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Medizinische Hochschule Hannover | Hämatologie, Hämostaseologie und Onkologie | Carl-Neuberg-Str.1 | 30625 Hannover | Tel.:(+49) 0511-532-0

Leukämien

Leukämie – die Erkrankung

 

Es gibt akute und chronische Leukämien. Während chronische Leukämien vorwiegend ambulant behandelt werden, werden die Patienten mit akuten Leukämien vorwiegend stationär behandelt. Die akute myeloische Leukämie (AML) ist bei Erwachsenen häufiger als die akute lymphatische Leukämie (ALL).

 

Ein wichtiger Schwerpunkt unserer Klinik liegt in der Behandlung der akuten Leukämien. Bei den meisten Patienten tritt diese Erkrankung ohne länger vorausgehende Veränderungen des Befindens und des Blutbildes auf. Die Patienten verspüren relativ plötzlich Symptome wie Abgeschlagenheit, Fieber und Blutungs- oder Infektzeichen. Die Diagnose wird durch eine Blut‑ und/oder Knochenmarkuntersuchung gestellt. In den letzten Jahren wurde die Erkrankungsursache besser verstanden und neue Behandlungsmöglichkeiten entwickelt. Als direkte Ursache der Leukämie finden sich genetische Veränderungen in der Erbinformation der Blutstammzellen. Diese genetischen Veränderungen sind in den allermeisten Fällen während der Lebenszeit erworben. Daher wird die AML als Erkrankung angesehen, die nicht vererbt wurde und nicht vererblich ist. Umwelteinflüsse wie Bestrahlung, eine frühere Chemotherapie oder eine Strahlenexposition können die Entstehung genetischer Veränderungen in Blutstammzellen beschleunigen und so eine Leukämie verursachen. Allerdings wissen wir heute, dass wir im Laufe unseres Lebens immer mehr genetische Veränderungen in unseren Stammzellen ansammeln, die bei einer bestimmten Häufung eine Tumorerkrankung oder Leukämie auslösen können. Daher steigt die Häufigkeit von Leukämien und Tumoren mit dem Lebensalter auch an.

Leukämie – die Diagnose

 

 

Die Diagnose einer akuten myeloischen Leukämie wird gestellt, wenn wir mindestens 20 % Leukämiezellen (Blasten) im Knochenmark oder im peripheren Blut finden. Zur Diagnosestellung muss daher das Blut und das Knochenmark untersucht werden. Mit einer Immunphänotypisierung (FACS-Analyse) können die Leukämiezellen noch weiter charakterisiert werden. Daran schließt sich eine zytogenetische und molekulargenetische Untersuchung an.

Unsere Klinik ist ein Referenzlabor (https://www.mh-hannover.de/4911.html) für die molekulargenetische Untersuchung der Deutsch-Österreichischen AML-Studiengruppe (AMLSG) (www.uni-ulm.de/onkologie/AMLSG/). An sieben Tagen der Woche führen wir hier molekulare Untersuchungen durch zur schnellstmöglichen Charakterisierung der Leukämiezellen. Hierbei untersuchen wir die Zellen auf die häufigsten genetischen Veränderungen, die uns wichtige Hinweise für die spezifische Therapie geben. Die molekularen Veränderungen von Leukämiezellen dienen auch dazu, nach einer Behandlung zu erkennen, ob noch Restleukämiezellen im Knochenmark des Patienten vorhanden sind (die sog. minimale Resterkrankung, MRD). Dies kann den Ärzten Hinweise dafür geben, dass die Therapie fortgesetzt oder intensiviert werden muss.

Leukämie – die Behandlung

 

Akute Leukämien können durch intensive Chemotherapie und ggf. eine Stammzelltransplantation geheilt werden.

 

Eine intensive Chemotherapie besteht aus sieben Tagen Chemotherapie, an die sich eine drei- bis vierwöchige Erholungsphase anschließt. Die Behandlung einer AML mit intensiver Chemotherapie erfordert in der Regel einen vier- bis fünfwöchigen stationären Aufenthalt, an den sich weitere Phasen der stationären Chemotherapie anschließen. Insgesamt erstreckt sich die Therapie in der Regel über ein halbes Jahr.

 

Für Patienten in höherem Lebensalter oder Patienten mit schweren Vor- oder Begleiterkrankungen kann die intensive Chemotherapie zu riskant sein. Diese Patienten werden mit einer milden Chemotherapie behandelt, um die Leukämie zu kontrollieren. Die Behandlung der akuten lymphoblastischen Leukämie (ALL) erfordert eine Immun- und Chemotherapie, die sich über mehrere stationäre Behandlungsphasen über 1 Jahr erstreckt.

 

Der Behandlungserfolg wird engmaschig über die Bestimmung der minimalen Resterkrankung, also verbleibenden Leukämiezellen im Knochenmark, kontrolliert. Leukämiepatienten werden zusätzlich von einem großen Team von Pflegekräften, Psychoonkologen und Krankengymnasten auf Station betreut.

 

Um die Therapie von Leukämiepatienten optimal zu überwachen und weiter zu entwickeln, ist es unser Ziel, alle Patienten in klinischen Studien (lwww.mh-hannover.de/studien/) zu behandeln. Für viele Patienten können wir dadurch häufig schon Jahre vor der Zulassung neuer Medikamente diese unseren Patienten zukommen lassen. 

Für AML Patienten bieten wir Studien der Deutsch-Österreichischen AML Studiengruppe (AMLSG) an.

Für ALL Patienten bieten wir Studien der GMALL Studiengruppe an.

 

Durch unsere intensive Forschungstätigkeit (Link) und internationale Vernetzung auf dem Gebiet der akuten Leukämien (z.B. Kompetenznetz Akute und Chronische Leukämien (Link)  und European Leukemia Net (Link) setzen wir neue Entwicklungen in der Leukämietherapie frühestmöglich um.

 

Unser Team

 

Leukämie betrifft den ganzen Menschen, und daher arbeiten wir mit einem Team von Mitarbeitern daran, unseren Patienten die beste Therapie zukommen zu lassen, sie zu pflegen, Ängste zu besprechen, die Kräfte wieder aufzubauen, die Ernährung zu optimieren, Versorgungsfragen zu klären und so das Wohlbefinden unserer Patienten möglichst rasch wieder herzustellen. Neben einem großen Team von Ärzten und Pflegenden stehen Ihnen daher auch Psychoonkologen, Krankengymnasten, Ergotherapeuten, Ernährungsberater und Mitarbeiter des Sozialdienstes zur Seite.

Da die Knochenmarktransplantation eine wichtige Therapie von Leukämiepatienten darstellt, gehört zu unserer Abteilung eine große Transplantationsstation und eine Transplantationsambulanz, so dass konventionelle Therapien und eine Knochenmarktransplantation (KMT) Hand in Hand durchgeführt werden können.


Anschrift
Hämatologie, Hämostaseologie,
Onkologie und Stammzelltransplantation
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover
Tel.:(+49) 511 532-3020
Fax:(+49) 511 532-8041

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