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AG Atschekzei

 

Arbeitsgruppenleiterin: Dr. rer. nat. Faranaz Atschekzei

 

Mitarbeiter:

Dr. med. PhD Georgios Sogkas (Mitglied der Jungen Akademie)

PhD Studentin Claudia Schröder

MSc Natalia Dubrowinskaja

Medizindoktorand Haress Etemadi

 

Schwerpunkt: Genetische/epigenetische Ursachen der Primären Antikörpermangelsyndrome

Primäre Antikörpermangelsyndrome sind oft genetisch bedingte Defekte des Immunsystems, die durch niedrige oder fehlende Immunglobulinspiegel im Blut oder durch dysfunktionelle Immunglobuline charakterisiert sind. Diese genetischen Defekte können die antigenunabhängige B-Zell-Entwicklung im Knochenmark oder die antigenabhängige B-Zell-Reifung in den sekundären lymphoiden Organen beeinträchtigen. Zu den primären Antikörpermangelsyndromen gehören als Entitäten die X-chromosomale Agammaglobulinämie, die autosomal-rezessive Agammaglobulinämie, der variable Immundefekt (CVID), das Hyper-IgM Syndrom, der IgG Subklassenmangel, Defekte der spezifischen Antikörperantwort sowie der selektive Immunglobulinmangel, wie z. B. der selektive IgA oder IgM-Mangel. Während vor ca. 5 Jahren nur ca. 10% der Antikörpermangeldefekte genetisch erklärt werden konnten, liegt durch die jüngsten technischen Fortschritte bei den Sequenzierungstechnologien die Erfolgsrate aktuell bei ca. 25–40%. Ziel dieser Arbeitsgruppe ist es, den molekularen Grundlagen dieser Erkrankungen nachzugehen und neue Krankheitsgene zu identifizieren, die in naher Zukunft hoffentlich eine personalisierte Medizin ermöglichen.

 

Viele der bis jetzt beschriebenen monogenen Immundefekte und in besonderem Maße die autosomal-dominanten genetischen Defekte der Transkriptionsfaktoren und Signalproteine führen paradoxerweise nicht nur zu schweren B-Zell-Defekten, sondern auch zu charakteristischen Immundysregulationen einschließlich Autoimmunität, lymphoider Hyperplasie sowie opportunistischen Infektionen. Jedoch lassen die genetische Heterogenität, die unvollständige Penetranz und variable Expressivität zwischen Mutationsträgern sogar innerhalb einer Familie oftmals keine sicheren Rückschlüsse auf Kausalität zu. Diese ungeklärten unterschiedlichen Ausprägungen weisen auf mögliche modifizierende Faktoren wie eine Sekundärmutation, Polymorphismen, Umwelteinflüsse oder epigenetische Veränderungen hin, die in der Entstehung und dem Verlauf der Erkrankung eine wichtige Rolle spielen könnten. Dieses denkbare Zusammenspiel zwischen pathogenen Mutationen und modifizierenden Faktoren stehen ebenso im Interessenfokus unserer Forschung.

 

 

Kontakt: Atschekzei.Faranaz@mh-hannover.de


Tel. +49-(0)511-532-3871

 

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