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Workshops

 

 

DGPSF Jahrestagung 2017

SCHMERZ VERSORGUNGS FORSCHUNG

Psychologische Schmerztherapie im Kontext

 

 

Workshop 1: Fr. 12.05.2017, 11:30 bis 12:30 Uhr

Mut zum Gefühl: Wut und andere Emotionen in der Schmerzpsychotherapie - Ulrike Kaiser, Universität Dresden

 

Im Mittelpunkt des Workshops steht die Rolle der Depressivität für die Entstehung und Aufrechterhaltung chronischer Schmerzen. Die Prävalenzraten für Depressivität differieren allerdings erheblich zwischen enormen 80% und neueren Studien, die von geringen 6-15% bei Menschen mit Nacken-und Rückenschmerzen ausgehen. Ein Grund kann der Umgang mit Emotionalität sein. Es sollen Gründe für die differierenden Ergebnisse dargestellt und mit den Teilnehmern diskutiert werden. Implikationen für die therapeutische Arbeit werden abgeleitet.

 

Workshop 2: Fr. 12.05.2017, 11:30 bis 12:30 Uhr

Umgang mit Zielkonflikten - Jule Frettlöh, Universität Bochum

 

Wenn die psycho-sozialen Rahmenbedingungen eines Patienten so gestaltet sind, dass eine Besserung der Symptomatik gleichzeitig massive negative Konsequenzen nach sich ziehen, gerät der Betroffene in einen Zielkonflikt. Den Betroffenen selbst sind derartige Zielkonflikte oft nicht bewusst, führen aber i.d.R. zu schlechtem Therapie-outcome oder münden in frustrane und langwierige Behandlungsverläufe. Hier kommt dem (Schmerz-)Therapeuten die dringliche, aber auch schwierige Aufgabe zu, mögliche Zielkonflikte aufzudecken. In dem vorgesehenen Workshop sollen Möglichkeiten des therapeutischen Umgangs mit Zielkonflikten vorgestellt und ggf. im Rollenspiel demonstriert werden.

 

Workshop 3: Fr. 12.05.2017, 11:30 bis 12:30 Uhr

Phantom-Teams, Dr. House und Emergency Room: Möglichkeiten und Grenzen von Interdisziplinarität - Paul Nilges, Mainz

 

Die Rahmenbedingungen für multimodale Schmerztherapie sind im OPS festgelegt. Allerdings ergibt der Rahmen noch kein vollständiges Bild. Rollenverständnis und Standesbewusstsein der beteiligten Disziplinen sind mit Interdisziplinarität oft kaum vereinbar. Der ökonomische Druck führt dann zu „Phantom-Teams“ ohne echte inhaltliche Kooperation. Barrieren für eine Zusammenarbeit sind dabei u.a. das „Dr. House“- und das „Emergency-room“- Syndrom. Diese Interaktionsmuster können Interdisziplinarität wirksam sabotieren. Im WS werden diese Fehlentwicklungen beschrieben und Gegenstrategien erarbeitet.

 

Workshop 4: Fr. 12.05.2017, 11:30 bis 12:30 Uhr

ACT - Akzeptanz und Commitment Therapie in der Schmerztherapie  - Claudia China, Bad Malente


Die Akzeptanz- und Commitment Therapie unterstützt Menschen dabei psychische Flexibilität zu entwickeln, um auch in herausfordernden Lebenssituationen ein an ihren persönlichen Werten orientiertes Leben zu leben. Chronischer Schmerz wird von den Betroffenen oft mit endlosen Bemühungen beantwortet, ein Mittel oder eine Behandlung zu finden, die sie doch noch vom Schmerz befreit. In diesem Prozess des erfolglosen Kreisens um den Schmerz kommt dem Leiden unter dem Schmerz eine immer größere Bedeutung zu, Erleben von Hilflosigkeit und Verzweiflung verschlechtert die Lebensqualität und können psychische Störungen befördern. Gleichzeitig verlieren Betroffene den Kontakt zu ihren persönlichen Werten, d.h. den Menschen und Dingen, die ihrem Leben Sinn und Bedeutung verleihen. Intuitiv richtig erscheinendes Verhalten der Fehlersuche, um dann daraus eine praktikable Problemlösung zu generieren, erweist sich bei chronischen Schmerzen nicht nur als nicht hilfreich, sondern verschlimmert das Leiden.


Die ACT-Matrix ist ein praktikables psychologisches Trainingsinstrument, dessen Anwendung immer wieder die Orientierung in diesem komplexen Feld ermöglicht: Mit Hilfe der Dimensionen "Innenwelt-Außenwelt" und  "Hin zu werteorientiertem Verhalten - Weg von aversivem Erleben" trainieren Betroffene die erfahrungsbasierte Einordnung ihres Erlebens und Verhaltens und können so aussichtslose Kämpfe aufgeben um ihre Energie wieder in die Lebensbereiche zu investieren, die für sie bedeutsam sind.


Dieser Kurz-Workshop vermittelt die ACT-Matrix in der praktischen Anwendung. Vorkenntnisse in ACT sind hilfreich, aber nicht unbedingt notwendig. Ein wenig Bereitschaft zu Selbsterfahrung wäre schön.

Workshop 5: Sa. 13.05.2017, 14:00 bis 15:30 Uhr

Schmerzedukation – Aus der Praxis für die Praxis - Hans-Günter Nobis, Bad Salzuflen 



Wie werden dem Patienten bio-psycho-soziale Zusammenhänge vermittelt, denn Patienten sehen Schmerz oft als lokales Geschehen und lehnen die bio-psycho-soziale Komplexität häufig ab. Im Workshop sollen anhand von Materialein Möglichkeiten erarbeitet werden, dem Patienten die Zusammenhänge zu vermitteln. Ziel ist dabei die Informationsvermittlung auf „Höhe des Patienten“. Edukation soll individuell sein und als eine „therapeutische“ Herausforderung begriffen werden.

Workshop 6: Sa. 13.05.2017, 14:00 bis 15:30 Uhr

Versorgungsforschung: Was ist das und wie geht das?  - Lena Ansmann, Universität zu Köln & Thorsten Meyer, Medizinische Hochschule Hannover



Versorgungsforschung ist mittlerweile im Kanon der Gesundheitswissenschaften angekommen. Sie beschäftigt sich mit der sogenannten „letzten Meile“ des Gesundheitssystems, der tatsächlich stattfindenden gesundheitsbezogenen Versorgung und ihren Rahmenbedingungen. Damit eröffnet sie auch einen eigenständigen Blick auf die Untersuchung psychologischer Schmerztherapien. Mit diesem Workshop führen wir in die besonderen Perspektiven von Versorgungsforschung ein sowie in grundlegende Begriffe und Modelle, z.B. zum Bedarf, zur Nachfrage und Inanspruchnahme, oder zur Über-, Unter- und Fehlversorgung, und geben einen erste Überblick über relevante forschungsmethodische Ansätze.