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Großer internationaler Erfolg der KORA Biobank - Pressemitteilung



Drei Forscher der KORA Biobank unter den 20 meistzitierten europäischen Wissenschaftlern im Bereich " Molecular genetics and Genomics"

 

 

Die Forschung mit der KORA-Biobank erzielte einen sehr schönen Erfolg im internationalen Ranking des Bereichs „Molecular Genetics and Genomics“. Für den Zeitraum 2007 – 2013 stehen die Forscher H.-Erich Wichmann europaweit an 7. Stelle, Christian Gieger an 18. Stelle und Thomas Illig an 20. Stelle bzw. deutschlandweit an 2., 3. und 4. Stelle. Die drei Wissenschaftler werden ebenfalls seit 2014 jährlich im „Thomson Reuters Web of Science“ unter den 1% der weltweit am meisten zitierten Wissenschaftler des Bereichs „Molecular Genetics and Genomics“ gelistet.


Die zugrundeliegenden Arbeiten wurden am HMGU durchgeführt, wobei damals H.-Erich Wichmann Direktor des Instituts für Epidemiologie war (bis 2011, jetzt emeritiert), Christian Gieger Leiter der Arbeitsgruppe  Genetische Epidemiologie und des Bereichs KORA-gen (jetzt Leiter der Abteilung  Molekulare Epidemiologie und der zugehörigen Biobank) war und Thomas Illig Leiter der Selbständigen Abteilung Molekulare Epidemiologie (jetzt Forschungsdirektor des Instituts für Humangenetik und Leiter der Biobank an der Medizinischen Hochschule Hannover) war.

 

Abb. 1: (v.l.n.r.) Prof. Dr. H.-E. Wiechmann, Dr. C. Gieger, Prof. Dr. T. Illig 


Die KORA Biobank enthält Bioproben von knapp 20.000 Erwachsenen aus der Allgemeinbevölkerung aus Augsburg und Umgebung aus dem Zeitraum 1994 bis heute. Diese Proben basieren auf 4 Basisuntersuchungen, 3 Follow-up Untersuchungen,  sowie 4 Gesundheitsbefragungen und stehen der nationalen und internationalen Forschung für Kooperationen zur Verfügung. Die Bioproben und die zugehörigen Daten werden intensiv genutzt, insbesondere für genetische Hochdurchsatzforschung und seit einigen Jahren auch für Metabolomics, Proteomics, Transcriptomics und Epigenetik. Derzeit werden pro Jahr mehr als 100 Kooperationsprojekte durchgeführt.

Dieser Erfolg basiert überwiegend auf Publikationen mit Proben aus der KORA-Biobank in folgenden hochrangigen Zeitschriften:


 

Zeitraum 2007-2013

Zeitraum 1998-2016

Nature Genetics

81

105

Nature

12

19

Science

1

3

New England Journal of Medicine

3

5

Alle KORA Publikationen

594

1440


„Die große Stärke von KORA ist die Tatsache, dass eine große Zahl von Phänotypen erfasst wurde, hochwertige Bioproben vorhanden sind und mehrere OMICS-Techniken gleichzeitig angewandt wurden“, so Erich Wichmann.

„Durch die sehr gute Zusammenarbeit mit Kollegen am HMGU, aber auch durch die vielfältigen Kooperationen mit unseren nationalen und internationalen Partnern, gelangt es uns immer wieder sehr schnell die relevanten, neuen OMICS-Techniken zu identifizieren, die wir dann zu spannenden Analysen basieren auf KORA nutzen konnten “, so Christian Gieger.

„Die Einhaltung und Dokumentation von strikten Vorgaben bei der Bioprobengewinnung und beim Transport der Proben im KORA Studienzentrum, sowie die  die hohen Standards bei der Lagerung der Biomaterialien und bei der molekularen Analyse der Bioproben im Hochdurchsatz am Helmholtz Zentrum hat entscheidend zum Erfolg der KORA Biobank beigetragen“ erläutert Thomas Illig.

Folgende Phänotypen wurden beispielhaft eingesetzt: Diabetes, mikro- und makrovaskuläre Diabetesfolgen, metabolisches Syndrom, Schlaganfall, Herzinsuffizienz, Herzinfarkt, Herz-Kreislauf-Sterblichkeit, plötzlicher Herztod, atopische Dermatitis, Psoriasis, Myopie, Chronotyp, kognitive Einschränkung, Depression, Nikotin, Alkohol, Kaffee, Vitamin D, Nierenfunktion, Lungenfunktion, Menopause, Menarche, Schilddrüsengröße, Schilddrüsenhormone, Glukose, Nüchtern-Insulin, HbA1c, oraler Glukosetoleranztest, IgE, Endothelfunktion, Intima-Media-Dicke, Blutdruck, Pulsdruck, Axial- brachial-Index, EKG-Parameter (QT-Intervall, Vorhofflimmern, PQ/ QR, QRS, RR-Intervall, frühe Repolarisation), linksventrikuläre Hypertrophie, diastolische Dysfunktion, , Ca, K, Mg, Na, Cholesterin, HDL, LDL, Triglyzeride, Lipid-Subklassen, Phytosterole, C-reaktives Protein, IL6, IL18, Lp_Pla2, Fibrinogen, Serumalbumin, Immunglobuline, Plasmaviskosität, PAI-1, D-Dimer, Thrombozyten, Leukozyten, Erythrozyten, Leptin, Adiponektin, Harnsäure, Leberenzyme, Phosphat, Eisen, Transferrin, Ferritin, Serum Amyloid A, Aldosteron, Renin, Testosteron, Größe, Gewicht, BMI, Bauch- und Hüftumfang, Körperfett, fettfreie Körpermasse, Körperform, körperliche Aktivität, Linkshändigkeit, Typ A- und Typ D-Verhalten.

Das molekularbiologische und genetisch-epidemiologische Methodenspektrum umfasst Genomics, Transcriptomics/Expressionsanalyse, Proteomics, Metabolomics, Epigenomics, Sequenzierung, Imputationsverfahren, Copy Number Variation und Untersuchungen der Telomerlänge und des X-Chromosoms.

Diese Arbeiten mit der KORA-Studie und seiner Biobank werden unter Federführung der jetzigen Leiterin von KORA, Prof. Annette Peters und des Leiters der Abteilung  Molekulare Epidemiologie, Dr. Christian Gieger  fortgesetzt, in enger Zusammenarbeit mit den Instituten für Humangenetik (Prof. Meitinger), Genetische Epidemiologie (Prof. Strauch) und dem Genomanalyse-Zentrum  des HMGU (Prof. Adamski) sowie zahlreichen nationalen und internationalen Partnern.


Quellen

Publication Analysis 2007-2013 Europe Molecular Genetics and Genomics Labtimes 06/2016 http://www.labtimes.org/labtimes/ranking/2016_06/index2.lasso

The World`s most influential Scientific minds 2015: http://images.info.science.thomsonreuters.biz/Web/ThomsonReutersScience/%7B37a987a9-e378-4888-8baa-d4ba20efdbfd%7D_tr_scientific_minds_online_final.pdf

Wichmann HE (2011) KORA – eine Erfolgsgeschichte der populationsbezogenen genetischen Forschung. Labor + more 6.11, S. 16-21 http://www.laborundmore.com/archive/360509/KORA-%E2%80%93-eine-Erfolgsgeschichte-der-populationsbezogenen-genetischen-Forschung.html

Wichmann, H.E., Gieger, C.: Biobanken. Bundesgesundheitsbl - Gesundheitsforsch - Gesundheitsschutz 50, 192 – 199 (2007).

 

Zusatzinformationen

KORA (Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg), Leiterin: Prof. Dr. Annette Peters, www.helmholtz-muenchen.de/kora

GAC (Genomanalysezentrum) Leiter: Prof. Dr. Jerzy Adamski, www.helmholtz-muenchen.de/gac

Genetik und Epigenetik: Abteilung Molekulare Epidemiologie (AME), Leiter: Dr. Christian Gieger, https://www.helmholtz-muenchen.de/ame

Genetik und Next Generation Sequencing: Institut für Humangenetik (IHG), Leiter: Prof. Dr. Thomas Meitinger, www.helmholtz-muenchen.de/ihg

Metabolomics: GAC, Leiter: Prof. Dr. Jerzy Adamski ,  www.helmholtz-muenchen.de/gac

 

Autoren:

Prof. Dr. Dr. H.-Erich Wichmann ehem. Leiter des Instituts für Epidemiologie, HMGU, und Lehrstuhl für Epidemiologie, LMU München

Dr. Christian Gieger, Leiter der Abteilung Molekulare Epidemiologie, Institut für Epidemiologie II, HMGU https://www.helmholtz-muenchen.de/ame

Prof. Dr. Thomas Illig, ehem. Leiter der Selbständigen Abteilung Molekulare Epidemiologie, HMGU, jetzt Forschungsdirektor des Instituts für Humangenetik und Leiter der Biobank an der Medizinischen Hochschule Hannover (Hannover Unified Biobank). https://www.mh-hannover.de/biobank.html; www.mh-hannover.de/humangenetik.html www

 

Die Abteilung Molekulare Epidemiologie (AME) analysiert populationsbasierte Kohorten und Fallstudien für bestimmte Krankheiten mit Hilfe von Genomik, Epigenomik, Transkriptomik, Proteomik, Metabolomik und funktionellen Analysen. Ziel ist, die molekularen Mechanismen komplexer Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes oder Adipositas aufzuklären. Die Abteilung führt die Bioprobenbank der Epidemiologie und übernimmt die Probenverwaltung und -lagerung für nationale und internationale Projekte. 

Das Institut für Epidemiologie II (EPI II) erforscht die Zusammenhänge von Umwelt, Lebensstil und Genetik bei der Entstehung von Diabetes, Erkrankungen des Herzens und der Erhaltung der Gesundheit im Alter. Die Forschung stützt sich auf die einzigartigen bevölkerungsbasierten KORA-Ressourcen (Kohorte, Herzinfarktregister, Aerosol-Messstation). Folgestudien innerhalb der Kohorte ermöglichen die Untersuchung von Frühformen und Komplikationen ausgewählter chronischer Erkrankungen und deren Verbreitung in der Bevölkerung. 

Die Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg (KORA) untersucht seit 30 Jahren die Gesundheit tausender Bürger aus dem Raum Augsburg. Ziel ist es, die Auswirkungen von Umweltfaktoren, Verhalten und Genen zu verstehen. Kernthemen der KORA-Studien sind Fragen zu Entstehung und Verlauf von chronischen Erkrankungen, insbesondere Herzinfarkt und Diabetes mellitus. Hierzu werden Risikofaktoren aus dem Bereich des Gesundheitsverhaltens (u.a. Rauchen, Ernährung, Bewegung), der Umweltfaktoren (u.a. Luftverschmutzung, Lärm) und der Genetik erforscht. Aus Sicht der Versorgungsforschung werden Fragen der Inanspruchnahme und Kosten der Gesundheitsversorgung untersucht.