SitemapImpressumDatenschutzerklärungdeutschenglish
MHH Logo

OP und Station

  • Famulatur in einer Praxis: ich begleite einen der beiden Ärzte und stelle eine fachlich fundierte Frage. Der Patient (älterer, weißer Mann) verdreht nur die Augen und meint im abfälligen Ton: "Ach Mädchen."
  • Zwei Ärzte (männlich) unterhalten sich in meinem Beisein über die Pflegekräfte auf ihrer Station: "Die Kleine, die ist ganz lieb. Aber verheiratet willst du mit der auch nicht sein."
  • Situation im OP: Der Assistent fragt den Chefarzt, ob der Chefarzt mit mir zusammen die OP-Wunde verschließen kann, damit der Assistent schon mal den OP-Bericht verfassen kann. Daraufhin der Chefarzt zu mir: "Es gibt niemandem, mit dem ich lieber tackern würde als mit meiner Assistentin." Ein Vertreter einer Medizinproduktfirma, der mit im Saal war, daraufhin: "Sollen wir Sie beide zum Nageln lieber alleine lassen?"
  •  "Schwester, kommen Sie mal!" - immer und immer wieder, alte, männliche Patienten, die nicht auf die Idee kommen, dass es auch weibliche Medizinstudentinnen/Ärztinnen gibt.
  • Famulatur: Ich werde gebeten mit in den OP zu gehen. Dort stelle ich mich mit Namen vor. Einer der beiden Oberärzte, mit denen ich am Tisch stehe, nennt mich trotzdem konsequent "Frau Doktor". Später im Gespräch stellt er mir die Frage, wieso nur noch Frauen Medizin studieren würden. Seiner Meinung nach läge das an dem Helfersyndrom bei den meisten Frauen. Außerdem werde ich von ihm gefragt, wieso Frauen denn immer quatschen müssten, obwohl ich seit ca. einer halben Stunde nichts mehr gesagt habe und nicht unaufgefordert spreche. Später legt er mir ans Herz, dass doch eigentlich die Führung des Haushalts und Kinder die Erfüllung meiner Träume sein sollten. Meine Erwiderung darauf, dass ich sowohl als Ärztin arbeiten möchte und Kinder haben möchte, tut er mit der Äußerung ab, dass das ein Gedankenfehler meinerseits wäre und wo Deutschland denn hinkäme, wenn die Frauen alle keine Kinder mehr bekämen. Am Ende sagt er zu mir, ich sähe ja selbst wie fit man für diesen Beruf sein müsste und wie viel Kraft man bräuchte, ist aber selbst übergewichtig und lässt im Laufe des Gesprächs fallen, dass er schon einen Herzinfarkt hatte und eine künstliche Herzklappe habe. Der andere Oberarzt gibt mir nonverbale Signale, dass er die Meinung seines Kollegen nicht teilt, kommentiert die Äußerungen aber kaum.
  • Situation während Famulatur. Patient wird für sterilen Eingriff vorbereitet, der Arzt bittet eine weibliche Pflegende um Hilfe: "Könnten Sie mal eben kommen?". Als die Pflegende sich dem Patienten nähert, sagt dieser, sie anzüglich musternd: "Hm, mal sehen ob ich nicht zuerst komme"  
  • Ein OP-Pfleger (m) zu mir (w, Werkstudentin im OP), als er mir den sterilen Kittel verschließen sollte: "Na, darf ich dir an die Wäsche gehen?"
  • In einem Praktikum musste man sich Kommentare anhören wie "Ach du bist ja bloß ne Frau, dann weißt du nicht, wie's geht..." oder "Typisch Frau, kann nicht mal richtig zupacken.."  
  • Im Pflegepraktikum: Relativ junger Patient sagte bei der Entlassung zu mir: "Mit 80 komm ich gerne nochmal wieder, um mich von so jungen, hübschen Dingern betüdeln zu lassen"
  • Als Studentin mit Migrationshintergrund durfte ich mir im Krankenpflegepraktikum des öfteren anhören "Aus welchem Land bist DU denn zu uns gekommen". Die Pflegenden haben ihre Gespräche über "Ausländer" sofort unterbrochen, sobald ich den Raum betreten habe. Von Belästigungen seitens der Patient*innen will ich gar nicht anfangen. 
  • Eine Hausärztin nannte ihre Arzthelferinnen konsequent nur Mädchen, obwohl selbige natürlich schon jahrzehntelang erwachsene Frauen sind.
  • Männliche Patienten immer wieder: "Lächeln Sie doch mal, das steht Ihnen viel besser". Hören das Studenten auch so oft?
  • Assistenzarzt zu mir, nachdem ich ihm mitteilte, dass ich mit einer der Schwestern per WhatsApp schreibe - "Willst du die ficken?"
  • Während einer Famulatur wurde ich regelmäßig von einem Arzt nicht mit meinem Namen sondern mit "Schätzchen" angesprochen.
  • Ich, Medizinstudent, probiere bei einer Patientin die Fibromyalgiedruckpunkte aus, welche eben am Gesäß sind. Als ich selbiges direkt vorher ankündige, meint sie: "Von so 'nem leckeren Mann lasse ich mir doch gerne an den Arsch fassen."
  • In kleiner Männerrunde meint ein Oberarzt über eine 18jährige Patientin, welche er gerade oberkörperfrei sonografiert hat: "Joa, die war ganz brauchbar. Mit BH sieht man ja auch nichts."
  • Patient zu mir und dem Pfleger mit dem ich zusammen das Bett schiebe (beide nicht blond und blauäugig), er hat türkische Wurzeln, ich einen längeren Bart: "Kommt ihr aus Syrien daher?"
  • Angehöriger fragt mich über eine Praktikantin: "Wie heißt die, die ist geil, gib mal ihre Nummer!"
  • Patient über Schwester nachdem sie aus dem Raum ist: "Die darf sich gerne zu mir ins Bett legen."
  • Schwester über Patientin, welche mit akutem Abdomen eingeliefert wird und Asylbewerberin ist: "Toll, dafür dürfen jetzt wir alle zahlen."
  • Assistenzarzt über Patientin: "Wenn die nicht so fett wäre, wäre die nicht hier."
  • Oberärztin im Vorbeigehen an einer Gruppe von Medizinstudierenden und PJ-lern von denen zwei schwarz sind: "Super, für mich bleiben nur die Bimbo-Jobs."
  • Im Pausenraum des OPs kam es zu einer Diskussion über Sexismus. Im Rahmen dessen erwidert ein Arzt: "Also meinen Job (Praxis und Operationen als Belegarzt) kann man als Frau nicht machen." Auf meine Antwort, dass ich ja genau die gleiche Ausbildung habe wie er und ihm jetzt im Studium schon assistiere kommt nur: "Meinen Job kann man als Frau nicht machen, als Frau ist es maximal möglich, als Arzthelferin in der Praxis zu arbeiten."