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Presseinformation

23. 11. 2018

MHH-Freunde fördern Forscher


Gesellschaft der Freunde der MHH verleiht während ihrer Jahresversammlung Preise, Fördergeld und Stipendien an verdiente und angehende Wissenschaftler



Dr. Manoj B. Menon und Dr. Julia Gropengießer mit dem MHH-Präsidenten Professor Dr. Christopher Baum und der Vorsitzenden der GdF Dr. Cornelia Coesmann

Hohe Auszeichnungen für Forscher: Die Gesellschaft der Freunde der MHH e.V. (GdF) hat während ihrer gestrigen Jahresversammlung drei Preise verliehen: den Sir-Hans-Krebs-Preis (10.000 Euro), den Mukoviszidose-Preis (5.000 Euro) und den Hans-Heinrich Niemann-Preis (2.500 Euro). Außerdem vergaben die Freunde der MHH eine Forschungsunterstützung in Höhe von 20.000 Euro, gestiftet von Ernst-August Schrader. Zusätzlich erhielten drei junge Wissenschaftler ein Stipendium für ein Junior Professional Management Programm (JPM). MHH-Präsident Professor Dr. Christopher Baum überreichte die Preise gemeinsam mit der Vorsitzenden der GdF, Dr. Cornelia Goesmann. Die Gesellschaft der Freunde der MHH e.V. hat mehr als 600 Mitglieder, verwaltet verschiedene Stiftungen und unterstützt Forschungsprojekte jedes Jahr mit insgesamt bis zu 1,2 Millionen Euro.

 

Die Preise im Einzelnen:

 

Mit dem Sir-Hans-Krebs-Preis, gestiftet von der Gesellschaft der Freunde der MHH e.V. in Höhe von 10.000 Euro, soll eine herausragende, in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift veröffentlichte Arbeit der medizinischen Grundlagenforschung ausgezeichnet werden. Der Preis geht in diesem Jahr an Dr. Julia Gropengießer, Institut für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), und Dr. Manoj B. Menon, MHH-Institut für Zellbiochemie, für ihre gemeinsame Publikation „p38MAPK/MK2-dependent phosphorylation controls cytotoxic RIPK1 signalling in inflammation and infection“ in der renommierten Fachzeitschrift Nature Cell Biology volume 19, pages 1248–1259 (2017). Den Wissenschaftlern ist es gelungen, die Entzündungs- und Infektionsvermittelte Regulation des sogenannten TNF-Rezeptor-interacting Protein RIPK1 aufzuklären und einen zentralen Schalter des Immunsystems bei Entzündungsreaktionen zu identifizieren: das Enzym MK2. Es phosphoryliert das Protein RIPK1, wenn bei einer Entzündungsreaktion bakterielle Hüllbestandteile oder der Botenstoff Tumornekrosefaktor auf eine Zelle einwirken. Wenn RIPK1 so verändert ist, kann es nicht mehr dazu beitragen, dass die Makrophagen (Fresszellen) sterben. Das Enzym MK2 entscheidet so über Leben und Tod von Makrophagen und versetzt diese nach Phosphorylierung von RIPK1 in die Lage, weiterzuleben und eine effektive Entzündungsantwort einzuleiten.

 

Der Mukoviszidose-Preis, gestiftet von der Mylan Healthcare GmbH in Höhe von 5.000 Euro, geht an Dr. Sibylle Junge aus der MHH-Klinik für Pädiatrische Pneumologie, Allergologie und Neonatologie, und Lothar Stein vom MHH-Institut für Sportmedizin.

 

Im Mukoviszidose-Zentrum für Kinder und Jugendliche der MHH werden etwa 200 Kinder mit Mukoviszidose betreut. Bei Mukoviszidose handelt es sich um eine angeborene Erkrankung, die trotz aller Therapiefortschritte noch nicht heilbar ist. Von dieser Erkrankung sind verschiedene Organsysteme wie das Atemsystem, die Verdauung und der Stoffwechsel betroffen. Durch immer neue und moderne Therapien haben sich Lebenserwartung und Lebensqualität von Mukoviszidose-Patienten in den letzten Jahren deutlich verbessert. Sport und körperliche Aktivität sind wichtiger Bestandteil in der Therapie. Wissenschaftliche Untersuchungen konnten viele positive Effekte von körperlicher Aktivität für den Erkrankungsverlauf nachweisen. Die Ambulanz arbeitet hier eng mit der MHH-Sportmedizin zusammen. Im Rahmen eines neuen Projektes „Mukoviszidose assoziierter Diabetes und Sport“ wollen sie jetzt Umfang und Intensität körperlicher Aktivität sowie körperlicher Leistungsfähigkeit von Mukoviszidose-Patienten mit Diabetes mellitus oder gestörter Glukosetoleranz untersuchen. Ziel ist es, durch ein individuelles Aktivitätsprogramm den Ausbruch eines Diabetes zu verzögern oder den Insulinbedarf zu reduzieren.

 

Der Hans-Heinrich Niemann-Preis, gestiftet von Professorin Dr. Teruko Tamura-Niemann in Höhe von 2.500 Euro, geht an Dr. Janis-Alexander Müller, Institut für Molekulare Virologie, Universitätsklinikum Ulm, für seine Promotion zum Thema „The versatile role of semen and seminal amyloid in virus infection“.

 

Sexuell übertragbare virale Erkrankungen stellen ein weltweites Gesundheitsproblem dar. Das AIDS-verursachende Humane Immundefizienz-Virus (HIV) infiziert durch ungeschützten Geschlechtsverkehr jährlich 1,5 Millionen Menschen. Es ist bekannt, dass Samenflüssigkeit die Infektiosität von HIV erhöht und dass in der Flüssigkeit enthaltene amyloide Proteinaggregate dafür verantwortlich sind. In seiner Doktorarbeit untersuchte Dr. Janis Müller den Einfluss dieser Strukturen auf weitere Viren und fand heraus, dass Viren, die keine Membranhülle haben, nicht beeinflusst werden, wohingegen die Infektionsraten behüllter Viren unterschiedlich anstiegen. HIV-verwandte Viren zeigten den höchsten Infektionsanstieg, Herpes-simplex- oder Ebola-Viren einen schwächeren und bei Hepatitis C-, Röteln- und Dengue-Virus blieb der Effekt komplett aus. Als Ursache identifizierte Dr. Müller, dass letztere Viren ihre Membranhülle mit Glykoproteinen abschirmen, wodurch die Infektions-verstärkenden Amyloidaggregate nicht mit den Viruspartikeln interagieren und ihre Wirkung entfalten können. Interessanterweise nutzt HIV diese Effekte aus, indem es nur wenige Glykoproteine in seine Hülle einbaut, was eine spezielle Anpassung des Virus an die sexuelle Übertragung in Samenflüssigkeit darstellen könnte. Insgesamt zeigte Dr. Müller in seiner Dissertation, wie unterschiedlich die Bedeutung der Samenflüssigkeit in Virusinfektionen sein kann. Jetzt arbeitet er daran, die verantwortlichen Faktoren genauer zu verstehen, was dabei helfen könnte, Maßnahmen zu entwickeln, um der sexuellen Übertragung von Viren vorzubeugen.

 

Eine Forschungsunterstützung, gestiftet von Ernst-August Schrader in Höhe von 20.000 Euro, erhält die Traumastiftung der MHH-Klinik für Unfallchirurgie.

 

Die Gesellschaft der Freunde der MHH (GdF) e.V. und die MHH stiften in diesem Jahr bereits zum vierten Mal in Folge gemeinsam Stipendien für ein Junior Professional Management (JPM) Programm. In diesem Jahr freuen sich drei MHH-Nachwuchswissenschaftler über diese Förderung in Höhe von jeweils 7.000 Euro: Privatdozentin Dr. Inga Peters, MHH-Klinik für Urologie und Urologische Onkologie, Dr. Claudia Neunaber, MHH-Klinik für Unfallchirurgie, und Dr. Christian Bär, MHH-Institut für Molekulare und Translationale Therapiestrategien. Mit dem Stipendium für ein JPM-Programm soll ihnen das nötige Rüstzeug mitgegeben werden, um ihnen den Übergang zur Führungskraft bei steigenden Anforderungen in Forschung und Lehre sowie zunehmenden Managementaufgaben zu erleichtern.

 

 







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