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Presseinformation

09. 10. 2018

Bessere Langzeitergebnisse nach Lungentransplantation


MHH-Forscher führen Studie zur maßgeschneiderten Immunsuppression durch / DFG unterstützt Projekt mit rund einer Million Euro



Ein Medikament hilft, wenn es viel Gutes erreicht und wenige Nebenwirkungen hat – die optimale Dosierung kann sich aber von Mensch zu Mensch unterscheiden. Überlebenswichtig ist dies beispielsweise nach einer Transplantation. Denn die Medikamente, die eine Organabstoßung verhindern sollen, erhöhen gleichzeitig die Gefahr, an einer Infektion zu erkranken oder sogar zu sterben, und sind zudem giftig. 

 

Um für jede Patientin und jeden Patienten die optimale Dosierung der Immunsuppression zu bestimmen, wird die Menge dieser kritischen Medikamente im Blut (der „Blutspiegel“), regelmäßig kontrolliert. Doch trotzdem kommt es häufig zu Abstoßung des Organs, schweren Infektionen und Nierenschwäche. Beispielsweise entwickeln im ersten Jahr nach einer Lungentransplantation etwa 30 bis 50 Prozent der Empfänger eine Abstoßung, und bei rund einem Viertel der Organempfänger kommt es zu einer Nierenschwäche. Hinzu kommt, dass bei diesen Patienten Infektionen zu den häufigsten Todesursachen gehören.

 

Ein Forscherteam der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) überprüft nun, ob die optimale Menge an Immunsuppressiva an der Wirkung festgemacht werden kann, die das Arzneimittel bei jedem einzelnen Patienten hat. Dazu führt Professor Dr. Jens Gottlieb von der MHH-Klinik für Pneumologie mit der Medizinischen Universität Wien eine klinische Studie durch, an der rund 150 lungentransplantierte Patienten teilnehmen werden. Sie werden mit Hilfe eines Zufallsmechanismus unterschiedlichen Gruppen zugeordnet. In einer Gruppe messen die Forscher die Wirkung der Immunsuppressiva anhand der Menge der sogenannten „Torque Teno Viren“ im Blut: Wenn viele Viren im Blut vorkommen, wird das Immunsuppressivum reduziert, um deren unerwünschte Wirkungen zu vermeiden. In der anderen Gruppe wird die Dosierung des Medikaments wie bisher üblich über die Kontrolle des Blutspiegels gesteuert.

 

Für diese Studie erhält das Team von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für zunächst drei Jahre mehr als eine Million Euro. Das Team des Koordinierungszentrums für klinische Studien der Philipps-Universität Marburg begleitet das Projekt, an dem noch weitere deutsche Zentren teilnehmen werden.

 

Weitere Informationen erhalten Sie bei Professor Dr. Jens Gottlieb, gottlieb.jens@mh-hannover.de, Telefon (0511) 532-4601.

 

 







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