder Graham 293 Zellkulturen
  • molekulare Typisierung (durch Sequenzierung)
  • Typisierung durch komplett genomische Sequenzierung (next generation sequencing)*
  • Typisierung durch Neutralisation *

* bitte telefonische Rücksprache vor Einsendung

 

 

Serologische Methoden

(Anmerkung: Diesen Verfahren zum Antikörpernachweis kommt nur eine geringe diagnostische Bedeutung zu, in der Regel sollte der Adenovirusnachweis angestrebt werden)

  • IgM ELISA
  • IgG ELISA
  • Typspezifische Antikörpertiterbestimmung im Neutralisationstest (nur in Sonderfällen, nach telefonischer Rücksprache)

 

Informationen zu den Methoden

 

Quantitative PCR (Generischer Genomnachweis, „Viruslast“)

Durch quantitative PCR kann DNA aller Adenovirus Typen nicht nur nachgewiesen, sondern auch die Viruslast in Körperflüssigkeiten (meist Blut) bestimmt werden. Dies ist sehr hilfreich für die zuverlässige Diagnose einer disseminierten Adenovirus-Infektion bei Immunsupprimierten. Das gleiche Testverfahren wird auch verwendet, um z. B. Augenabstriche zu untersuchen.

 

Benötigte Materialien:

 

EDTA Blut bzw. Plasma (alternativ: Serum), Urin, Liquor cerebrospinalis für eine quantitative Auswertung, Angabe in Kopien (Genomäquivalente)/ml; auch (nicht eingebettete) Biopsien können quantitativ untersucht werden, alternativ kann aus Biopsien extrahierte DNA eingesendet werden. Angabe in Kopien (Genomäquivalente)/Zelle

Aus Augenabstrichen, Nasen- Rachen- und andere ähnliche Abstrichen, Rachenspülwasser, bronchoalveoläre Lavagen, Trachealsekret, Stuhl ist keine genaue Quantifizierung möglich, da die Materialien inhomogen sind bzw. die Werte stark von der Art der Probengewinnung abhängen. Neben einer qualitativen Beurteilung (positiv bzw. negativ), erhalten sie aber auch eine quantitative Angabe in Kopien (Genomäquivalente) bezogen auf einen virtuellen ml Probenvolumen. Dadurch kann bei der Befundung Hinweise gegeben werden, ob der Adenovirusnachweis als ätiologisch anzusehen ist oder eher einer koinzidentiellen Adenoviruspersistenz zuzuordnen ist.

 

Virusanzucht – (Virusisolation)

Die Virusisolierung (Anzucht) auf Zellkulturen ist die Referenzmethode für den Nachweis von Adenovirusinfektionen. Sie ist jedoch zeitaufwendig und deshalb ist heute meist die PCR zu bevorzugen. Wir halten auch spezielle Zelllinien für die Anzucht von enteralen Adenoviren vorrätig.

 

Benötigte Materialien:

Augenabstriche, Nasen- Rachen- und andere ähnliche Abstriche, Rachenspülwasser, bronchoalveoläre Lavage, Trachealsekret, Stuhl, EDTA-Blut, Plasma, Urin. Empfehlung: Probennahme am erkrankten Organ bzw. entsprechend der Symptomatik.

 

molekulare Typisierung (durch Sequenzierung)

Primär wird eine konservierte Region des Hexongens sequenziert. um eine Spezieszuordnung vorzunehmen. Dies genügt auch schon bei den wenigen Typen der Spezies A, E, F und G zur Typisierung. Bei der großen Typenvielfalt der Spezies B, C und D wird eine zweite Sequenzierung durchgeführt. Diese erfasst einen Teil der Neutralisationsdeterminante epsilon den, "Loop 2" und ermöglicht eine präzise Typisierung, die den klassischen Neutralisationsergebnissen gleichkommt.

 

Benötigte Materialien:

Virusisolate (Zellkulturüberstände oder Lysate), aber auch primäre Patientenmaterialien, sofern sie hohe Viruskonzentrationen erreichen, z. B. Augenabstriche, Nasen-, Rachen-, und andere ähnliche Abstriche, Rachenspülwasser, bronchoalveoläre Lavage, Trachealsekret, Stuhl, EDTA-Blut, Plasma, Urin.

 

IgG und IgM ELISA für Adenoviren

IgM Positivität kann bei einer frischen Adenovirusinfektion (d.h. wenige Wochen bis Monate zurückliegend) erwartet werden. Sensitivität und Spezfität des Testes sind jedoch begrenzt. Der Cutoff bei dem IgG ELISA ist relativ hoch eingestellt, so dass auch bevorzugt Patienten mit eher kurzer Zeit zurückliegenden Infektionen positiv werden, allerdings ist die Interpretation der Ergebnisse schwierig. Wir empfehlen deshalb zur Diagnostik den direkten Virusnachweis durch PCR und/oder Virusisolation (siehe oben).

 

Benötigtes Material:          Serum oder Vollblut

 

Typspezifische Antikörpertiterbestimmung

Durch Neutralisationsteste kann man den Serostatus von Patienten gegenüber einem bestimmten Adenovirustypen bestimmen. Das Verfahren ist besonderen Fragestellungen vorbehalten und wird nur nach Rücksprache durchgeführt

 

Benötigtes Material:          Serum oder Vollblut

bevorzugt: Probenpaar, eine Probe entnommen vor oder unmittelbar nach Beginn der Symptomatik und eine weitere Probe mindestens eine Woche später