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Presseinformation

03. 11. 2016

MHH-Frauenklinik eröffnet neue Hightech-OP-Säle


3D-Bilder und Fluoreszenz-Markierungen ermöglichen verbesserte Technik bei minimalinvasiven Operationen / Robotertechnik unterstützt die Arbeit der Chirurgen



Professor Hertel (links) und sein Team bei einer Operation in einem der neuen OP-Säle.

Die offizielle Eröffnung der neuen OP-Säle. Die OP-Schwestern Hildegard Sterzenbach und Anke Wucherpfennig, Professor Peter Hillemanns, Dr. Andreas Tecklenburg und Professor Hermann Hertel (von links). „MHH/Kaiser“.

Die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) eröffnete heute zwei Operationssäle mit neuer technischer Ausstattung für minimalinvasive Operationen. In den beiden OP-Sälen stehen jetzt innovative Komplettausstattungen mit moderner Kamera-, Monitor- und Robotertechnik zur Verfügung. „Die MHH-Frauenklinik spielt seit mehr als zehn Jahren in der Region Hannover eine führende Rolle bei der minimalinvasiven Chirurgie gynäkologischer Erkrankungen. Mit den beiden Hightech-Operationssälen können wir das anspruchsvolle Niveau bei der Behandlung unserer Patientinnen noch weiter erhöhen“, betont Dr. Andreas Tecklenburg, MHH-Vizepräsident und zuständig für den Bereich Krankenversorgung. Aufgrund der hohen Qualität in der Medizinischen Versorgung, der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften und der wissenschaftlichen Arbeit der Klinik hatte die Deutsche Forschungsgemeinschaft  (DFG) rund 250.000 Euro zur Erneuerung der OP-Säle bereitgestellt.

Bei minimalinvasiven Operationen, also Eingriffen mit nur wenigen kleinen Schnitten in den Körper des Patienten, ist oft auch von „endoskopischen“ Eingriffen die Rede. Bei einer Endoskopie benutzt der Chirurg ein spezielles Instrument, das Endoskop. Es verfügt über ein optisches System und eine daran angeschlossene Lichtquelle, mit deren Hilfe der Operateur auf einem Bildschirm Körperhöhlen und Hohlorgane betrachten und dort chirurgische  Eingriffe vornehmen kann. In der Gynäkologie sind das die sogenannten Bauchspiegelungen. Sie werden unter anderem bei Operationen an den Eierstöcken und Eileitern, der Gebärmutter oder des Gebärmutterhalses sowie bei Verwachsungen im Unterbauch angewendet.

Die neu ausgestatteten OP-Säle verfügen über 3D-Endoskopie-Systeme. „Die 3D-Visualisierung erlaubt einen Blick in die Tiefe. Dadurch sind die Gewebestrukturen viel besser erkennbar und Operationen noch präziser durchzuführen“, erklärt Professor Dr. Peter Hillemanns, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Während des Eingriffs beobachtet der Chirurg das Operationsgebiet auf einem Monitor. Zu Aufnahmen in hoher Qualität trägt auch ein Roboter-Arm bei, der die Kamera hält – jegliches Zittern ist ausgeschlossen. Der Operateur steuert den Roboter-Arm per Joystick. Darüber hinaus sorgt eine fluoreszenzdiagnostische Ausstattung für Verbesserungen vor allem in der onkologischen Chirurgie. „Die Fluoreszenzdiagnostik ist beispielsweise sehr hilfreich bei der Entfernung von sogenannten Wächterlymphknoten“, erläutert Professor Dr. Hermann Hertel, leitender Oberarzt der Klinik. Ein Wächterlymphknoten liegt in der Nähe eines Krebstumors und ist der erste, der normalerweise von wandernden Tumorzellen befallen wird. Für die Operateure ist er im kleinen Becken oft nicht einfach zu finden. „Jetzt haben wir die Möglichkeit, diesen Lymphknoten während der Operation mit dem fluoreszierenden Farbstoff Indocyaningrün (ICG) anzufärben und sichtbar zu machen. So können wir ihn schneller identifizieren und sicher entfernen“, erläutert Professor Hertel.
Vorteile hat die Erneuerung der OP-Säle auch für die Pflegekräfte des OP-Teams gebracht. „Da das 3D-System fest installiert ist, müssen wir keinen fahrbaren Geräteturm mehr in den OP-Saal schieben und haben mehr Platz“, sagt Anke Wucherpfennig, OP-Schwester und zuständig für den gynäkologischen Bereich. „Wir können das System während der OP über Touchscreen Monitore bedienen, das ist sehr praktisch. Die OP-Lampen sind leichter zu bewegen und sorgen mit einer neuartigen LED-Beleuchtung bei offenen Operationen für einen optimalen Blick auf das Operationsfeld und gelungene Aufnahmen fürs Archiv. Alle Bilder und Videosequenzen können aus dem Operationssaal direkt ins Krankenhaus-Informationssystem eingespeist werden. Auch Übertragungen in einen Hörsaal oder in einen Seminarraum sind möglich, zu Lehrzwecken können sogar Livestreams digital eingespielt werden. „Dadurch führt die neue Technik im OP auch zu Fortschritten in der Lehre und Weiterbildung“, freut sich Professor Hillemanns.   

In der MHH-Frauenklinik werden pro Woche bis zu 40 minimalinvasive Eingriffe vorgenommen. Insgesamt liegt die Anzahl der minimalinvasiven und offenen Operationen bei mehr als 3.600 pro Jahr. Neben den beiden neu ausgestatteten OP-Sälen verfügt die Klinik noch über einen dritten OP, in dem vor allem offene Operationen im Beckenbereich und brustchirurgische Eingriffe durchgeführt werden.

Weitere Informationen über die neuen OP-Säle erhalten Sie bei Professor Dr. Peter Hillemanns, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Telefon (0511) 532-6143, hillemanns.petermh-hannover.de.







V. i. S. d. P.: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der MHH


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