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Knorpelschaden

Knorpelzelltransplantation

Problem
Knorpelschäden treten als Folge eines Unfalls, einer Fehlbelastung (Beinachse, Übergewicht) oder im Rahmen von anderen Erkrankungen auf. Sie münden im Verschleiß von angrenzendem Knorpel und Knochen (Arthrose) und der schmerzhaften Gelenkentzündung (Arthritis).

Behandlungsziel
Bei der Knorpelzelltransplantation werden Knorpelzellen aus nicht belasteten Gelenkanteilen entnommen, im Labor vermehrt und anschließend in das Gelenk eingebracht. Ziel ist die Auffüllung eines Knorpelschadens mit Ersatzgewebe, welches dem körpereigenen Knorpel nahe kommt.
Bild: großflächiger Knorpelschaden an der Patellarückfläche

Operation
Diese Technik ist für Patienten bis 50 Jahre und insbesondere großen Knorpelschäden (2-10cm2) an den Femurkondylen (Oberschenkel-Anteil des Kniegelenkes) geeignet. Sie kann nicht angewendet werden, wenn tiefe Knorpelschäden an Ober- und Unterschenkelknorpel des entsprechenden Gelenkes bestehen. Alle Knorpelersatztechniken haben schlechtere Erfolgsaussichten bei Schäden hinter der Kniescheibe.

Bild: Einsetzen eines Knorpelzelltransplantates, welches auf einer Kollagenmatrix im Labor mit körpereigenen Zellen hergestellt wurde (CaReS®, Fa. Arthrokinetics®)

Alternativ können körpereigene Knorpelzellen im Labor zu kleinen Kügelchen mit sehr hoher Zellzahl (Mikrosphären) herangezüchtet werden. Diese können in einer offenen oder minimal-invasiven (arthroskopischen) Operation auf den Knorpeldefekt aufgebracht werden. Innerhalb der nächsten Monate entwickelt sich dann ein Ersatzknorpel ausgehend von den körpereigenen Zellen.

 

Bildserie (von links nach rechts): Knorpelschaden nach einem Unterschenkelspaltbruch im Kniegelenk. Glättung des Defekts. Größenbestimmung. Minimal-invasives Einbringen der Mikrosphären (Co.don AG)http://www.codon.de

Nachbehandlung    
Am ersten Tag nach der Operation wird mit Bewegungsübungen begonnen. Eine Teilbelastung mit Unterarmgehstützen ist für mindestens 6 Wochen notwendig. Je nach Arbeitstätigkeit beträgt die Arbeitsunfähigkeit zwischen 2 Wochen und 3 Monaten.
Nachbehandlungsschema CaReS Femur/ Tibia
Nachbehandlungsschema CaReS Patella

Achtung    
Derzeit entstehen durch die Behandlung für Kassenpatienten keine zusätzlichen Kosten. Bei Privatversicherten empfehlen wir eine vorherige Abklärung der Kostenübernahme. Wir beraten sie gern in unserer Poliklinik.

Mikrofrakturierung

Prinzip    
Unter Mikrofrakturierung versteht man die punktförmige Eröffnung des spongiösen Knochens unter der Knorpel/Knochen Grenzschicht bei einem bis an den Knochen heranreichenden Knorpelschaden.

Behandlungsziel
Durch die Eröffnung des durchbluteten Knochens können unter anderem Vorläuferzellen und Blut aus dem Knochen in die geschädigte Gelenkfläche eintreten und einen Reparaturknorpel (Faserknorpel) bilden.

Operation
Diese Behandlungsform kann arthroskopisch durchgeführt werden. Der geschädigte Gelenkknorpel wird bis an die Knochengrenzschicht abgetragen. Anschliessend wird alle 2-3mm ein 3mm tiefes Loch in den Knochen gedrückt.
Nachbehandlung    
Eine Teilbelastung mit Unterarmgehstützen ist für mindestens 6 Wochen notwendig. Je nach Arbeitstätigkeit beträgt die Arbeitsunfähigkeit zwischen 2 Wochen und 3 Monaten.

Mikrofrakturierung im Kniegelenk

Knorpel-/ Knochentransplantation (Mosaikplastik)



Prinzip
Bei der Mosaikplastik werden Stanzzylinder mit Knorpel- und Knochengewebe aus einem gesunden, wenig belasteten Teil des Gelenkes in ein Gebiet mit Knorpelschaden transplantiert.

Behandlungsziel
Ziel ist der Ersatz eines umschriebenen Knorpelschadens durch Zylinder aus intaktem Gelenkknorpel/ Knochen.

Bildserie:
16-jährige Patientin mit Ablösung eines Knorpel-/ Knochenfragmentes (Osteochondrosis dissecans; Video 1; Video 2). Der umschriebene Defekt kann mit einem Knorpel-/ Knochen Stanzzylinder aus der nicht belasteten Zone des Kniegelenkes aufgefüllt werden (unteres Bild).

Operation
Diese Technik ist in erster Linie für begrenzte Knorpelschäden (bis ca. 3cm2) an den Femurkondylen (Oberschenkel-Anteil des Kniegelenkes) geeignet. Sie kann nicht angewendet werden, wenn tiefe Knorpelschäden an Ober- und Unterschenkelknorpel des entsprechenden Gelenkes bestehen. Alle Knorpelersatztechniken haben schlechtere Erfolgsaussichten bei Schäden hinter der Kniescheibe.

Nachbehandlung    
Am ersten Tag nach der Operation wird mit Bewegungsübungen begonnen. Es wird eine Teilbelastung an Unterarmgehstützen eingeübt. Diese muss 6 Wochen fortgesetzt werden. Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit beträgt zwischen 2 und 12 Wochen.

Konservative Therapie

Neben der operativen Therapie gibt es zahlreiche konservative Behandlungsmöglichkeiten der Arthrose:

  1. Gewichtsreduktion
  2. Bewegung: Gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Aquajogging und Radfahren sind nicht nur für die Gelenke, sondern auch für die Gewichtsreduktion sinnvoll.
  3. Injektionstherapie
    Die Wirksamkeit von Hyaloronsäure wird unterschiedlich bewertet. Die Wirksamkeit ist wissenschaftlich nicht ausreichend gesichert. Starke Entzündungsreaktionen können durch die lokale Injektion von Kortison-ähnlichen, lang wirksamen Substanzen positiv beeinflußt werden.
  4. Radikalfänger
    Eine gesunde, vitaminreiche Ernährung beeinflusst nicht nur das Allgemeinbefinden, sondern auch die Arthrose positiv. Als Nahrungsergänzung sind unter Umständen Vitamin E und Glucosamin sinnvoll. Hausmittel wie Quarkwickel können Akutbeschwerden lindern. Schulmedizinisch werden nichtsteroidale Antiphlogistika (Diclofenac) eingesetzt. Neuere Präparate haben weniger Nebenwirkungen und wirken gezielter. 
  5. Die Verwendung von Gehhilfen zur Entlastung ist eine weitere Alternativbehandlung.

Achskorrekturen

Problem
    Häufig ist die Arthrose mit einer Achsenfehlstellung vergesellschaftet. Durch die Achsfehlstellung kommt es zu einer Überbelastung des inneren oder äußeren Gelenkspaltes. Daher ist neben der Behandlung des Knorpelschadens oder der Instabilität die Achskorrektur notwendig.

Bild: Röntgenaufnahmen des Kniegelenkes und der Beinachse eines Patienten mit Varusgonarthrose (O-Bein) nach avaskulärer Nekrose (Durchblutungsstörung) auf der Knieinnenseite.

Behandlungsziel

Behandlungsziel ist die Verlagerung der Belastungslinie von der Innen- auf die Außenseite des Kniegelenkes.

Bild: Knöcherner Defekt des gleichen Patienten auf der Knieinnenseite.


Operation

 Je nach Lokalisation und Ursache der Achsenfehlstellung wird das individuell am besten geeignete Verfahren gewählt.  Das am Häufigsten verwendete Verfahren ist die auf der Innenseite des Unterschenkels aufklappende (valgisierende) Umstellungsosteotomie. Mit Präzisionsinstrumenten wird nach einer zuvor angefertigten Computersimulation eine Korrektur der Beinachse am Unterschenkel durchgeführt. Zur Stabilisierung wird ein stabiles Implantat unter der Haut angebracht.

Bild: Aufklappende Achskorrektur des Unterschenkels, Stabilisierung mit Tomofix®.  


Nachbehandlung

Die Art und Dauer der Nachbehandlung sind von Alter, Knochenstabilität und dem gewähltem Operationsverfahren abhängig. Das Kniegelenk kann bereits am ersten Tag nach der Operation beübt werden. Eine Teilbelastung mit Unterarmgehstützen ist für mindestens 6 Wochen notwendig. Je nach Arbeitstätigkeit beträgt die Arbeitsunfähigkeit zwischen 2 und 12 Wochen.