SitemapImpressumDatenschutzerklärungdeutschenglish
MHH Logo

Ausführliche Informationen zur Kinderbehandlung

 

·          Wann sollte ein Kind bei einem Zahnarzt vorgestellt werden?

·          Was sind die Ursachen für eine zahnärztliche Behandlung bei Kindern?

·          Wie unterscheiden sich Zähne der 1. Dentition (Milchzähne) von denen
        der 2. Dentition (bleibende Zähne)?

·          Muss Karies an Zähnen der 1. Dentition überhaupt behandelt werden?

·          Wie wird Karies im Gebiss der 1. Dentition behandelt?

·          Gibt es weitere Behandlungsoptionen?

 

Wann sollte ein Kind bei einem Zahnarzt vorgestellt werden?

Wünschenswert wäre, dass ein Kind möglichst frühzeitig bei einem Zahnarzt vorgestellt wird, am besten ab dem ersten Zahn. Das heißt, bereits zu einem Zeitpunkt, an dem weder kariöse Läsionen sichtbar noch Schmerzen vorhanden sind. Aus zahnärztlicher Sicht sind sogar Beratungs- und Behandlungstermine der Eltern während der Schwangerschaft empfehlenswert, um vorbeugend, durch Aufklärung der Eltern, Zahnschäden des Kindes abzuwenden. Spätestens ab dem 30. Lebensmonat (komplettes Milchgebiss) sollte eine Früherkennungsuntersuchung bei einem Zahnarzt, entsprechend den bekannten Grunduntersuchungen bei einem Kinderarzt, durchgeführt werden. Diese Untersuchung sollte zwischen dem 49. und 72. Lebensmonat wiederholt werden. Wird in diesen beiden Untersuchungen ein erhöhtes Kariesrisiko festgestellt, kann eine weitere Untersuchung im 6. Lebensjahr erforderlich sein.

 

Was sind die Ursachen für eine zahnärztliche Behandlung bei Kindern?

· Karies

· Trauma (Unfall)

· anlagebedingte Fehlbildung der Zähne

· Veränderungen an Zähnen oder Zahnfleisch als Ausdruck schwerer
  Allgemeinerkrankungen

· seltene Erkrankungen des Zahnhalteapparates oder des Zahnfleisches

 

Trotz großer Erfolge von Vorsorgemaßnahmen (Mundhygiene, Anwendung von Fluoriden) stellt Karies im Gebiss der 1. Dentition (Milchgebiss) und im Wechselgebiss (Zahnwechsel vom Gebiss der 1. zu dem der 2. Dentition) weiterhin die Hauptursache für zahnärztliche Behandlungen bei Kindern dar. Dabei verteilt sich die Karies nicht gleichmäßig auf alle Kinder einer Altersgruppe. Etwa ein Viertel der Kinder weist drei Viertel aller kariösen Läsionen auf.

Bei Vorschulkindern steht zumeist eine Fehlernährung im Vordergrund. Zuckerhaltige Getränke (Tees, Fruchtsäfte, Milch,...) werden zu häufig tagsüber und in der Nacht sowie über ein Alter von etwa 1 Jahr hinaus dem Kind über Saugflaschen angeboten. Weiterhin setzt das Zähneputzen nicht früh genug ein (ab dem Durchbruch der ersten Zähne) oder wird zu früh in die Hände des Kindes gelegt. Hinzu kommt, dass kariöse Läsionen durch fehlende Reihenuntersuchungen in diesem Alter nicht frühzeitig diagnostiziert werden. Bei älteren Kindern sind, wie bei Erwachsenen, häufige zuckerhaltige Zwischenmahlzeiten und eine vernachlässigte Zahnpflege Auslöser für einen überdurchschnittlich großen Karieszuwachs.

 

Wie unterscheiden sich Zähne der 1. Dentition (Milchzähne) von denen der 2. Dentition (bleibende Zähne)?

Zähne der 1. Dentition unterscheiden sich von denen der 2. Dentition nicht nur durch Farbe und Form. Die Schicht des festen Zahnhartgewebsmantels (Schmelz und Dentin) ist bei diesen Zähnen dünner, so dass bei Karies und Unfällen mit Beteiligung der Zähne die Pulpa (Nerv- und Versorgungsgewebe im Zahninneren) früher betroffen sind. Weiterhin ist dieser Hartgewebsmantel geringer mineralisiert. Dieses führt zu einer größeren Anfälligkeit für Karies im Vergleich zu Zähnen der 2. Dentition.

 

Muss Karies an Zähnen der 1. Dentition überhaupt behandelt werden?

Bisweilen wird von Eltern aber auch von Ärzten und Zahnärzten die Ansicht vertreten, dass Karies an Zähnen der 1. Dentition nicht behandelt werden muss. Dieses wird zumeist dadurch gestützt, dass diese Zähne ohnehin nur eine begrenzte Zeit innerhalb der Mundhöhle verbleiben und keine (starken) Zahnschmerzen verursachen würden.

Das kann nicht unwidersprochen bleiben:

1.      Zähne der 1. Dentition unterscheiden sich nur in wenigen Punkten von denen der 2. Dentition. Die Schmerzentstehung und -wahrnehmung  unterscheiden sich demnach kaum voneinander . Erst bei bereits weit fortgeschrittener Resorption der Zahnwurzel ist davon auszugehen, dass das Schmerzempfinden verringert ist.

2.      Die Zähne der 1. Dentition haben folgende wichtige Aufgaben:

·          Kaufunktion

·          Ästhetik

·          Steuerung des Durchbruchs der nachfolgenden Zähne (Zahnwechsel)

·          Platzhalter für die nachfolgenden Zähne, dieses gilt insbesondere für die Eckzähne und
      Backenzähne

·          Physiologische Gesichtsschädelentwicklung

·          Physiologische neuromotorische und phonetische Entwicklung

Nach verschiedenen Angaben der zahnärztlichen Literatur sind zwischen 20 % und 70 % aller Zahn- oder Kieferfehlstellungen bei rechtzeitiger Restauration der Zähne der 1. Dentition zu vermeiden!

3.      Unbehandelte kariöse Läsionen sind als zusätzlicher Schlupfwinkel von Bakterien anzusehen. Diese Bereiche können während des Zähneputzens nur unzureichend gereinigt werden. Sie sind somit permanente Infektionsquellen innerhalb der Mundhöhle, die das Risiko anderer Zähne an Karies zu erkranken erhöhen. Ist die Pulpa bereits entzündet oder infolge einer Entzündung nekrotisch (abgestorben), können Mikroorganismen (Bakterien oder Pilze) über diese Eintrittspforte Zugang zum Körper des Kindes bekommen, wodurch das Allgemeinbefinden des Kindes nachhaltig beeinträchtigt werden kann. Ferner kann der nachfolgende Zahn in seiner Entwicklung ungünstig beeinflusst werden.

 

Wie wird Karies im Gebiss der 1. Dentition behandelt?

Im Allgemeinen gilt, dass Behandlungsmaßnahmen umso besser vorgenommen werden können, je geringfügiger der zu behandelnde Defekt und je älter das Kind ist. Sind bereits Schmerzen aufgetreten oder liegen bereits zahlreiche erfolglose Behandlungsversuche anderer Zahnärzte vor, gestaltet sich eine Behandlung oftmals schwieriger.

Liegen keine Schmerzen vor, versuchen wir das Kind allmählich an eine zahnärztliche Behandlung heranzuführen. Dieses Vorgehen kann bereits mehrere Behandlungstermine in Anspruch nehmen. Die Behandlung selbst erfolgt mit gleichen Methoden und Materialien wie bei Erwachsenen. Bevorzugt werden zahnfarbene Füllungsmaterialien eingesetzt.