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Medizinische Hochschule Hannover | Hämatologie, Hämostaseologie und Onkologie | Carl-Neuberg-Str.1 | 30625 Hannover | Tel.:(+49) 0511-532-0

Allgemeine Informationen zur Stammzelltransplantation

 

Die Blutstammzelltransplantation -früher als Knochenmarktransplantation, heute zumeist als Blutstammzelltransplantation durchgeführt- hat sich einen festen Platz in der Behandlung vieler gutartiger und bösartiger Erkrankungen des Knochenmarks und der Lymphknoten gesichert. Seit über 25 Jahren wird sie an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) in der klinischen Routine durchgeführt. Die Zahl der jährlich durchgeführten Stammzelltransplantationen ist in diesen Jahren stetig angestiegen. Da es sich um seltene Erkrankungen und Indikationen handelt, schwanken die Leistungszahlen von Jahr zu Jahr, in den letzten Jahren wurden jeweils ungefähr 150 Transplantationen durchgeführt.

 

Schwerpunkt des Einsatzes der Stammzelltransplantation ist die Behandlung der akuten Leukämien und der malignen Lymphome inklusive des Plasmozytoms. Dabei unterscheiden wir autologe und allogene Blutstammzelltransplantationen. Allogen heißt, der Stammzellspender ist Bruder bzw. Schwester (allogene Geschwistertransplantation) oder ein unverwandter Fremdspender (allogene Fremdspendertransplantation).

 

Bei der autologen Stammzelltransplantation, die bei malignen Lymphomen und den Plasmozytomen am häufigsten eingesetzt wird, ist der Patient sein eigener Stammzellspender. Die gesunden Stammzellen werden meist aus dem Blut mittels so genannter Leukapherese ähnlich wie bei einer Blutwäsche gewonnen. Danach werden sie in flüssigem Stickstoff tief gefroren und dem Patienten nach einer erneuten, sehr intensiven Chemo-/Strahlentherapie transfundiert. Das Blutbild erholt sich nach etwa zwei bis drei Wochen, Immununverträglichkeiten treten naturgemäß nicht auf.

 

Bei den akuten Leukämien ist die allogene Stammzelltransplantation für Patienten mit einer so genannten Hochrisikoleukämie praktisch die einzige Heilungsmöglichkeit. Hierbei werden dem Patienten nach einer intensiven Chemo-/ Strahlentherapie (Konditionierung) gesunde Knochenmark- oder Blutstammzellen von einem gewebe-identischen (HLA-identischen) Spender transfundiert (ähnlich wie bei einer Bluttransfusion). Diese Stammzellen stellen nicht nur innerhalb von zwei bis vier Wochen das normale Blutbild wieder her, sondern zerstören mittels der sich aus den transplantierten Blutstammzellen entwickelnden neuen Immunzellen beim Patienten eventuell noch vorhandene bösartige Tumor-Zellen. Wichtig ist die gute Gewebeverträglichkeit zwischen Spender und Empfänger, da ansonsten eine sehr unerwünschte Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion (graft-versus-host reaction, GvHD) auftreten kann, die im schwersten Fall zum Tod des Patienten führen kann. Heutzutage ist die allogene Transplantation vom unverwandten Spender an der MHH die häufigste, aber auch die komplizierteste Transplantationsart. Sie erfordert eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen Transplanteuren, Immungenetikern und Fremdspenderegistern wie dem Norddeutschen Knochenmark- und Stammzellspender-Register (NKR).

 

Die MHH zählt zu den größten Einrichtungen für Stammzelltransplantation in Deutschland und Europa. Sie bietet als einziges Zentrum in Niedersachsen alle Arten der autologen und allogenen Stammzelltransplantation bei Kindern und Erwachsenen an. In den letzten Jahren ist dank des medizinischen Fortschritts die obere Altersgrenze von erfolgreichen allogenen und autologen Stammzelltransplantationen bis zum 70. Lebensjahr angestiegen.

Auch wenn die Blutstammzelltransplantation während der letzten Jahre in vielen Bereichen zur Routine geworden ist, stellt sie doch ein teures und sehr forschungsintensives Behandlungsverfahren dar. An der MHH befasst sich die Transplantationsforschung mit der noch besseren Charakterisierung potentieller Fremdspender, um die möglichen Gewebeunverträglichkeiten auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Außerdem soll mittels genauester Eiweiß- (Proteom-);analyse herausgefunden werden, wie und wann sich diese Gewebeunverträglichkeiten bemerkbar machen. Ziel ist eine schnellstmögliche Erkennung dieser Unverträglichkeitsreaktion, um eine Behandlung früh und damit erfolgreich beginnen zu können.

 

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Anschrift
Hämatologie, Hämostaseologie,
Onkologie und Stammzelltransplantation
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