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Informationen zum Ablauf der Parodontalbehandlungen

Wenn die zahnärztliche Untersuchung ergeben hat, dass bei Ihnen eine Parodontalbehandlung (Zahnfleischbehandlung) notwendig ist, muss die Parodontitis, welche eine Infektionskrankheit ist, auch als solche therapiert werden. Diese Behandlung besteht aus drei gleich wichtigen Phasen:

Informationen über :

I-PAR-Vorbehandlung (Initialbehandlung):    Hygienephase & Wurzelreinigung

Die PAR-Vorbehandlung beinhaltet die Herstellung hygienischer Verhältnisse in der Mundhöhle durch Zahnarzt (Behandler) und den Patienten selbst sowie die Wurzeloberflächenreinigung (subgingivales Scaling und Glättung). In dieser Phase werden Sie ausführlich über Ihre Erkrankung – die Parodontitis (entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates), also deren Ursachen und Folgen, insbesondere aber auch über die Risikofaktoren für parodontale Erkrankungen (z.B. schlechte Mundhygiene, aktives Rauchen, internistische Erkrankungen usw.) sowie über die Rolle der Parodontitis als Risikofaktor für allgemeine Erkrankungen (z.B. kardiovaskuläre Erkrankungen, usw.) informiert. Außerdem werden Sie Hinweise über die Übertragbarkeit (Transmission) der die Parodontitis verursachenden Bakterien (s.g. Parodontopathogene Keime) erhalten. Diese Übertragung ist sowohl intraoral (innerhalb des Mundes von nicht behandelnden erkrankten Stellen "Translocation") als auch interoral (durch orale Kontakte von einem Menschen zum anderen auf dem Wege der Tröpfcheninfektion "cross infection") möglich.

Nachdem die Qualität Ihrer häuslichen Mundhygiene durch Anfärben der Zähne beurteilt worden ist, werden Ihnen die für die Verbesserung Ihrer Mundpflege notwendigen Kenntnisse, insbesondere die Systematik und Technik des Zähnebürstens und die Desinfektion der gesamten Mundhöhle vermittelt sowie Informationen über entsprechende Hilfsmittel für eine effektive (häusliche) Mundhygiene gegeben. Der Sinn einer Parodontalbehandlung ist u.a. Sie ausreichend zu motivieren und zu instruieren, damit Sie das Ergebnis dieser Therapie über lange Zeit selbst erhalten können. Während dieser Initialbehandlung werden die allgemeinen und speziellen Zahn- und Parodontalbefunde sowie bestimmte Hygiene- und Entzündungsparameter in entsprechenden Formblättern schriftlich dokumentiert.

Im Rahmen der Behandlung der gesamten Mundhöhle findet in 2 - 4 Sitzungen zuerst eine professionelle Zahnreinigung durch uns statt, die sich auf die Bereiche ober- und unterhalb des Zahnfleisches beschränkt. Dabei werden weiche Beläge und Zahnstein entfernt, Zahn- und Wurzeloberflächen poliert. Dazu gehören aber auch Zahnfleischtaschen- und Mundspülungen sowie das Bürsten der Zunge mit antibakteriellen Spüllösungen sowie Gelen. Letztendlich erhalten Sie die Empfehlungen für die häusliche Mundhygiene.

Ist nach dieser Behandlung Ihr Zahnhalteapparat noch entzündet, schließt sich eine tiefere Zahn- bzw. Wurzelreinigung unter lokaler Betäubung an. In der Regel handelt es sich hierbei um (möglichst) zwei Sitzungen, die innerhalb von 24 Stunden oder (max.) einer Woche stattfinden sollten. Für diese Behandlung muss bei Ihrer Krankenkasse ein Antrag gestellt werden, dessen Genehmigung in der Regel zwei Wochen in Anspruch nimmt. Dafür wird der Parodontalstatus (spezielles Formblatt für die Krankenkasse) mit den parodontalen Befunden ausgefüllt.

In manchen Fällen sind gelegentlich spezielle Untersuchungen, wie mikrobiologische Analyse (Erregernachweis), erforderlich. Dazu erfolgt eine Probenentnahme aus der parodontalen Tasche meist mittels 1-3 bis auf den Taschenboden eingeführten Papierstiften, die etwa 10 s dort belassen werden. Je nach Ergebnis der mikrobiologischen Analyse kann eine unterstützende systemische Antibiotikatherapie erforderlich sein.

Nach einer Pause von 3-6 Wochen erfolgt eine Neubeurteilung Ihrer Erkrankung mit der sich daraus ergebenden weiteren Therapieplanung. Je nach Situation schließt sich jetzt entweder die II. oder III. Phase der Parodontalbehandlung an.