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Presseinformation

14. 11. 2016

Technologischer Fortschritt: MHH geht mit roboterbasierter Angiografie-Anlage an den Start


Weltpremiere in der Radiologie: „ARTIS pheno“ sorgt für individuelle und schonende Therapien sowie kürzere Eingriffszeiten / Vor allem schwer kranke Patienten profitieren



Inbetriebnahme der neuen Angiografie-Anlage mit Dr. Heinrich Kolem, Professor Frank Wacker und Dr. Andreas Tecklenburg (von links). Quelle „MHH/Kaiser“.

Das Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat heute eine neue hochmoderne Angiografie-Anlage in Betrieb genommen. Das Gerät „ARTIS pheno“ der Firma Siemens Healthineers wurde erst kürzlich der Öffentlichkeit vorgestellt und ist in der MHH-Radiologie weltweit zum ersten Mal in einem Krankenhaus installiert worden. Unter einer Angiografie versteht man die radiologische Darstellung von Gefäßen, vor allem von Blutgefäßen. Die neue Anlage zeichnet sich durch geringe Strahlendosen, kürzere Eingriffszeiten und präzisere Darstellungen aus. Dank der neuen Anlage können Therapien noch besser maßgeschneidert und schonender erfolgen. „Biomedizintechnik ist seit vielen Jahren einer der drei Forschungsschwerpunkte der MHH. Hier passt sich die neue Anlage gut ein, denn die Wissenschaftler der Radiologie beschäftigen sich intensiv mit Navigation bei minimalinvasiver Therapie“, sagt Dr. Andreas Tecklenburg, Vizepräsident der MHH.

Das Radiologische Institut der MHH ist spezialisiert auf minimalinvasive bildgestützte Therapien. Beispiele dafür sind die gezielte Bestrahlung von Tumoren in der Leber (selektive interne Strahlentherapie, SIRT), die Durchflutung  der krebskranken Leber mit Chemotherapeutika (Chemosaturation) und die Beseitigung von Blutgerinnseln in der Lungenarterie mithilfe eines Ballonkatheters (pulmonale Ballonangioplastie, CTEPH). Die Wissenschaftler des Instituts sind deutschlandweit in Forschungsprojekte eingebunden und forcieren die Entwicklung neuer Technologien. An der innovativen Angiografie-Anlage arbeiten die MHH-Forscher mit den Ingenieuren von Siemens Healthineers zusammen – bereits vor der allgemeinen Markteinführung im nächsten Jahr. Mit dieser Kooperation sichert sich die Hochschule den frühen Zugang zu neuen Technologien. Siemens wiederum profitiert von der ausgewiesenen Expertise und dem umfassenden Untersuchungsspektrum des Supramaximalversorgers MHH.  

Anlage macht komplexe minimalinvasive Therapien möglich

Das neue System wurde gezielt entwickelt, um komplexere minimalinvasive Behandlungen des gesamten Körpers zu ermöglichen. Es unterstützt mit seiner Robotertechnik die Bedürfnisse jedes einzelnen Patienten. „Dreidimensionale Gefäßbilder lassen sich mit dem ‚ARTIS pheno‘ in bisher unerreichter Geschwindigkeit und hoher Detailtreue erzeugen“, berichtet Professor Dr. Frank Wacker, Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie. „Damit erkennen wir beispielsweise bei Lebertumoren die kleinsten Gefäße, können diese sicher aufsuchen und darüber den Tumor gezielt behandeln.“

Die dreidimensionalen Gefäßbilder des Patienten sind so etwas wie Kartenmaterial für den Arzt, der damit im Körper navigiert, vergleichbar mit dem Navigationssystem eines Autos. Da im „ARTIS pheno“ die neueste Detektortechnologie zum ersten Mal im großen Format von 30 mal 40 Zentimeter zum Einsatz kommt, sind Computertomografie-ähnliche Bilder aller Körperregionen mit sehr kurzen Aufnahmezeiten und ohne Verwacklungen möglich. Der Arzt kann bei jedem Patienten individuell entscheiden, in welchen Gefäßast er abbiegen muss, um die Behandlung durchzuführen.

Professor Dr. Bernhard Meyer, Leitender Oberarzt und Bereichsleiter der Interventionellen Radiologie nutzt diese individuelle Navigation täglich, um noch präziser und nebenwirkungsärmer zu behandeln. „In den papierdünnen Lungenschlagadern hilft uns die neue Navigationstechnik lebensgefährliche Gefäßverletzungen zu vermeiden“, erklärt Professor Meyer. „Mit den neuen Techniken ist auch die minimalinvasive Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung sehr gezielt durchzuführen. Hierbei spritzen wir durch einen Katheter in der Schlagader winzige Kunststoffkügelchen direkt in die Prostataarterien ein. Dies reduziert die Durchblutung der Drüse, die Prostata schrumpft, und die Beschwerden werden gelindert.“ Die Navigation erlaubt es, besonders genau zu arbeiten. Die Aufnahmen mit dem neuen Detektor im Niedrigdosisbereich sind sehr schonend für Patienten und Untersucher.

Neu sind nicht nur die Technik und das Design des „ARTIS pheno“, sondern auch die Geräteoberfläche. Spaltfreie weiße Abdeckungen erleichtern die Gerätereinigung und eine antibakterielle Beschichtung leistet einen Beitrag zur Einhaltung der strengen Hygieneanforderungen im Krankenhaus.

Aufgrund ihrer Expertise sind die Forscher auch am BMBF geförderten Forschungscampus STIMULATE beteiligt, bei dem sie sich mit der klinischen Integration von minimalinvasiver Lebertherapie beschäftigen. Auch wenn die Zusammenarbeit mit Siemens Healthineers zunächst unabhängig davon ist, so versprechen sich die Wissenschaftler der MHH trotzdem Synergieeffekte, um eine exakte und umfassende Behandlung von Lebertumoren zu erreichen. „Unser gemeinsames Ziel ist es, aus den Erfahrungen in Hannover zu lernen und die Bildgebung in der Therapie im Sinne der Patienten noch weiter zu verbessern“, betont Dr. Heinrich Kolem, CEO der Geschäftseinheit für Angiografie und Interventionelle Systeme der Siemens Healthineers.

Weitere Informationen
über die neue Angiografie-Anlage erhalten Sie bei Professor Dr. Frank Wacker, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Telefon (0511) 532-3422, wacker.frankmh-hannover.de











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