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Kreuzbänder

Kreuzbandrekonstruktion

Problem    
Der Riss des vorderen Kreuzbandes ist die häufigste Ursache für unfallbedingte Invalidität am Kniegelenk.
Bei der Kreuzbandrekonstruktion der Kreuzbänder wird das vordere und/ oder hintere Kreuzband durch ein vom eigenen Körper entnommenes (autogenes) oder von einer Leiche entnommenen (allogenes) Sehnentransplantat ersetzt.

Behandlungsziel    
Behandlungsziel ist die Wiederherstellung der Biomechanik des gesunden Kniegelenkes. Korrekt eingesetzte Sehnentransplantate werden vom Körper innerhalb eines Jahres in bandähnliches Gewebe umgebaut.

Operation
Wichtigste Vorraussetzung für die schnelle Wiederherstellung der Funktion des Kniegelenkes ist die millimetergenaue anatomische Platzierung der Bohrkanäle, durch die das Sehnentransplantat eingesetzt wird. Dies erfolgt mit speziellen Bohrvorrichtungen unter Röntgenkontrolle. Die Befestigung des Transplantates wird heute überwiegend mit resorbierbaren bzw. abbaubaren Implantaten durchgeführt, die postoperativ eine Magnetresonanztomographie ermöglichen.

Nachbehandlung    
Je nach verwendetem Sehnentransplantat unterscheiden sich die Nachbehandlungsverfahren. Das Kniegelenk kann bereits am ersten Tag nach der Operation beübt werden. Eine Teilbelastung mit Unterarmgehstützen ist bei isoliertem Kreuzbandersatz höchstens für 2 Wochen notwendig. Es wird eine krankengymnastische Beübung mit Kokontraktion von vorderer und hinterer Oberschenkelmuskulatur eingeübt. Sportartspezifisches Training kann nach 3 Monaten erfolgen. Die volle Sportfähigkeit wird je nach Trainingszustand zwischen 6 und 12 Monaten erreicht. Je nach Arbeitstätigkeit beträgt die Arbeitsunfähigkeit zwischen 2 und 12 Wochen.

Nachbehandlungsschema VKB Rekonstruktion mit Beugesehnen

Implantatfreie Press Fit Verankerung

Prinzip
Unter einer Press-Fit Verankerung versteht man die Fixierung der Sehnentransplantate ohne Schrauben/ Stifte. Das Transplantat wird in den Bohrkanal ähnlich wie ein Keil eingebolzt.BehandlungszielBehandlungsziel ist die anatomische Fixierung mit minimalem Fremdmaterial. Insbesondere werden metallische Verankerungsimplantate vermieden, die zu Artefakten auf magnetresonanztomografischen Bildern führen und das Transplantat schädigen können.

 

 

Bild:  Körpereigener Knochenzylinder zur Befestigung des Sehnentransplantats. Entfernung bleibender Metallimplantate und Verankerung eines press-fit Transplantats im Rahmen einer erneuten Stabilisierung des Kniegelenks (Röntgenbilder rechts).

Komplexe Instabilitäten


Definition
Vor allem bei Hochgeschwindigkeitstraumen und Gewalteinwirkung in verschiedene Richtungen kommt es zur Zerreissung von mehreren Bändern im Kniegelenk. Extremfall ist die Kniegelenkluxation, eine vollständige Verrenkung des Kniegelenkes, bei der auch eine Verletzung von Gefäßen/ Nerven möglich ist.

Behandlungsziel
Behandlungsziel ist die genaue Diagnostik der verletzten Strukturen und die (zumeist) stufenweise Behandlung. Zunächst werden Gefäß- und lebensbedrohliche Verletzungen behandelt. Korrekt eingesetzte Sehnentransplantate werden vom Körper innerhalb eines Jahres in bandähnliches Gewebe umgebaut.

Bild: Kniegelenksluxation bei einem 34 jährigen Patienten mit Gefäßverletzung und Rupturen des hinteren Kreuzbandes und äusseren Seitenbandapparates.

Operation

Zunächst werden Gefäßverletzungen behandelt, bei schweren Nebenverletzungen erfolgt die Erstversorgung häufig im Fixateur Externe, einer äusseren Knochen/ Gelenkstabilisierung. Bei Verletzung des Innenbandes kann dieses konservativ zur Ausheilung gebracht und anschliessend ein Kreuzbandersatz durchgeführt werden. Bei Verletzung des äusseren Band/ Kapselapparates erfolgt die Versorgung kurzfristig innerhalb von 2 Wochen. Wichtigste Vorraussetzung für die schnelle Wiederherstellung der Funktion des Kniegelenkes ist die millimetergenaue anatomische Platzierung der Bohrkanäle, durch die das Sehnentransplantat eingesetzt wird. Dies erfolgt mit speziellen Bohrvorrichtungen unter Röntgenkontrolle. Die Befestigung des Transplantates wird heute überwiedend mit resorbierbaren bzw. umbaubare Implantaten durchgeführt, die postoperativ eine Magnetresonanztomographie ermöglichen.

Bild: Rekonstruktion des Seitenbandapparates mit einem Sehnentransplantat.

Nachbehandlung   
Je nach verwendetem Sehnentransplantat unterscheiden sich die Nachbehandlungsverfahren. Das Kniegelenk kann bereits am ersten Tag nach der Operation beübt werden. Eine Teilbelastung mit Unterarmgehstützen ist für mindestens 6 Wochen notwendig. Es wird eine Gelenkschiene angepaßt und eine krankengymnastische Beübung mit Kokontraktion von vorderer und hinterer Oberschenkelmuskulatur eingeübt. Je nach Arbeitstätigkeit beträgt die Arbeitsunfähigkeit zwischen 6 Wochen und 3 Monaten. Im Einzelfall kann bei diesen schweren Verletzungen eine Umschulungsmassnahme erforderlich werden.