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Informationen zur Prophylaxe

 

·         Was ist Prophylaxe?

·         Welcher Erkrankung kann vorgebeugt werden ?

·         Wie entsteht Karies ?

·         Was kann man tun - Wie wird die Prophylaxe umgesetzt ?

·         Ernährungslenkung

·         Mundhygiene

·         Fissurenversiegelung

·         Fluoridierung

·         Wie viel Fluorid soll man aufnehmen und in welcher Form ?

 

 

Was ist Prophylaxe?

 

...Prophylaxe bedeutet Vorbeugung bzw. Verhütung von Krankheiten.

 

 

Welcher Erkrankung kann vorgebeugt werden?

 

...es geht hierbei um das Vermeiden von Karies und Entzündungen des Zahnfleisches sowie des Zahnhalteapparates (Knochen).

 

 

Wie entsteht Karies?

In der Mundhöhle befinden sich mehrere Millionen Bakterien. Diese Bakterien ernähren sich von Zucker, den sie aus der Nahrung erhalten, die wir täglich zu uns nehmen. Einige dieser Bakterien sind in der Lage diesen Zucker in eine Säure umzuwandeln. Diese entstandene Säure wiederum greift die Oberfläche des Zahnes (den Zahnschmelz) an, indem sie Mineralien herauslöst. Es kommt zu einer Entkalkung (Demineralisation), die bei Fortschreiten zur Entstehung eines Loches führt.

 

 

Was kann man tun - Wie wird die Prophylaxe umgesetzt?

Um einer Erkrankung vorbeugen zu können, ist es wichtig, die Ursachen für die Entstehung zu kennen und zu wissen, welche Möglichkeiten es gibt, eine Verschlechterung oder Folgeerkrankungen zu vermeiden. Dazu ist es erforderlich, dass Sie als Patient von Ihrem Zahnarzt ausführlich informiert werden. Dies sollte bereits schon vor der Geburt eines jeden Menschen geschehen, und zwar in Form der sogenannten "Primär-Primär-Prophylaxe".


Die "Primär-Primär-Prophylaxe" beinhaltet die Aufklärung der Schwangeren über die verschiedenen Übertragungswege der Bakterien von ihrer Mundhöhle auf die ihres Kindes (z. B. Kuss, Löffel, Schnuller
u.v.m.). Weiterhin ist das Ziel die Sanierung aller kariösen Zähne der Mutter während der Schwangerschaft, um die Anzahl der Bakterien in der Mundhöhle zu minimieren und um einen entzündungsfreien Zustand des Parodontiums (Zahnhalteapparat, Zahnfleisch) zu erhalten.

 

Nach Geburt des Kindes ist das Verhindern bzw. die Minimierung des Bakterienwachstums in der kindlichen Mundhöhle anzustreben. Hierbei spricht man von der "Primärprophylaxe". Daran anschließend folgt die "traditionelle Prophylaxe", die der Beseitigung der auf der Zahnoberfläche bereits befindlichen Bakterien dient. Dies setzt einen regelmäßigen Zahnarztbesuch voraus. Der Umfang und die Durchführung der zahnärztlichen Prophylaxe ist individuell vom Kariesrisiko des Patienten abhängig. So benötigt ein Patient mit einem erhöhten Kariesrisiko eine intensivere Betreuung. Der Erfolg der kariesprophylaktischen Maßnahmen ist ganz entscheidend abhängig von der Motivierbarkeit und Mitarbeit des Patienten. Die "traditionelle Prophylaxe" ist auf 4 Grundsäulen gebaut, welche folgend im Einzelnen besprochen werden:

 

1. Ernährungslenkung:

 

Zweck der Ernährungslenkung ist die Verringerung der Substratzufuhr für die Bakterien und somit die Verringerung des Risikos für eine Demineralisation.

Die Ernährung ist dann kariogen (führt also zur Entstehung von Karies), wenn sie zuckerhaltig und für die Bakterien gut erreichbar ist, das heißt, wenn sie lange in der Mundhöhle verweilt und wenn sie häufig zugeführt wird.

Kariesprophylaktische Maßnahmen wären demzufolge die Verwendung von Zuckeraustauschstoffen (können kaum von Bakterien verstoffwechselt werden), wie z. B. Xylit, sowie das Vermeiden von klebrigen Speisen. Ganz entscheidend ist die Häufigkeit der Zuckerzufuhr, daher sollte darauf geachtet werden, nur selten über den Tag verteilt Süßes zu sich zu nehmen.

 

 2. Mundhygiene:

 

Die Mundhygiene hat als Ziel die Entfernung der bakteriellen Beläge von der gesamten Zahnoberfläche. Sie sollte mit dem Durchbruch des 1. Zahnes beginnen. Für die Durchführung der häuslichen Mundhygiene gibt es verschiedene Hilfsmittel:

 

Hilfsmittel zur Reinigung sichtbarer Zahnflächen:

- Zahnbürste  (kleiner Bürstenkopf, abgerundete Kunststoffborsten, 3-4 Borstenreihen)

Handzahnbürsten sind genauso geeignet wie elektrische Zahnbürsten.

 

Hilfsmittel zur Reinigung der Zahnzwischen(Interdental)räume:

- Zahnseide
- Superfloß
- Interdentalbürstchen

 

3. Fissurenversiegelung:

 

Fissuren sind Bereiche des Zahnes, die mit den herkömmlichen Hilfsmitteln kaum zu reinigen sind. Die Fissurenversiegelung stellt den mechanischen Verschluss dieses Bereiches mittels eines Kunststoffs dar. Sie sollte bei stark zerklüfteten Kauflächen sowie in kariesgefährdeten Fissuren und Grübchen
durchgeführt werden.

4. Fluoridierung:

Die häusliche Mundhygiene sollte regelmäßig (meist 1-2x pro Jahr) durch eine professionelle Zahnreinigung bei Ihrem Zahnarzt ergänzt werden.

Die Wirkung der in Zahnpasten und Mundspüllösungen enthaltenen Fluoride beruht auf einem lokal am Zahn auftretenden Effekt. Sie bilden auf der Zahnoberfläche eine Art Schutzfilm (Deckschicht aus Kalziumfluorid). Ist diese Schicht vorhanden, werden bei einem Säureangriff die Mineralien erst aus dieser Schicht gelöst und erst später aus dem Zahn. Fluoride beschleunigen außerdem die Wiedereinlagerung von Mineralien nach dem Säureangriff auf den Zahn (= Remineralisation). Des Weiteren dringen sie in die Bakterien ein und stören deren Stoffwechsel.

 

 Wie viel Fluorid soll man aufnehmen und in welcher Form ?

- ab dem 1. Zahn 1x tgl. mit fluoridierter Zahncreme (max. 0,05% = 500 ppm, Kinderzahncreme) putzen

- ab dem 2. Geburtstag: 2x tgl. putzen

- ab dem 3. Geburtstag: zusätzlich Verwendung von fluoridiertem Speisesalz

- ab dem 6. Geburtstag: 2x tgl. putzen (0,1 - 0,15 %, Erwachsenenzahncreme) + fluoridiertes Speisesalz


Wenn kein fluoridiertes Speisesalz und keine fluoridierte Zahncreme verwendet werden, sollten Fluoridtabletten verabreicht werden. Die Dosierung der Tabletten richtet sich nach dem örtlichen Trinkwasserfluoridgehalt.


Zur häuslichen Anwendung stehen folgende Hilfsmittel zur Verfügung:

- Fluorid-Gel: 1x wöchentlich
- fluoridhaltige Spüllösungen

Die Anwendung von hochdosierten Lacken u.ä. sollte nur unter zahnärztlicher Kontrolle erfolgen.

Nähere Informationen finden Sie unter "Wissenschaftliche Stellungnahmen der DGZMK
www.dgzmk.de