SitemapImpressumDatenschutzerklärungdeutschenglish
MHH Logo
Medizinische Hochschule Hannover | Carl-Neuberg-Str.1 | 30625 Hannover | Tel.:(+49) 0511-532-0

Definition Schwelle

 

 

Es muss zwischen einer Absolutschwelle und einer Unterschiedsschwelle unterschieden werden. Als Absolutschwelle bezeichnet man die minimale Stimulusintensität, bei welcher der Stimulus im Mittel eben wahrnehmbar ist [3]. Der Patient reagiert auf das Anbieten des Stimulus z.B. mit: „Ja, ich habe einen Ton gehört“ oder „Nein, ich höre kein Signal“. Als Unterschiedsschwelle bezeichnet man dagegen den minimalen Intensitätsunterschied, den zwei aufeinander folgende Signale haben müssen, damit eben gerade ein Unterschied der Empfindungsstärke wahrgenommen werden kann. Der Patient reagiert z.B. mit: „Ja ich höre einen Unterschied zwischen beiden Tönen, der erste Ton ist lauter“ oder „nein, beide Signale sind gleich“.

Die Bestimmung der Absolutschwelle ist nur bei den Sinnesempfindungen sinnvoll, bei denen ein „wie viel“ gemessen bzw. dargeboten werden kann. So kann man z.B. ein „Mehr“ oder ein „Weniger“ an Intensität anbieten. Dies korrespondiert, vereinfacht ausgedrückt, zu einem „Mehr“ oder „Weniger“ an neuraler Aktivität. Vergleichbar hierzu ist im visuellen System ein „Mehr“ oder „Weniger“ an Helligkeit. Eine Schwellenbestimmung im visuellen System würde z.B. der Frage nachgehen, wie hell ein Signal sein muss, damit es eben gerade wahrgenommen werden kann.
Diese Art von Sinneseindrücken nennt man prothetische Sinneseindrücke.

Im Gegensatz dazu gibt es Sinneseindrücke, die mehr „qualitativer“ Art sind, wie z.B. die Tonhöhe oder Farben. Diese Sinneseindrücke korrespondieren nicht zu einem „Mehr“ oder „Weniger“ an neuraler Aktivität. Es werden vielmehr, z.B. bei der Tonhöhe, unterschiedliche Sinneszellen (entsprechend der Tonotopie der Kochlea) erregt. Solche Sinneseindrücke nennt man metathetisch.
Die Messung der Absolutschwelle ist bei prothetischen Empfindungen sinnvoll, im Gegensatz dazu ist die Bestimmung der Absolutschwelle einer metathetischen Empfindung wie der Tonhöhenempfindung i.d.R. nicht sinnvoll.. So macht auch die Frage, „wie viel Tonhöhe“ ein Signal haben muss, damit es eben gerade wahrgenommen werden kann, keinen Sinn.
Sowohl bei prothetischen Empfindungen wie bei metathetischen Empfindungen kann aber die Messung der Unterschiedsschwelle, d.h. der Messung, welchen minimalen Unterschied der Patient gerade eben noch erkennt, sinnvoll sein.

Im strengen Sinn wird bei der Messung der Absolutschwelle allerdings auch eine Unterschiedsschwelle gemessen: Das Hörsystem hat wie alle sensorischen Organe ein gewisses „neuronales“ Eigenrauschen. Dieses Eigenrauschen wird normalerweise nicht wahrgenommen, ein (externes) Signal wird erst dann wahrgenommen, wenn es „lauter“ ist als das (interne) Eigenrauschen.

Soll man beurteilen, ob man ein Signal gehört hat oder nicht, wird man auf das „innere Rauschen“ achten. Man wird also eigentlich entscheiden, ob in einem bestimmten Zeitabschnitt, in dem eventuell ein Signal gegeben wurde, die Empfindungsstärke größer war als die Empfindungsstärke für das innere Rauschen allein. Bei der Absolutschwelle sinkt die Empfindungsstärke auf einen sehr niedrigen Wert entsprechend dem „inneren Rauschen“. Jetzt meint man also, nichts mehr gehört zu haben [3].


PFLEGE-STELLENTICKER

Werden Sie Teil des Pflege-Teams der MHH. Mehr Infos in unserem Stellenticker. Wir freuen uns auf ...

[mehr]

Aktuelle Veranstaltungen

19. Hannoverscher Krankenhaushygienetag
27.08.19
10:00 Uhr-16:00 Uhr

11. TWINCORE Symposium
29.08.19
09:00 Uhr-17:00 Uhr