SitemapImpressumDatenschutzerklärungdeutschenglish
MHH Logo

AG Behrens

 

 

Aktuelles + Veranstaltungen finden Sie hier

 

David L. Vaux: Ten Rules of Thumb ......

David L. Vaux: Error bars in experimental biology

 

Womit beschäftigen wir uns?   
 

Untersuchungen zu Effekten hochaktiver antiretroviraler Therapie bei HIV-Infektion

 

Die Kombinationstherapien gegen die HIV-Infektion haben zu einem deutlichen Rückgang der Mortalität und Morbidität von HIV-Patienten geführt. Dennoch stehen vor allem im Langzeitmanagement der HIV-Therapie Nebenwirkungen von HIV-Medikamenten noch immer im Vordergrund. Diese Nebenwirkungen können sich an verschiedenen Organen (Fettgewebe, Leber, Knochen, Herz) manifestieren und zu klinischen Erkrankungen führen.

 

Wir haben in sehr vielfältigen stoffwechselphysiologischen Untersuchungen verschiedene metabolische Nebenwirkungen der HIV-Medikamente aufgedeckt. Hierbei ging es vor allem um Mechanismen der Insulinresistenz und der intrazellulären Energiegewinnung durch Mitochondrien.

In diesem Zusammenhang beschäftigen wir uns derzeit mit Effekten von HIV-Medikamenten auf den Umsatz von Mitochondrien und die Zelldifferenzierung. Für diese Versuche kommen sowohl in vitro  als auch in vivo Systeme zum Einsatz.

Darüber hinaus untersuchen wir die Nebenwirkungen von HIV-Medikamenten in verschiedenen klinischen Studien in Zusammenarbeit mit anderen Zentren, Antigenpräsentation und Immunität im Rahmen von Autoimmunerkrankungen und viralen Infektionen.

 

Die spezifische Immunantwort gegen Selbst-Antigene oder virale Proteine erfolgt, nachdem dendritische Zellen diese Antigene auf ihren Oberflächenmolekülen präsentiert haben, um T-Lymphozyten zu akivieren.

Unsere Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit den Mechanismen der intrazellulären Antigenverarbeitung dendritischer Zellen und der Aktivierung von T-Zellen. In verschiedenen experimentellen Systemen konnten wir die dendritischen Zellen charakterisieren, die spezifisch zu Präsentation exogener Antigene via MHC-I-Moleküle (sog. Cross-Presentation) in der Lage sind.

Wir interessieren uns auch dafür, wie die Funktion dendritischer Zellen im Zusammenhang von Infektionen oder Entzündungsreaktionen reguliert wird. Solche Entzündungsreaktion untersuchen wir im Rahmen viraler Infekte und auch allergischer Reaktionen in der Lunge.

Aktuell befassen wir uns mit der Rolle von Autophagie für die Antigenpräsentation. Autophagie ist ein Mechanismus, über den Zellen intrazelluläre Proteine recyceln und degradieren. Er ist für die Aufrechterhaltung der Energie (Homeostase) und für die Beseitigung von intrazellulären Organellen verantwortlich. Wir untersuchen, welche Rolle Autophagie für die Antigenpräsentation und Entwicklung von Autoimmunerkrankungen hat, welche Funktion sie im Rahmen von Virusinfektionen hat und wie man Autophagie als einen therapeutischen Ansatz in der Zellfunktion nutzbar machen kann.

 

Untersuchungen zu Nebenwirkungen hochaktiver antiretroviraler Therapie:

Pathogenese und Diagnostik des Lipodystrophie-Syndroms bei HIV-Patienten

 

Wir beschäftigen uns in mehreren Projekten mit der Entstehung der metabolischen Nebenwirkungen der HIV-Therapie. Es ist uns gelungen, viele pathogenetische Zusammenhänge der HIV-Therapie und des sog. Lipodystrophie-Syndroms aufzuzeigen. Das Lipodystrophie-Syndrom ist durch peripheren Fettverlust, Insulinresistenz und Erhöhung der Blutfette gekennzeichnet. Es kann nach langer Behandlung bei HIV-Patienten auftreten und gilt als ein großes Problem der HIV-Therapie.

 

Wir haben mit umfangreichen stoffwechselphysiologischen Untersuchungen viele dieser unerwünschten Komplikationen der effektiven HIV-Behandlung im Detail charakterisiert. Derzeit beschäftigen wir uns in klinischen und experimentellen Studien damit, wie das Immunsystem, das Nervensystem und der Glukose- und Fettstoffwechsel interagieren und evtl. wechselseitige Beeinflussungen zu Fettumverteilung bei den Patienten führen. Unsere Arbeiten sollen dazu beitragen, bessere HIV-Therapien mit weniger Nebenwirkungen für die Patienten zu entwickeln.

 

 

Antigenpräsentation und Immunität durch 'cross-presentation'

 

Die spezifische Immunantwort zytotoxischer Lymphozyten (CTL) nach Antigenpräsentation durch dendritische Zellen ist in der Entstehung von Autoimmunerkrankungen und bei der Abwehr von Infektionen wichtig. Wir konnten in verschiedenen experimentellen Systemen die dendritischen Zellen der Maus charakterisierne, die spezifisch zur Präsentation exogener löslicher und zellulärer Antigene via MHC-Klasse I-Moleküle (cross-presentation) in der Lage sind. Außerdem ist es gelungen, neue Mechanismen von CD4+-Helferzellen zu beschreiben, die bei der Aktivierung, Proliferation und Ausreifung von Effektor-CTL via cross-presentation involviert sein können.

 

Schließlich untersuchen wir den Einfluß des Aktivierungszustands dendritischer Zellen auf die Toleranzentwicklung sowie die Immunantwort gegen Virusinfektionen. Diese Ergebnisse sollen die Impfstrategien zur Generierung einer effektiven CTL-Antwort (z. B. Impfung gegen HIV) verbessern sowie neue Ansätze für die Behandlung von durch CTL verursachte Autoimmunprozesse liefern.

 

Förderung: H. W. & J. Hector-Stiftung, Kompetenznetzwerk HIV/AIDS (BMBF), Fa. Bristol-Myers Squibb (USA), Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

 

 

 

Feb 2016

Redaktion: Melanie Ignacio