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Presseinformation

08. 01. 2019

Das Herz auf Heilung schalten


Forschung für Infarkt-Therapie: MHH-Wissenschaftler koordiniert neues europäisches Projekt / Förderung in Höhe von mehr als 1,1 Millionen Euro



Dr. Christian Bär und die Doktorandin Shambhabi Chatterjee. Auf dem Bildschirm sind Herzmuskelzellen abgebildet, deren Wachstum grün markiert ist. MHH/Kaiser

Ausdauer, Neugierde, Kreativität - von Kindern können wir viel lernen. Und von einer Fähigkeit, die Neugeborene haben, können wir bisher sogar nur träumen: Denn ihr Herz kann sich von einem starken Infarkt wieder vollständig erholen. Das haben Forscher vor rund drei Jahren beobachten können. Bis dahin hatte man dies bei einem Menschen noch nicht erlebt, jedoch schon bei neugeborenen Mäusen.

 

Doch wie schaffen junge Herzen diese Regeneration? Was unterscheidet sie von erwachsenen Herzen?
Das Team des neuen europäischen Forschungsprojekts INNOVATION will Antworten auf diese Fragen finden und somit neue Therapieansätze für Patienten, deren Herz einen Infarkt zwar überstanden hat, aber aufgrund der fehlenden Regenerationsfähigkeit nur noch schwach schlägt.

 

In der Gruppe arbeiten Forscherinnen und Forschern aus fünf europäischen Ländern zusammen. Nachwuchswissenschaftler Dr. Christian Bär vom Institut für Molekulare und Translationale Therapiestrategien der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) koordiniert das Vorhaben, das im Rahmen des Programms "European Research Area Network on Cardiovascular Diseases" mit rund 1,1 Millionen Euro gefördert wird. Das Institut ist eng in den Exzellenzcluster REBIRTH eingebunden, der sich insbesondere mit Fragen der Organregenerierung beschäftigt. Die MHH erhält im Rahmen dieser Förderung rund 300.000 Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Voraussichtlicher Projektstart ist der 1. April 2019.

 

Die Forscher konzentrieren sich bei ihrer Suche nach Unterschieden zwischen jungen und erwachsenen Herzen insbesondere auf bestimmte Moleküle, die verschiedene Vorgänge in den Zellen regulieren. Es handelt sich dabei um sogenannte lange nicht-kodierende RNAs (lncRNA), welche zu Tausenden in Herzzellen vorkommen. "LncRNAs sind noch realtiv unerforscht, scheinen jedoch in sämtlichen zellulären Signalwegen essenzielle Funktionen zu haben", sagt der Leiter des Instituts, Professor Dr. Dr. Thomas Thum. "Wir schauen, welche dieser Ribonukleinsäuren im Laufe des älter werdenden Herzens an- oder ausgeschaltet werden. Das nächste Ziel ist dann, ein Tiermodell zu entwickeln, mit dem wir das Ergebnis des therapeutischen An- oder Ausschaltens dieser RNAs überprüfen können", ergänzt Dr. Bär. Die Idee sei, dass sich auch das erwachsene Herz regeneriere, wenn die richtigen Schalter betätig würden.

 

Weitere Informationen erhalten Sie bei Dr. Christian Bär, baer.christian@mh-hannover.de, Telefon (0511) 532-2883 sowie im Internet unter https://www.era-cvd.eu/media/content/ERA_CVD_newsletter4.pdf

 

 







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