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  • Moderne Behandlung von Leberkrebs: Entfernen, Verkochen, Austrocknen, Fluten – das geht nur interdisziplinär

     

    Leberkrebs kommt häufig vor und ist weltweit verbreitet, der 6. häufigste Tumor, die 3. häufigste Todesursache durch Krebs. Primär in der Leber entstehen die hepatozellulären Karzinome (HCC) und cholangiozellulären Karzinome (CCC), die entweder aus den Hauptleberzellen, den Hepatozyten, bzw. aus den Zellen der Gallenwege hervorgehen . Daneben ist die Leber häufig Ort von Streuherden (Lebermetastasen), neben Darm- (Dickdarm- und Rektumkarzinom) und Bauchspeicheldrüsenkrebs kommen nahezu alle Krebsarten als Quelle der Streuherde in Betracht.

     

    Am Leberzentrum der MHH werden praktisch alle modernen Methoden der Diagnostik und Behandlung von Leberkrankheiten angeboten. Jedem Patienten wird eine interdiziplinär abgestimmte und individuell angepasste Therapie zugeführt. Die Wahl der Therapieoptionen richtet sich nach aktuellen Leitlinien, von denen nur im Rahmen von Studien, d.h. bei der Erprobung neuer Verfahren, abgewichen wird.

     

    Bei Krebspatienten des Erwachsenen sind vorrangig Stadium und Typ der Leberkrebserkrankung relevant. Zunächst wird immer geprüft, ob ein Tumor operativ entfernt werden kann. Neben der Tumorausdehnung ist auch der Zustand der nicht vom Tumor befallenen Leber entscheidend. Ist diese gesund, ist oftmals eine komplette Entfernung des Tumors durch die Chirurgie möglich. Unsere Patienten haben dann eine hohe Chance, durch den Eingriff geheilt zu werden. Da nur wenige Lebertumore chirurgisch komplett entfernbar sind ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Leberzentrum für die meisten Lebertumore unentbehrlich. Hier wird dann gemeinsam entschieden, ob statt der Entfernung des Tumors eine Lebertransplantation möglich ist, ob neoadjuvante Therapien möglich sind, die den Tumor soweit zu verkleinern, dass danach die chirurgische Entfernung erfolgen kann oder ob bildgestützte minimal invasive Verfahren greifen mit dem Ziel der Heilung oder zur Verkleinerung bzw. zum Aufhalten des weiteren Tumorwachstums. 

     

    Die Interventionelle Radiologie hat bei der Therapie von Lebertumoren eine zentrale Rolle. Im interdisziplinären Zusammenspiel können durch minimal invasive Verfahren Patienten behandelt werden, die nicht operiert werden können oder die chirurgische Behandlung kann ergänzt werden. Bei kleinen Tumoren sichert die Ablation (Zerstörung des Tumors durch Hitze) die Entfernung von bis zu 5 Tumoren. Dies geschieht unter genauer Beobachtung am Bildschirm, während der Patient im Computertomographen liegt. In besonders schwierigen Fällen setzen die Radiologen der MHH dafür auch die Magnetresonanztomographie ein, mit der die Hitzeentwicklung am exaktesten verfolgt werden kann.

     

    Ist der Tumor sehr groß oder über die Leber verstreut, bietet die Radiologie der MHH die transarteriellen Verfahren der Leberkrebstherapie an: Chemoembolisation (TACE), intraarterielle hochdosierte Chemotherapie (Leberperfusion und Chemosaturation) und, gemeinsam mit der Klinik für Nuklearmedizin, selektive interne Strahlentherapie (SIRT). Um diese Therapien sicher und gezielt durchzuführen, setzten die interventionellen Radiologen  modernste bildgebende Verfahren und Navigationstechniken ein.

    Alternativ können einzelne Leberherde auch Ultraschall gezielt mit Methoden wie der Radiofrequenzablation (RFA) abgetötet werden.  

    Bei sehr fortgeschrittenem Tumorbefall der Leber oft auch bei gleichzeitig vorliegender Leberzirrhose, der sogenannten Narbenleber sind die lokalen Verfahren nicht mehr möglich. Hier ist die medikamentöse Therapie eine Option. Gerade auf diesem Gebiet wurden in der jüngeren Vergangenheit großeFortschritte erzielt mit mehreren neu zugelassenen Medikamenten.  Die Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie ist im Bereich der gastroenterologischen Onkologie sehr innovativ. Neben der Standardtherapie wird vielen Patienten eine Teilnahme an Studien angeboten, in denen neue, möglicherweise sehr potente Krebsmedikamente getestet werden.

    Diagnose und Therapie von Leberkrebs – das erfordert nicht nur sehr viel Erfahrung sondern lebt auch von der engen und guten Zusammenarbeit von Chirurgen, Gastroenterologen, Radiologen, Pathologen und anderen Disziplinen. Diese ist in der MHH schon seit vielen Jahrzehnten etabliert. „Wir führen diese MHH Tradition sehr gerne fort“ erklären die Professoren Klempnauer, Manns und Wacker . Gemeinsam wurden in den letzten Jahren Methoden weiter entwickelt, dabei hat sich die Zusammenarbeit intensiviert. „Gemeinsam mit den übrigen Partnern im Leberzentrum der MHH garantieren wir die gute Versorgung unserer Patienten“ versichern die 3 Professoren. 

  • Lebererkrankungen im Kindesalter, eine Spezialität der MHH Kinderklinik

     

    Erkrankungen der Leber sind seit den 1980er Jahren ein zentrales Anliegen der MHH-Kinderklinik. In Hannover wurde die erste Studie zu kindlichen Lebertumoren aufgelegt. Heute ist die Kinderchirurgie der MHH eines der drei kinderchirurgischen Referenzzentren für Lebertumore in Deutschland (Referenzchirurg Prof. Claus Petersen). In der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Lebertumoren arbeiten die Teams der Pädiatrischen Hepatogastroenterologie (Prof. Ulrich Baumann), Pädiatrischen Onkologie (Prof. Christian Kratz), Kinderchirurgie und Transplantationschirurgie (Prof. Jürgen Klempnauer) eng zusammen, was eine Behandlung der Patienten auf höchstem Niveau garantiert. 

     

    Ein weiterer langjähriger Schwerpunkt der MHH Kinderklinik ist die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit kongenitalen Erkrankungen der Leber und Gallenwege, besonders der  Gallengangatresie (Prof. Claus Petersen, Dr. Joachim Kübler, Prof. Ulrich Baumann). Bei dieser Erkrankung entwickelt sich durch eine Entzündung der Gallenwege meist kurz vor der Geburt ein Verschluss der Gallengänge. Die Galleflüssigkeit kann nicht in den Darm abgeleitet werden. Die frühe Diagnose der Erkrankung ist sehr wichtig, denn nur eine rechtzeitige Operation bietet die Chance auf einen erfolgreichen Abfluss der Galle. Operative Therapien umfassen den Eingriff nach Kasai und bei nicht ausreichendem Erfolg die Lebertransplantation, Ohne Operation haben die Säuglinge eine sehr kurze Lebenserwartung. Heute ist die interdisziplinäre Arbeitsgruppe Gallengangatresie der MHH national und international führend in der Versorgung dieser Patienten und der Erforschung des Themas. Dieses Engagement hat dazu geführt, dass seit über 10 Jahren mehr als ein Drittel aller in Deutschland auftretenden Kinder mit Gallengangatresie an der MHH diagnostiziert und operiert werden. Aufgrund der großen Erfahrung des interdisziplinären Teams und des Routineeinsatzes von minimalinvasiven Operationsverfahren (Prof. Benno Ure) ist in Hannover eine hohe Qualität von Diagnostik und Therapie gewährleistet.

     

    Expertise besteht auch in der Diagnostik und Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit anderen seltenen Störungen der Leberfunktion und des Galleabflusses. Für Kinder mit diesen Erkrankungen steht an der MHH die Interdisziplinarität im Vordergrund, so dass pädiatrische Gastroenterologen, Chirurgen, Radiologen, Humangenetikern  und Mediziner anderer Bereiche eng verbunden  miteinander arbeiten. Die MHH ist Studienzentrum eines europäischen Konsortiums zur Gentherapie einer seltenen Lebererkrankung, des Crigler Najjar Syndroms. Im Rahmen der neuen europäischen Initiative zu seltenen Erkrankungen der Europäischen Union ist die Kinderklinik an den Referenznetzwerken Rare Liver und TransplantChild beteiligt (http://www.rare-liver.eu; http://www.transplantchild.com). Im Rahmen der verschiedenen Initiativen setzt sich die Kinderklinik der MHH für eine Verbesserung der Behandlungsqualität und die Zentralisierung der seltenen Erkrankungen ein. Parallel zu diesen Aktivitäten konnte in Hannover ein weltweit verfügbares Online- Register für seltene Erkrankungen der Leber und Gallenwege aufgebaut werden (http://www.bard-online.com).

     

     

     

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                LEBERZENTRUM-MHH

Carl-Neuberg-Str. 1

30625 Hannover