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Medizinische Hochschule Hannover | Hämatologie, Hämostaseologie und Onkologie | Carl-Neuberg-Str.1 | 30625 Hannover | Tel.:(+49) 0511-532-0

Ausgewählte Ergebnisse

 

 

Ergebnisse der Stammzelltransplantationen an der MHH bei drei Erkrankungen sollen nachfolgend beispielhaft dargestellt werden:

 

Sie stellen Schwerpunkte der allogenen Stammzelltransplantation an der MHH dar.

Transplantation bei Akuter Myeloischer Leukämie (AML)

 

Im Zeitraum von 1995 bis 2005 wurde bei 138 erwachsenen Patienten mit AML eine allogene Stammzelltransplantation durchgeführt, 47 Prozent dieser Patienten überlebten die sechs Jahren und darüber hinaus (Abbildung 3).Wurden die Patienten in erster Vollremission transplantiert, betrug diese Wahrscheinlichkeit 63 Prozent, erfolgte sie erst nach einem Rezidiv der AML, lag sie bei 26 Prozent (Abbildung 4). Hierbei muss berücksichtigt werden, dass ohne Stammzelltransplantation kein Patient von den letzteren Gruppe länger als sechs bis zwölf Monate überleben würde. Diese Ergebnisse liegen über denjenigen, die in der „International Blood and Marrow Transplantation Registry" für diesen Zeitraum ermittelt wurden.

Transplantation bei Myelodysplastischem Syndrom (MDS)

 

Für das myelodysplastische Syndrom, einer schweren Störung des Knochenmarks mit häufig sekundärem Übergang in eine AML, sehen die Behandlungsergebnisse weltweit schlechter aus. Dies liegt am höheren Lebensalter der betroffenen Patienten, der höheren Therapieresistenz der bösartigen Zellen und sicherlich an weiteren, noch nicht verstandenen Risikofaktoren. Von den an der MHH transplantierten 47 Patienten mit Hochrisiko-MDS leben nach fünf Jahren noch 39 Prozent und damit deutlich mehr, als ohne Transplantation zu erwarten wäre (weniger als fünf Prozent). Auch dieses Ergebnis liegt über dem der internationalen Datenbank. Bedeutung gewinnt dieses Ergebnis mit der zunehmenden Zahl der MDS-Patienten, die derzeit allogen transplantiert werden. Dies liegt an der Verbesserung der Transplantationsprozedur inklusive der Konditionierung. Dadurch ist die obere Altersgrenze auf über 70 Jahre angestiegen. Ermöglicht wird dies insbesondere durch die zeitlich enge Verknüpfung einer intensiven Chemotherapie, einer Ganzkörperbestrahlung und einer Immuntherapie, wodurch das früher hohe Rezidivrisiko deutlich gesenkt werden konnte. Außerdem ist die Toxizität der Transplantation, an der noch vor einigen Jahren 40 Prozent der MDS-Patienten innerhalb des ersten Jahres verstarben, auf 15 bis 20 Prozent reduziert worden. Derzeit leben von diesen meist älteren Patienten mit Hochrisiko-MDS bzw. -AML nach dem ersten Jahr noch 75 Prozent (Abbildung 5). Dies stellt einen gewaltigen und Mut machenden Fortschritt dar.

Transplantation bei Aplastischer Anämie

 

Als drittes Beispiel soll eine „gutartige" Knochenmarkerkrankung, die aplastische Anämie (AA), aufgeführt werden. Bei diesen Patienten hat sich ein Knochenmarkschwund entwickelt. Die Patienten leiden an einer transfusionsbedürftigen Anämie, Thrombozytopenie und Neutropenie. Sie sterben ohne Behandlung meist an schweren Blutungen oder Infektionen. Die übliche Behandlung besteht im Erwachsenenalter in einer Immunsuppression (medikamentöse Unterdrückung von Immunreaktionen), die in 60 Prozent der Fälle zu einer weitgehenden Besserung führt. Bei sehr schwerer Verlaufsform oder auch nach Versagen der immunsuppressiven Therapie wird eine allogene Knochenmarktransplantation durchgeführt. In den Jahren 1987 bis 2005 wurden an der MHH 22 erwachsene Patienten mit AA allogen transplantiert. Es trat kein Rezidiv auf, einer verstarb an einer schweren Infektion (Abbildung 6). Damit liegen die Behandlungsergebnisse deutlich über denen in der internationalen Datenbank und in dem heute geforderten Bereich von mehr als 80 Prozent


Anschrift
Hämatologie, Hämostaseologie,
Onkologie und Stammzelltransplantation
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