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Myeloproliferative Neoplasien/Chronische myeloproliferative Erkrankungen (MPN)

 

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Myeloproliferative Neoplasien / chronisch myeloproliferative Erkrankungen (MPN/CMPE)

„Etwa 100% aller Patienten mit einer CMPE mit Übergang in ein MDS oder eine AML zeigen zytogenetische Veränderungen. Der Nachweis bestimmter genetischer Veränderungen trägt wesentlich zur Diagnosestellung, Therapieentscheidung und Risikostratefizierung bei.“
(PD Dr. med. Gudrun Göhring, Ltd. Oberärztin)
 
 

Hintergrund
 

Die chronisch myeloproliferativen Erkrankungen (CMPE) stellen eine heterogene Erkrankung der hämatopoietischen Stammzellen dar, welche häufig zufällig im Rahmen einer Routineuntersuchung diagnostiziert wird.
Myeloproliferative Neoplasien (MPN) werden unterteilt in

  • BCR/ABL positive chronisch myeloische Leukämie (CML)
  • chronisch neutrophile Leukämie
  • Polycythämia vera (PV)
  • primäre Myelofibrose (PMF)
  • essentielle Thrombozythämie (ET)
  • chronisch eosinophile Leukämie
  • Mastozytose
     

Praktisch alle Patienten mit einer CMPE mit Übergang in ein MDS oder eine AML zeigen zytogenetische Veränderungen.
Im Rahmen der CML sind neben der BCR/ABL Fusion bzw. Philadelphia-Translokation t(9;22)(q34;q11) auch die Trisomie 8 und 9, die Deletion in 20q, in 13q oder in 9p charakteristische zytogenetische Aberrationen.
 
Im Rahmen der PV, aber auch der PMF oder ET wird häufig eine JAK2 Mutation identifiziert.
 
 

Zur Gruppe der chronisch myeloproliferativen Erkrankungen (CMPE) zählen auch

  • die myeloische/lymphoide Neoplasie mit Eosinophilie
  • Veränderungen von PDGFRA, PDGFRB und FGFR1. 

Diese Veränderungen, welche in einer Aktivierung einer Tyrosinkinase resultieren, können wir sowohl zytogenetisch als auch molekulargenetisch identifizieren. Der Nachweis einer solchen Aktivierung ist sowohl prognostisch als auch therapeutisch relevant, da diese Erkrankungen auf neue Tyrosinkinase-Inhibitoren ansprechen.
 

Weiterhin fällt in diese Kategorie die WHO-Gruppe der myelodysplastischen/ myeloproliferativen Neoplasien. Hierzu zählen

  • die chronisch myelomonozytäre Leukämie (CMML),
  • die atypische BCR/ABL-negative CML
  • die juvenile myelomonozytäre Leukämie (JMML).
     

Typische genetische Veränderungen der CMML sind Punktmutationen der RAS-Gene (40%) sowie die Chromosomenaberrationen +8, -7/del(7q) und Strukturveränderungen des TEL-Locus in 12p13.
Etwa 25% aller Patienten mit JMML zeigen eine Monosomie 7, wobei etwa 65% einen normalen Karyotyp zeigen. Auslösend sind Genmutationen in Genen ds RAS-Signalwegs, zum Beispiel RAS,  NF1, PTPN11 oder CBL.
 
 

Untersuchungen

Nachweis von Fusionsgenen / Rearrangements

  • t(9;22)(q34;q11) / BCR-ABL
  • Deletion 4q / FIP1L1-PDGFRalpha
  • t(V;5)(V;q35) / PDGFRbeta-Rearrangement
  • t(V;8)(V;) / FGFR1-Rearrangement
     

Nachweis von weiteren Aberrationen

  • Deletion von 9p21 / Trisomie 9 (JAK2)
  • Deletion von 20q
  • Trisomie 8
  • Zugewinn 1q
  • Weitere Aberrationen (Anomalien)
     

Mutationsanalysen

  • JAK2 V617F
  • AK2 Exon 12
  • ABL-TKD
  • C-KIT