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Presseinformation

13. 11. 2017

Sexuelle Gewalt verhindern


MHH-Ambulanz „I CAN CHANGE“ bietet Prävention und Behandlung dysregulierter Sexualität – erste Erfolge seit Eröffnung im Frühjahr



Unter dem Hashtag metoo schildern momentan weltweit Frauen in sozialen Netzwerken ihre Erfahrungen mit sexueller Gewalt; das Ausmaß der Schilderungen zeigt, wie sehr sexuelle Gewalt Teil des Alltags und der Gesellschaft ist. Nach aktuellen Studien wird in Europa jede zwanzigste Frau im Laufe ihres Lebens Opfer einer Vergewaltigung. 2016 wurden in Niedersachsen 954 Fälle von Vergewaltigung oder sexueller Nötigung angezeigt; in 98 Prozent der Fälle waren die Tatverdächtigen Männer; etwa zwei Drittel der Opfer stammen aus dem Nahfeld der Täter, waren also Partner oder Bekannte. Dabei existiert ein erhebliches Dunkelfeld: So wenden sich weniger als zehn Prozent der Frauen in Deutschland im Falle sexueller Gewalt an die Polizei und nur drei bis vier Prozent der Fälle werden zur Anzeige gebracht.

Für tatgefährdete Personen gibt es bislang nur wenige spezialisierte Behandlungsangebote. Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) richtet sich mit ihrem Projekt „I CAN CHANGE“ an Menschen, die fürchten, ihre sexuellen Impulse nicht mehr kontrollieren zu können. Dazu gehören neben dem exzessiven Konsum von Pornografie auch sexuelle Gewaltfantasien und sexuelle Übergriffe auf Frauen. Ziel ist es, die Patienten in die Lage zu versetzen, ihre Sexualität zu regulieren und damit die langfristige Verhinderung von sexuellen Übergriffen auf Frauen. „Das Thema sexuelle Gewalt geht jeden einzelnen Menschen etwas an. Ein neuer, öffentlicher Umgang mit diesem Thema ist wichtig, um gesellschaftliche Strukturen zu verändern und dafür zu sorgen, dass sexuelle Gewalt eine Seltenheit wird“, betont Prof. Dr. Tillmann Krüger, Leiter der Präventions-Ambulanz.

Damit dies geschehen kann, brauche es engagierte und couragierte Hilfe für Betroffene, aber auch Angebote für jene Menschen, die sexuelle Grenzen überschreiten, erläutert Tillmann Krüger. „Die ersten Erfahrungen seit Eröffnung der Präventions-Ambulanz zeigen, dass diese Männer kontaktierbar sind und Hilfe in unserer Sprechstunde und Behandlung suchen.“ Nur wenn es gelingt, eine langfristige Lösung des Problems zu finden, kann die Anzahl der Betroffenen verringert werden.

Weitere Informationen erhalten Sie bei
Prof. Dr. Tillmann Krüger, Charlotte Gibbels und Jonas Kneer unter der Telefonnummer (0511) 532- 3163 und auf http://www.praevention-sexueller-gewalt.de Die Ambulanz ist zu erreichen unter der Telefon-Hotline (0511)532-6746, sowie per E-Mail unter kontaktpraevention-sexueller-gewalt.de









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