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Forschungsschwerpunkte

Das zentrale Forschungsthema der Medizinischen Soziologie ist die Rolle sozialer Faktoren bei Ausbruch und Verlauf von Krankheiten. Der in der Medizinischen Soziologie verankerte „Forschungsverbund Familiengesundheit“ führt Evaluationsstudien zur Effektivität von Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen durch und betreibt Grundlagenforschung zur Mutter- und Kindergesundheit.

 

Im Jahr 2013 begannen Untersuchungen zur Morbiditätskompression. Diese Studien werden mit langzeitlichen Daten zweier gesetzlicher Krankenversicherungen durchgeführt, um Veränderungen über die Zeit möglichst gut abbilden zu können.

 

Im Rahmen des Themenschwerpunktes „soziale Faktoren bei Ausbruch und Verlauf von Krankheiten“ werden seit Ende der 1990er Jahre die Auswirkungen sozialstruktureller Merkmale auf chronische Krankheiten unter Verwendung Krankenkassendaten untersucht. Diese Studien wurden international publiziert und führten zu Kooperationen mit ausländischen Forscherinnen und Forschern.

 

Die Auswirkungen gesundheitlicher Beeinträchtigungen im Kindesalter auf Lebenschancen im Erwachsenenalter zielen auf die umgekehrte Wirkungsrichtung. In Zusammenarbeit mit der Abteilung Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin wurde 2005 eine erste, als Querschnittserhebung angelegte Studie zu dieser Thematik abgeschlossen, die nun durch eine seit 2008 durchgeführte und von der DFG geförderten Verlaufsstudie erweitert wird.

 

Neben sozialstrukturellen Faktoren werden die Auswirkungen chronischer und akuter Belastungen auf Ausbruch und Verlauf von Krankheiten untersucht. Die bisherigen Arbeiten beziehen sich auf die gesundheitlichen Konsequenzen lebensverändernder Ereignisse im Alter sowie auf Zusammenhänge zwischen belastenden Ereignissen und Herzinfarkt bzw. Brustkrebs. Dazu gehört im Wesentlichen auch die Reintegration ins Berufsleben während oder nach Abschluss der Therapien. Im Sommer 2016 startet eine durch die Rentenversicherung Bund über drei Jahre geförderte Studie über die Rückkehr zur Erwerbsarbeit nach Brustkrebs.

 

Im Rahmen des „Forschungsverbundes Familiengesundheit“ werden seit 1996 Evaluationsstudien in mutterspezifischen Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen durchgeführt. Den Schwerpunkt in den ersten Jahren bildeten Evaluationen der Struktur-, Prozess- und insbesondere der Ergebnisqualität der Einrichtungen. Im Jahr 2011 wurde begonnen, mit Krankenversicherungsdaten der AOK Niedersachsen die bisher auf Befragungsdaten basierenden Evaluationen durch Analysen des Inanspruchnahmeverhaltens zu erweitern. Die Ergebnisse werden zur Optimierung der Versorgungsangebote in der Rehabilitation verwendet. Ab 2004 liegt ein zweiter Fokus auf den wissenschaftlichen Analysen zur Frauen- und Kindergesundheit im Rahmen eines familienmedizinischen Ansatzes. Im Forschungsverbund werden über die Evaluation hinaus methodische Entwicklungsarbeiten durchgeführt.

 

Themenbezogen werden Forschungsmethoden entwickelt, sofern die in einem Projekt benötigten Verfahren nicht vorliegen oder noch nicht ausgereift sind. Dies bezieht sich auf kognitive Verfahren zur Testung von Fragebögen, auf die Entwicklung von Instrumenten sowie auf die Weiterentwicklung bereits existierender, aber nicht vollständig einsatzbereiter Verfahren (Bedford College Coping Inventory- COPI) sowie auf die Neuentwicklung  Projekt begleitender Instrumente zur Erfassung des Wissens zu Brustkrebs sowie zu angeborenen Herzfehlern.

 

Im Jahr 2011 wurde begonnen, die Studien zu gesundheitlichen Ungleichheiten bei Erkrankungen auf die Versorgungsforschung auszuweiten. In diesem Kontext entstanden Arbeiten zu sozialen Ungleichheiten in der gesundheitlichen Versorgung, die sich mit der Frage nach der sogenannten Zweiklassenmedizin.

Aktuell werden mit Daten der AOK Niedersachsen Untersuchungen zu Inanspruchnahmemustern von Psychotherapie durchgeführt.

 

Die Medizinische Soziologie ist über forschungsbezogene Kooperationen international vernetzt, insbesondere mit

  • dem Center for Health Equity Studies (CHESS) Stockholm,
  • dem University College of London,
  • der University of Massachusetts in Boston,
  • der Fakultät für Soziologie der Universität Pamplona sowie
  • der Hochschule Oslo,
  • dem Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern
  • der Abteilung Pädiatrische Kardiologie der University of Western Ontario
  • der Medizinischen Fakultät der Universität Catanzaro.