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Blutbank

Wir waren „nicht“ in der „Blutbank“!

 

 

Dass ein Besuch im Institut  für Transfusionsmedizin viel mehr ist  als die Besichtigung der „Blutbank“  wurde uns schnell klar, als wir im April 2017 den Bereich Immunhämatologie des Institutes (ITM) besichtigten.

 

Das ITM ist dem Zentrum Laboratoriumsmedizin zugeordnet und umfasst die Bereiche Blutspendedienst, sowie die beiden Laborbereiche Immungenetik und Immunhämatologie.

 

In der Immungenetik steht die Diagnostik von Gewebemerkmalen (HLA-Antigenen) im Vordergrund.  HLA-Untersuchungen werden z.B. bei Organspendern vorgenommen. Die komplexe Diagnostik ihrer Antikörper sind heute wichtige und unverzichtbare Mosaiksteine einer gelungenen Organtransplantation. Die Differenzierung von HLA-Antikörpern gewinnt zunehmend an Bedeutung, um Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantation rascher zu erkennen und damit die langfristige Funktion des Transplantats zu sichern.

 

Die Immunhämatologie gewährleistet die Verträglichkeit der Bluttransfusion. Erweiterte Blutgruppenbestimmungen (ca. 20.000), Serologische Verträglichkeitsproben („Kreuzproben“ ca. 110.000) und mehr als 2.600 Antikörperdifferenzierungen garantieren die Auswahl des optimalen Blutprodukts. Diese Leistungen werden rund-um-die-Uhr angeboten und neben den MHH-Kliniken auch von vielen Krankenhäusern und Arztpraxen der Region Hannover in Anspruch genommen.

 

Frau Gedlich ist die Technische Leitung im Bereich Immunhämatologie. Sie hat sich viel Zeit für uns genommen, obwohl Anfang des Monats eine EDV-Umstellung im Bereich IMH vorgenommen worden war. In lebendiger und anschaulicher Weise wurden uns Einblicke vermittelt in den quirligen Alltag einer MTA in der Transfusionsmedizin. Denn: hier geht es wirklich um MTAs: Nach dem MTA-Gesetz sind Tätigkeiten der Immunhämatologie MTAs vorbehalten.

 

Die Patienten in der MHH benötigen jährlich über 62.000 Blutkomponenten, die als ‚Transfusionseinheiten‘ bezeichnet werden. Sie gliedern sich in drei Hauptprodukte: Erythrozytenkonzentrate (EK), Thrombozytenkonzentrate (TK) sowie Frischplasma (FP). Diesen hohen Bedarf kann die Transfusionsmedizin nicht allein durch den MHH-eigenen Blutspendedienst decken. Vor allem EK müssen dazugekauft werden. Deshalb bekräftigte Frau Gedlich auch noch einmal den Aufruf zur Blutspende.

 

Wer als MTA schon länger im Beruf ist, erinnert sich sicher noch an Blutgruppenbestimmungen und Kreuzproben, die ‚von Hand‘ gemacht wurden. Inzwischen sind es EDV-gestützte Groß-Geräte, die dafür Tag und Nacht im Einsatz sind. Es bedarf allerdings immer noch der erfahrenen MTA, die Tag und Nacht – die Geräte überwacht, Befunde kontrolliert und Blutprodukte ausgibt, auf die häufig schwer erkrankte Patienten dringend warten. ‚Handarbeit‘ ist weniger geworden, ist aber bei speziellen Fragestellungen (z. B: Antikörperdifferenzierungen) immer noch notwendig.

 

Eindrucksvoll war auch der Einblick in die Lager der Blutprodukte. FP kann gefroren gelagert werden und ist ab Spende 2 Jahre haltbar, während TK nur wenige Tage haltbar sind. Spezielle Lagertechniken (TK z.B. immer auf einem Thrombozytenschüttler, damit sie nicht aggregieren) unterstützen diesen Vorgang.

 

Mangel an Blutspendern und hin und wieder Engpässe bei der Nachbesetzung von Stellen. Frau Gedlichs Appell war deutlich zu verstehen: Wer MTA ist und Lust hat auf eine interessante Tätigkeit, bei der es nie langweilig wird, wer Stressresistenz und gute Kondition mitbringt, hat gute Chancen auf einen Job in der Immunhämatologie. Aber auch alle anderen sind dort gerne gesehen: als Blutspender!


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