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Presseinformation

13. 05. 2019

MHH verleiht Doktortitel und Ehrenbürgerwürde


Promotionsfeier an der MHH: 106 Doktoranden und zwei Preisträgerinnen geehrt / Ruth Prendel ist neue Ehrenbürgerin der MHH



Dr. med. Leonie Greipel und Dr. rer. nat. Lena Tveriakhina (v. l.)

Ehrenbürgerin Ruth Prendel mit MHH-Präsident Professor Dr. Michael P. Manns

Insgesamt 106 Doktorandinnen und Doktoranden der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben am Freitag ihre Promotionsurkunde erhalten. Darunter sind 35 junge Medizinerinnen und 38 Mediziner, drei Zahnmedizinerinnen und sieben Zahnmediziner, 13 Naturwissenschaftlerinnen und vier Naturwissenschaftler, vier Humanbiologinnen und ein Humanbiologe sowie eine Doktorandin der Bevölkerungsmedizin (Public Health). Insgesamt 17 Doktoranden haben "mit Auszeichnung" abgeschlossen, zwei von ihnen erhielten die mit je 2.500 Euro dotierten Promotionspreise als herausragende Auszeichnung. MHH-Präsident Professor Dr. Michael P. Manns überreichte die Promotionsurkunden während einer Feierstunde in der Hochschule. Gemeinsam mit Dr. Cornelia Goesmann, Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde der MHH e.V., gratulierte Professor Manns den beiden Promotionspreisträgerinnen Dr. med. Leonie Greipel (25), MHH-Klinik für Pädiatrische Pneumologie, Neonatologie und Allergologie, und Dr. rer. nat. Lena Tveriakhina (30), MHH-Institut für Molekularbiologie. Anschließend nahm der MHH-Präsident noch eine ganz besondere und seltene Ehrung vor. Er verlieh Ruth Prendel die Ehrenbürgerwürde der MHH.

 

Dr. med. Leonie Greipel schrieb ihre Doktorarbeit mit dem Titel "Molekulare Epidemiologie von Mutationen in antimikrobiellen Resistenzloci von Pseudomonas aeruginosa Isolaten aus der Mukoviszidose-Lunge" in der Klinischen Forschergruppe "Molekulare Pathologie der Mukoviszidose". Eine chronische Infektion der Mukoviszidose-Lunge mit dem Bakterium Pseudomonas aeruginosa führt zu einer deutlich reduzierten Lebenserwartung von Patientinnen und Patienten mit Mukoviszidose, auch Cystische Fibrose (CF) genannt. Zur Behandlung werden antimikrobielle Substanzen eingesetzt. In dieser Arbeit wurden 361 Pseudomonas aeruginosa Isolate von 258 CF-Patienten aus 30 internationalen CF-Kliniken auf Mutationen in 18 für antimikrobielle Resistenz verantwortlichen Genen untersucht. Ziel war es, Spektrum und Häufigkeit von Mutationen in der globalen Population zu analysieren. In der gesamten Sequenz von 26.787 Basenpaaren wurden mehr als 1.900 Varianten beobachtet, von denen fast 60 Prozent in den 20 häufigsten Pseudomonas aeruginosa Klonen bislang noch nicht bekannt waren. Sowohl die große Anzahl an unbekannten und singulären Sequenzvarianten als auch die Tatsache, dass ein hoher Anteil an nicht-neutralen Aminosäureaustauschen in den 18 Zielgenen beobachtet werden konnte, verdeutlichen den Selektionsdruck in der Mukoviszidose-Lunge, durch den Pseudomonas aeruginosa gezwungen ist, neue Proteinvarianten zu generieren. Die Daten weisen darauf hin, dass singuläre und Neumutationen bei der Antwort von Pseudomonas aeruginosa auf CF-Habitat und antimikrobielle Chemotherapie eine zentrale Rolle spielen.

 

Dr. rer. nat. Lena Tveriakhina untersuchte in ihrer Doktorarbeit mit dem Titel "Characterization of the functional divergence of DLL1 and DLL4 in vivo and in vitro and definition of relevant domains" den funktionellen Unterschied der beiden Delta-Liganden im Maus-Modell und grenzte die verantwortlichen Bereiche ein. Zell-Zell-Kommunikation ist essentiell für die Entwicklung und Erhaltung von Organismen und wird durch eine Reihe unterschiedlicher Signalwege reguliert. Der Notch-Signalweg ist einer von ihnen und vermittelt die Kommunikation von benachbarten Zellen. Die Aktivierung des Signalwegs beruht auf der direkten Interaktion des Notch-Rezeptorproteins der Signal-empfangenden Zelle mit seinen Liganden der Delta- und Serrate-Familien, die sich an der Zelloberfläche der Signal-sendenden Zellen befinden. Säugetiere weisen vier Notch-Rezeptoren und zwei Liganden der Delta-Familie auf. Obwohl sich beide Delta-Liganden in Aufbau und Struktur sehr ähneln, funktionieren sie in der Maus unterschiedlich. Analysen im Lebend-System zeigten, dass Regionen außerhalb der Zelle für die funktionelle Divergenz verantwortlich sind. Zudem hat die Arbeit gezeigt, dass Bereiche außerhalb der bisher bekannten direkten Interaktionsregionen für die spezifische Funktion von Liganden notwendig sind. Zellkulturexperimente konnten aufschlüsseln, dass DLL1 und DLL4 unterschiedliche Vorlieben in der Aktivierung der N1 und N2 Rezeptoren haben, hierfür konnten kritische Bereiche eingegrenzt werden. Das deutet auf ein neues Fine-Tuning in der Regulation des Notch-Signalwegs hin.

 

Ruth Prendel (86) erhält die Ehrenbürgerwürde der MHH, weil sie sich in der Gründungsphase der Hochschule in herausragender Weise um das Wohl und Ansehen der Hochschule verdient gemacht hat. Als Mitglied des Gründungsausschusses der MHH setzte sie sich in außergewöhnlichem Maße in der Organisation der Pflege ein. Ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass die ursprünglich geplanten großen Stationen in Halbstationen mit je 16 Betten umgewandelt wurden. Damit konnte nicht nur ein deutlich besseres Verhältnis von Pflegepersonal zu Patienten realisiert, sondern auch die berufliche Karriere der Schwestern befördert werden. Zusätzlich setzte sie sich für eine Entlastung der Pflegekräfte von administrativen Aufgaben sowie für die Gründung der hochschuleigenen Pflegeschule ein, um dem damals schon vorhandenen Pflegekräftemangel etwas entgegen zu setzen. Ihr verstorbener Ehemann war der Leitende Ministerialrat Dipl.-Ing. Jan Wilhelm Prendel, der damals die Gesamtverantwortung für die Bauplanung und Bauausführung der MHH hatte. Er wurde aufgrund seiner hervorragenden Leistung bereits im Jahr 1971 mit der Ehrenbürgerwürde der MHH ausgezeichnet.

 

Zwei Fotos sind angefügt. Das erste Foto zeigt die beiden Preisträgerinnen Dr. med. Leonie Greipel und Dr. rer. nat. Lena Tveriakhina (v. l.). Das zweite Foto zeigt die neue Ehrenbürgerin Ruth Prendel mit MHH-Präsident Professor Dr. Michael P. Manns. Sie können beide Fotos mit dieser Presseinformation kostenfrei verwenden, wenn Sie als Quelle "MHH/Kaiser" angeben.







V. i. S. d. P.: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der MHH


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