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Kopfhautkühlung zum Haarerhalt trotz Chemotherapie

  • Ergänzendes Behandlungsverfahren bei Brustkrebs: Haare bleiben trotz Chemotherapie


    MHH-Frauenklinik erzielt gute Erfolge mit Kopfhautkühlung / Sensorgesteuerte Silikonhaube schützt die Haarwurzeln.


    Nähere Informationen erhalten Sie bei:

    ° Frau Prof. T.W. Park-Simon
       Tel.: 0511/532-9545, park-simon.tjoung-wonmh-hannover.de
    ° Brigitte Rode   
       Tel.: 0511/532-6038, rode.brigittemh-hannover.de

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    • Wer kann eine Kopfhautkühlung während der Chemotherapie machen?

       

      Wie  erfolgversprechend eine haarerhaltende Begleitbehandlung mit der Kopfhautkühlung ist, hängt u.a. vom jeweils anzuwendenden Zytostatika-Schema ab.
      Patientinnen mit Brustkrebs oder gynäkologischer Krebserkrankung, die Interesse an der Behandlung mit Kopfhautkühlung während der bevorstehenden Chemotherapie haben, stellen sich bitte in unserer onkologischen Sprechstunde vor.  Hier wird näheres ausführlich mit Ihnen besprochen.

      Bitte bringen Sie dabei auch Ihre Befundunterlagen und eine Überweisung Ihres Haus- oder Frauenarztes mit.

       

    • Wie wirkt die Kopfhautkühlung?

      Haarwurzeln bleiben verschont

        Die Kühlung führt zu einer lokalen Blutgefäßverengung (Vasokonstriktion) und verringert dadurch die Menge an Medikamenten, die zu den Haarwurzeln gelangt.

        Der Transport und die Aufnahme des Medikaments kann durch die niedrigen Temperaturen lokal vermindert und damit die Medikamentenkonzentration verringert werden.

        Die Kopfhautkühlung kann die Verstoffwechselung des Medikaments und somit auch seine Aktivität an den Haarwurzeln reduzieren.

      Somit besteht durch die Kopfhautkühlung die Möglichkeit, die Haarwurzeln vor den toxischen Effekten der Therapeutika zu schützen, womit nach den bisherigen Erfahrungen in unserer Gynäkologischen Onkologie bei vielen Patientinnen der vollständige Haarverlust und damit das Tragen einer Perücke erspart werden kann.

       

       

    • Wie läuft der Kühlvorgang ab?

      Das Verfahren beruht auf einer sensorgesteuerten Kühlung der Kopfhaut während der intravenösen Verabreichung der Chemotherapie. Mittels einer enganliegender Silikonkappe, durch die eine Kühlflüssigkeit innerhalb feiner Kanäle zirkuliert erfolgt die Kühlung der Kopfhaut. Die Kopfhauttemperatur wird dabei über den gesamten Behandlungszeitraum über Sensoren gemessen und elektronisch überwacht.

      °  Die Haare müssen zuvor zur Kälteleitung befeuchtet werden.
      °  Stetige Überwachung des korrekten Sitzes der Kühlhaube und der gewählten Kühltemperatur durch unser Personal erforderlich.

      Vor Beginn der Zytostatikainfusion erfolgt eine langsame Absenkung der Kopfhauttemperatur über etwa 30 Minuten auf 4 - 6° Celsius. Nach Beendigung der Infusion muss die Kühlphase für weitere 60 - 120 Minuten aufrechterhalten bleiben. Die Dauer richtet sich nach der Art der Chemotherapiezusammensetzung.

    • Vor- und Nachteile der Behandlung


        Vorteile:
           - Die Kopfhaarwurzeln bleiben verschont
           - Die Kopfbehaarung bleibt in den meisten Fällen erhalten


        Nachteile:
           - Bei Anwendung der Kopfhautkühlung (Temp. 5°)verlängert sich
              die Behandlungszeit am Therapietag
           - Die Kopfhautkühlung muss über den gesamten Therapiezeitraum
              angewendet werden
           - Es können nur 2 Patientinnen pro Tag behandelt werden 
           - Haar/Kopfhaut darf 24 Std. nach der Kühlung nicht gefönt oder durch
              Bürsten, Massieren angeregt werden. 
          
          Bei Nicht-Beachten dieser Regeln ist das Behalten der Haare nicht gewährleistet.

    • Kosten


      Die Kopfhautkühlung ist keine Kassensleistung, sondern eine Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL), die von den Nutzerinnen selbst getragen werden muss.

      Wir danken der Stiftung Roparun und der Rudolf-Bartling-Stiftung für ihre Spenden. Dadurch können derzeit die Kosten für die Behandlung reduziert angeboten werden.

    • Literatur

      Kritiker befürchten das vermehrte Auftreten von Kopfhautmetastasen bei erfolgter Kopfhautkühlung. Diese Befürchtungen konnten in den vergangenen Jahren durch internationale Studien widerlegt werden:

        Eine ganz aktuelle Übersichtsarbeit mit 1370 Patientinnen zeigt diesbzgl. keine Nachteile durch die Kopfhautkühlung (Breast Cancer Res Treat. 2015 Jan;149(1):263-8).


        Lemieux J, Provencher L, Laflamme C. Survey about the use of scalp cooling to prevent alopecia during breast cancer chemotherapy treatment in Canada. Can Oncol Nurs J. 2014;24(2):102-108. 

        Lemieux J 2011 - breast canc res treat 128pp563 - breast cancer scalp metastatsis as first metastatic site after scalp-cooling.pdf

        Kato M. Scalp-cooling by DIGNICAP system for the prevention of chemotherapy-induced hair loss in breast cancer patients. J Clin Oncology 28.15_suppl. 2010 

        Schaffrin-Nabe D et al., Senologie – Zeitschrift für Mammadiagnostik und –therapie 2013; 10 – A127, DOI 10.1055/s-0033-1347662 

        Van den Hurk C et al. Impact of alopecia and scalp cooling on the well-being of breast cancer patients. Psycho Oncology 2009; 001: 10.1 002/pon.161 S 

        Lemieux J, Amireault C, Provencher L, Maunsell E. Incidence of scalp metastases in breast cancer: A retrospective cohort study in women who were offered scalp cooling. Breast Cancer Res Treat. 2009;118(3):547-552. 

        Ridderheim M, Bjurberg M, Gustavsson A. Scalp hypothermia to prevent chemotherapy induced alopecia is effective and safe: a pilot study of new digitized scalp-cooling system used in 74 patients. Support Care Cancer 2003; 11:371-7.


  • Sprechstunde
    Gynäkologische Onkologie

    Terminvereinbarung:
      Tel.: 0511/532-9545


    Pressestimmen


      [Presseinformation MHH]
      Kühlkappen gegen 
         Chemofolgen [HAZ-Artikel ]
      Kühler Kopf hilft [NP-Artikel]
      SAT1  TV-Beitrag [öffnen]
     








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     Letzte Änderung: Webmaster 13.01.2017