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Presseinformation

07. 11. 2018

MHH: Aktiv sein trotz chronischer Erkrankung


Selbstmanagementprogramm INSEA für chronisch kranke Menschen geht in die zweite Runde / Kooperationsvertrag unterzeichnet



Vier von zehn Erwachsenen zwischen 18 und 64 Jahren leiden in Deutschland an einer chronischen Erkrankung. Die Auswirkungen beeinflussen häufig den gesamten Lebensentwurf: Betroffene müssen die langwierigen, vielfach schleichenden Verläufe ihrer Erkrankung bewältigen und mit möglichen Komplikationen sowie den körperlichen und psychischen Begleitumständen umgehen lernen. Das mit Unterstützung der BARMER und der Robert Bosch Stiftung GmbH gegründete Netzwerk INSEA (Initiative für Selbstmanagement und aktives Leben) hilft Menschen mit chronischen Erkrankungen seit 2014 mit einem evidenzbasierten Kursprogramm. In den „Gesund und aktiv leben“ Kursen lernen sie unter der Anleitung von Personen, die selbst chronisch erkrankt sind, wie sie ihr Gesundheitsmanagement aktiv selbst in die Hand nehmen können. Rund 1.300 Teilnehmer aus Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachen haben seit dem Start des Programms an über 130 Kursen erfolgreich teilgenommen.
Um das INSEA-Programm in Deutschland künftig noch weiter auszurollen und Strukturen für eine nachhaltige Implementierung zu schaffen, haben die Partner jetzt einen weiterführenden Kooperationsvertrag unterzeichnet. Neben der BARMER und der Robert Bosch Stiftung, die das INSEA Netzwerk in den nächsten Jahren weiterhin finanziell unterstützen, wirkt auch die Careum Stiftung in Zürich, die die Lizenz für das Programm zur Verfügung stellt, weiterhin mit. Umgesetzt wird das Programm von der Medizinischen Hochschule Hannover einschließlich der Patientenuniversität sowie den Selbsthilfekontaktstellen Bayern e.V.


„Menschen, die mit einer chronischen Erkrankung leben, sehen sich im Alltag mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Ein aktives Selbstmanagement, wie es in den INSEA Kursen vermittelt wird, hilft Betroffenen erheblich. Wie wichtig diese Form von Gesundheitskompetenz ist, zeigt auch der Nationale Aktionsplan Gesundheitskompetenz, an dessen Empfehlung wir mit dem weiteren Ausbau des INSEA-Netzwerkes anknüpfen können“, sagt Susanne Melin, Projektverantwortliche bei der Robert Bosch Stiftung.
Dr. Mani Rafii, Vorstandsmitglied der Barmer, betont: „Menschen mit chronischen Erkrankungen sollten nie das Gefühl haben, sie wären ihrem Schicksal hilflos ausgeliefert. Auf Basis guter Gesundheitsinformationen können Betroffene und deren Angehörige lernen, sich über die medizinische Therapie hinaus auch selbst zu helfen. Das gibt mehr Selbstvertrauen für die kleinen und großen Hürden des Alltags.“ Auch der Präsident und Stiftungsrat der Careum Stiftung, Hans Gut, stellt die aktive Rolle von Menschen mit chronischen Erkrankungen in den Vordergrund: „Careum unterstützt seit 2012 die Ausrollung der „Gesund und aktiv leben“ Kurse in der Schweiz und seit 2014 auch in Deutschland. Damit setzen wir gezielt auf Patientenemanzipation und Selbstbestimmung von Erkrankten.“


Professorin Dr. Marie-Luise Dierks, Leiterin der Patientenuniversität und ihr Team freuen sich sehr darüber, dass das INSEA Netzwerk in die zweite Runde geht: „Wir haben hier an der MHH eine Nationale Koordinierungsstelle für das Netzwerk eingerichtet, und wir sind sehr dankbar, dass wir die erfolgreich begonnene Arbeit fortsetzen können. Wir werden weiter daran arbeiten, die Kurse an vielen Orten in Deutschland anzubieten, Partner für die Durchführung von Kursen zu finden und so für möglichst viele Menschen Unterstützung zu leisten“. Auch Klaus Grothe-Bortik vom Verein Selbsthilfekontaktstellen Bayern e.V. betont, wie wichtig die Weiterführung aus seiner Sicht ist: „Damit
können wir chronisch erkrankten Menschen und ihren Angehörigen weiterhin Wege aufzeigen, damit sie besser ihre Erkrankung bewältigen können und bei Bedarf eine passende Selbsthilfegruppe zur dauerhaften Unterstützung finden.“


Weiterführende Hinweise erhalten Sie auf der Homepage von INSEA unter www.INSEA-aktiv.de

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