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Presseinformation

10. 07. 2017

Millionenförderung: Bessere Therapien dank Medizininformatik


MHH und Universitätsmedizin Göttingen werden gemeinsam mit Heidelberg mit 30 Millionen Euro gefördert / Konsortium HiGHmed verbindet drei international führende Standorte



Großer Erfolg für Medizininformatiker aus Heidelberg, Göttingen und Hannover: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) startet seine Medizininformatik-Initiative mit einer Förderung von insgesamt 150 Millionen Euro. Ziel ist es, die wachsenden Datenschätze – von Röntgenbildern bis hin zu Erbgut-Analysen – in einer nationalen Infrastruktur zu verknüpfen, um daraus neues Wissen für eine bessere Gesundheitsforschung und Versorgung zu gewinnen. Etwa 30 Millionen Euro gehen für die nächsten vier Jahre an das Konsortium HiGHmed, das mit Heidelberg, Göttingen und Hannover drei international führende und komplementär aufgestellte Standorte der Universitätsmedizin verbindet. HiGHmed ist eines von vier geförderten Konsortien bundesweit ist. Von der Fördersumme gehen gut 13 Millionen Euro nach Niedersachsen, davon an die MHH 6,6 Millionen Euro und nach Göttingen rund sieben Millionen Euro.



HiGHmed verfolgt zusammen mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und weiteren Partnern verfolgt das Konsortium das Ziel, durch neue medizininformatische Lösungen und einen übergreifenden Datenaustausch Krankenhausinfektionen besser zu bekämpften sowie Krebs- und Herz-Kreislauferkrankungen durch personalisierte Ansätze wirkungsvoller zu behandeln.



„Unsere Vision ist, dass jede Ärztin und jeder Arzt, egal ob in Kliniken, Haus- oder Facharztpraxen, alle verfügbaren Erfahrungswerte und Forschungsergebnisse auf Knopfdruck abrufen und in seine Therapieentscheidungen einbeziehen kann. Dadurch werden die Patientinnen und Patienten zukünftig noch besser beraten und therapiert", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka anlässlich der Bekanntgabe der geförderten Zentren.



„Im Rahmen von HiGHmed haben wir drei Kliniken vereint, die in der Forschung und klinischen Versorgung auf Spitzenniveau arbeiten. Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir ein Konzept entwickelt, wie wir die neuesten Informationstechnologien einsetzen können, um Forschungsergebnisse aus der Genomforschung oder Daten von tragbaren Sensoren schnell zum Nutzen des Patienten bringen zu können“, sagt HiGHmed-Konsortialführer Professor Dr. Roland Eils, Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg sowie Professor für Bioinformatik an der Universität Heidelberg und Abteilungsleiter am DKFZ.

 

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) bringt neben ihren Expertisen in der Krankenversorgung und Forschung das Fachwissen aus dem Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik ein, dass die MHH gemeinsam mit der Technischen Universität Braunschweig betreibt, sowie aus der Abteilung "Systeme für Forschung und Lehre" des Zentrums für Informationsmanagement. „Wir brauchen innovative IT-Ansätze, um die Versorgung jedes einzelnen Patienten zu verbessern, das Gesamtsystem zu optimieren und der Forschung die bestmöglichen Daten für die Medizin von morgen bereitzustellen", betont MHH-Präsident Professor Dr. Christopher Baum.



„Was wir brauchen, sind intelligente Lösungsstrategien, die über einzelne Standorte hinausgehen“, betont sagt Professor Dr. Heyo K. Kroemer, Vorstandssprecher und Vorstand Forschung und Lehre der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). „Mit HiGHmed haben wir einen gemeinsamen Ansatz entwickelt, den wir jetzt dank der Förderung durch das BMBF fortführen können. Gerade die Universitätsmedizin in Göttingen kann dabei insbesondere aus ihren Forschungsschwerpunkten Herz-Kreislauf-Medizin und Onkologie umfangreiche Kompetenz und Datenmaterial einbringen.“ Und weiter betont er: „Die digital vernetzte Triade Heidelberg-Göttingen-Hannover auf der Suche nach besseren Behandlungsstrategien wird auch insgesamt die UMG in der Nutzung praktischen Wissens erheblich weiter nach vorne entwickeln.“


Konsortium HiGHmed
Die Abkürzung HiGHmed steht für „Heidelberg-Göttingen-Hannover Medizininformatik“. Die Partner im Korsortium HiGHmed profitieren von ihrer langjährigen Erfahrung auf dem Gebiet der klinischen Informationstechnologie im Bereich Entwicklung, Anwendung und Ausbildung. Der Aufbau von Datenintegrationszentren mit flexibler Rahmenarchitektur an jedem Universitätsklinikum wird die Aufnahme neuer Partnerzentren sicherstellen. Mit der Sana Kliniken AG beteiligt sich ein deutschlandweiter, privater Krankenhausbetreiber an den Entwicklungen. Ein zusätzliches Datenzentrum mit Fokus auf Genomdaten und radiologischen Bilddaten am DKFZ wird mit den klinischen Zentren eng verknüpft. Zum effizienten Datenaustausch zwischen den Einrichtungen setzt das Konsortium auf offene, standardbasierte und interoperable Lösungen. Datenschutz und Datensicherheit haben dabei höchste Priorität. HiGHmed legt zudem großen Wert auf die Qualifizierung von Mitarbeitenden in der Medizininformatik sowie auf das Training der Ärzteschaft und des Gesundheitspersonals im Umgang mit den neuen Technologien.

Projektpartner mit Datenintegrationszentrum:
Medizinische Fakultät der Universität und Universitätsklinikum Heidelberg (Konsortialführer)Universitätsmedizin Göttingen
Medizinische Hochschule Hannover
Deutsches Krebsforschungszentrum



Weitere Partner:
Hasso Plattner Institut Potsdam
Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) Hildesheim / Holzminden / Göttingen
Hochschule Heilbronn
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
Hochschule Hannover
Robert-Koch-Institut
Technische Universität Braunschweig
Technische Universität Darmstadt
Sana Kliniken AG
Ada Health GmbH
InterComponentWare AG (ICW)
NEC Europe Laboratories
SAP SE
Siemens Healthcare GmbH

 

Weitere Informationen unter www.highmed.org.







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