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Interdisziplinäre Beratung und intensivierte Früherkennung für Frauen mit einem erhöhten genetischen Risiko für Brust- und Eierstockkrebs

An wen richtet sich das Versorgungsangebot?

Dieses Versorgungsangebot richtet sich an Familien, bei denen nicht ausgeschlossen werden kann, dass eine erbliche Veranlagung für Brust- und Eierstockkrebs vorliegt. Dies sind insbesondere Frauen, die bereits im jungen Alter an Brustkrebs erkrankt sind oder Familien mit gehäuftem Auftreten von Brust- und/oder Eierstockkrebs.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Etwa eine von zehn Frauen erkrankt irgendwann in ihrem Leben an Brustkrebs. Diese Erkrankung kann zufällig, das heißt sporadisch, auftreten, beruht aber in wenigen Fällen auf einer genetischen Ursache. Man geht heute davon aus, dass etwa 5 bis 10 Prozent aller Brustkrebserkrankungen und etwa 10 Prozent der Eierstockkrebserkrankungen erblich bedingt sind. Dies bedeutet nicht, dass man die Krebserkrankung selbst erbt, sondern lediglich eine Veranlagung, die mit einem im Vergleich zur Normalbevölkerung erhöhten Risiko verbunden ist, an Brust- und/oder Eierstockkrebs zu erkranken.

In Familien mit der erblichen Form von Brust- und Eierstockkrebs wird beobachtet, dass Frauen in mehreren Generationen erkranken, da die Veranlagung von Generation zu Generation weitergegeben wird. Des Weiteren wird ein deutlich jüngeres Erkrankungsalter beobachtet. In der Regel tritt erblicher Brustkrebs durchschnittlich mit Anfang 40 und somit 20 Jahre früher als sporadischer Brustkrebs auf.

Für die Entstehung von erblichen Brust- und/oder Eierstockkrebs sind am häufigsten Veränderungen (Mutationen) in den Genen BRCA1 und BRCA2 verantwortlich. BRCA1- oder BRCA2- Mutationsträgerinnen tragen ein stark erhöhtes Erkrankungsrisiko für Brust- und Eierstockkrebs.

Für bereits erkrankte Mutationsträgerinnen besteht zudem ein erhöhtes Risiko für eine neue, unabhängige Brustkrebserkrankung. In Familien mit der erblichen Form von Brust- oder Eierstockkrebs treten gehäuft auch andere so genannte assoziierte Tumoren auf.



Unser Angebot im Überblick

Für Frauen und Männer mit gehäuftem Auftreten von Brust- und/oder Eierstockkrebs in der Familie besteht das Angebot einer genetischen Beratung und Stammbaumanalyse. Hierbei wird der Stammbaum sowohl mütterlicherseits als auch väterlicherseits über mindestens drei Generationen erhoben. Die Diagnosen sind mit Arztbriefen und pathologischen Befundberichten zu belegen. Anhand wissenschaftlich belegter Kriterien werden Familien mit einem erhöhten Risiko für erblichen Brust- und Eierstockkrebs identifiziert. Diesen Familien wird eine molekulargenetische Analyse der in Frage kommenden Risikogene angeboten.

Wenn in der Familie eine krankheitsverursachende Mutation identifiziert wurde, kann bei weiteren Familienmitgliedern eine Gendiagnostik durchgeführt werden. Dabei wird geprüft, ob die bekannte Mutation vorliegt oder nicht. Bei gesunden Verwandten kann dadurch geklärt werden, ob ein erhöhtes Erkrankungsrisiko vorliegt und sie die Veranlagung an ihre Nachkommen weitergeben können (prädiktiver Test). Wird die bekannte Mutation dagegen ausgeschlossen, besteht gegenüber der Allgemeinbevölkerung kein erhöhtes Erkrankungsrisiko und keine Notwendigkeit der Teilnahme am intensivierten Früherkennungsprogramm für Brustkrebs.

Das intensivierte Früherkennungsprogramm wird vom Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie betreut. Das Programm umfasst dabei eine halbjährliche Tast- und Ultraschalluntersuchung sowie eine jährliche Mammographie und Kernspintomographie (MRT) der Brust.

Aufgrund des jungen Erkrankungsalters beim erblichen Brustkrebs beginnt das intensivierte Früherkennungsprogramm bereits mit 25 Jahren. Die Kernspintomographie bietet eine bessere diagnostische Sicherheit insbesondere bei jungen BRCA1-Mutationsträgerinnen, bei denen die Gefahr besteht, dass bösartige Befunde fälschlicherweise als gutartig interpretiert werden. Die MRT-Untersuchung der Brust wird zyklusgerecht terminiert, da unter Hormoneinfluss eine Vielzahl gutartiger Veränderungen auftreten können, die eine abschließende Diagnose erschweren.

Für Frauen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko, z.B. bei bereits bestehender Brustkrebserkrankung oder geplanter prophylaktischer Operation, besteht das Angebot für eine Untersuchung und Beratung im Brustzentrum der MHH.



Ihre Vorteile!

  • Klärung der Frage: Besteht ein erblich bedingtes erhöhtes Risiko an Brust- und/oder Eierstockkrebs zu erkranken?
  • Teilnahme am intensivierten Früherkennungsprogramm der Brust.
  • Hilfe bei seelischer Belastung.
  • Keine Wartezeiten.



Unsere Spezialisten für Sie

Für dieses Versorgungsangebot arbeiten folgende Kliniken/Institute der MHH interdisziplinär zusammen:

  • Institut für Humangenetik
  • Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie
  • Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
  • Klinik für Plastische -, Hand- und Wiederherstellungschirurgie
  • Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie
  • Institut für Pathologie



Wie können Sie teilnehmen?

Diese speziellen Leistungen sind ein zusätzliches, besonderes Behandlungsangebot Ihrer Krankenkassen. Um diese Vorteile in Anspruch nehmen zu können, bitten wir Sie, sich frühzeitig mit Ihrem behandelnden Arzt in der MHH und/oder Ihrer Krankenkasse in Verbindung zu setzen. Diese beraten und informieren Sie sehr gerne, auch über die Teilnahmebedingungen.

Unseren Ansprechpartner in der MHH erreichen Sie unter: Tel. (0511) 532-4529



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