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PaSÖQ - Gesundheitsökonomische Bewertung standardisierter Patientenschulungen in der medizinischen Rehabilitation unter Berücksichtigung der Anforderungen der Qualitätssicherungsprogramme der DRV

Integrative Rehabilitationsforschung   |   Projekte   |   Publikationen

Projektbeschreibung

 

 

Hintergrund und Ziele des Forschungsvorhabens

 

Patientenschulungsprogramme sind nachweislich wirksame Interventionen zur Verbesserung der Kompetenzen und Fähigkeiten von Rehabilitand/inn/en in den Bereichen Compliance, Selbstmanagement und Empowerment. Untersuchungen zur Praxis der Patientenschulung in der medizinischen Rehabilitation deckten jedoch weiteren Entwicklungsbedarf auf, da die Umsetzung bislang nur in unbefriedigendem Umfang erfolgt ist. Grundsätzlich muss von Qualitätsunterschieden in der Umsetzung von Patientenschulungen ausgegangen werden. Erste Kostenanalysen haben zudem gezeigt, dass der Ressourcenverbrauch bei gleichem Schulungsprogramm teilweise deutlich differiert. Untersuchungen, die einen Zusammenhang zwischen dem Ressourcenverbrauch und den Qualitätsanforderungen herstellen, wurden bislang nicht durchgeführt. Vor diesem Hintergrund ist die geplante gesundheitsökonomische Bewertung der Durchführung evaluierter und manualisierter Schulungsprogramme für Rehabilitand/inn/en verschiedener Indikationen zu verstehen.

 

Ziel des Projektes ist die Ableitung von Empfehlungen für eine ökonomisch sinnvolle und qualitätsadjustierte Optimierung von standardisierten Patientenschulungsprogrammen.

 

Ablauf des Forschungsvorhabens

 

Es handelt sich um eine retrospektive, überwiegend quantitative Untersuchung von Patientenschulungen in mehreren Einrichtungen (Multicenterstudie). Die Studie wird an jeweils drei Rehabilitationskliniken aus den Indikationsbereichen Herz-Kreislauferkrankungen, Brustkrebs und chronischer Rückenschmerz, d.h. in insgesamt neun Einrichtungen durchgeführt. Datenbasis sind die Qualitätssicherungsberichte der Deutschen Rentenversicherung Bund sowie zusätzliche leitfadengestützte Interviews mit den Klinikmitarbeiter/inne/n, die an den Schulungen beteiligt sind.

 

Mögliche zu erwartende Ergebnisse:

 

Die zunehmende parallele Durchführung indikationsspezifischer und indikationsübergreifender Schulungsprogramme innerhalb einer Einrichtung stellt eine große Herausforderung an Planung und Organisation dar. Die Ableitung von qualitätsadjustierten Empfehlungen für die strukturellen und organisatorischen Voraussetzungen einer Einrichtung sowie die ressourcenschonende Umsetzung von Patientenschulungen kann hier als Entscheidungsgrundlage dienen. Die Empfehlungen betreffen dabei einerseits die Qualitätsebene und andererseits die Kostenebene. Zur Erfüllung der Qualitätskriterien benötigen die Einrichtungen ggfs. Hinweise auf Verbesserungsmöglichkeiten z.B. durch intensivere Absprachen, durch bessere Schulungsunterlagen, durch eine umfassende Einarbeitung neuer Mitarbeiter/-innen. Auf Kostenebene sind insbesondere organisatorische Aspekte zur berücksichtigen wie z.B. die Größe der Schulungsgruppen (Stichwort: blockweise Einbestellung), Anteile der Vier-Augen-Gespräche / - Beratungen / -Behandlungen, die durch Gruppenangebote ersetzt werden können, Vorbereitung der Schulungsräume (Vermeiden von langen Rüstzeiten). Für die Rentenversicherungsträger ergeben sich möglicherweise Hinweise auf Anpassungen der Qualitätskriterien z.B. durch Flexibilisierung der Qualitätskriterien.

 

Für die geplante Untersuchung stellt sich die spannende Frage, ob sich Qualitätsunterschiede in Ressourcenverbräuchen widerspiegeln. Die differenzierte Erhebung der Qualitätskriterien und der Ressourcenverbräuche für alle indikationsspezifischen und indikationsübergreifenden Patientenschulungsprogramme in den Reha-Einrichtungen erlaubt eine Abschätzung der Kosten für eine an den Mindestanforderungen orientierte Schulungsdurchführung. Es ist zu erwarten, dass die Erfüllung der Mindestanforderungen sowohl mit hohem wie auch niedrigem Ressourcenverbrauch einhergehen kann. Ebenso ist es möglich, dass die Nichterreichung der Mindestanforderungen durch fehlende Ressourcen bedingt ist (und somit geringe Kosten verursacht),  aber auch mit einem hohen Ressourceneinsatz einhergeht. Ziel der Untersuchung ist die Darstellung der Spanne des Ressourcenverbrauchs, die für die Erreichung der Mindestanforderungen der QS erforderlich sind.

 

Ansprechpartnerin am Forschungsinstitut:

Dr. Iris Brandes

Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung an der Medizinischen Hochschule Hannover,

Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover

Tel. 0511/532-9834

E-Mail: Brandes.Irismh-hannover.de