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Aktuelles, 20. September 2016

Theranostik: Neue Radionuklidtherapien in der Krebsmedizin werden durch PET-CT gesteuert

 

"Theranostik" beschreibt die immer engere Verzahnung von diagnostischen und therapeutischen Methoden, um präzise, auf dem individuellen Patientenprofil basierende Behandlungen  zu ermöglichen.

 

Die Nuklearmedizin spielt hier seit der Etablierung der Radiojodtherapie bei Schilddrüsenerkrankungen eine Vorreiterrolle. Nun wird Theranostik auch immer mehr in der Krankenversorgung bei anderen Krebsformen eingesetzt. Diesem Trend wird man auch an der MHH gerecht. Gezielte PET-CT Untersuchungen mit Gallium-68-markierten Radiopharmaka werden bereits seit Längerem für neuroendokrine Tumoren (Ga-68 DOTATATE) und Prostatakarzinome (Ga-68 PSMA) angeboten, um eine genaue Erfassung von Lokalisation, Anzahl und Ausdehnung von Tumorherden zu ermöglichen.

 

Seit Kurzem stehen nun auch Therapeutika zur Verfügung, die mit dem Beta-Strahler Lutetium-177 markiert sind und auf den gleichen Molekülen basieren (Lu-177 DOTATATE und Lu-177 PSMA). Mit diesen Substanzen können fortgeschrittene Tumoren, die auf die etablierten Standardtherapien nicht mehr ansprechen, immer noch wirksam behandelt werden - wenn eine ausreichende Speicherung im Tumor ereicht werden kann. Und dies kann gemäß dem theranostischen Prinzip durch eine vorgeschaltete PET-CT beurteilt werden.

 

Eine enge interdisziplinäre Abstimmung an der MHH, insbesondere auch im Rahmen des kürzlich zertifizierten onkologischen Zentrums, hilft bei der Abstimmung zum bestmöglichen Einsatz der neuen Verfahren.

 

» Information zur Therapie mit Lu-177 DOTATATE bei neurondokrinen Tumoren

 

» Information zur Therapie mit Lu-177 PSMA bei Prostatakarzinom

 

Zusätzlich zu diesen nun klinisch anwendbaren Methoden wird an der MHH auch aktiv an der Entwicklung weiterer theranostischer Verfahren gearbeitet. Entsprechende Forschungsprojekte werden durch die EU und durch die Deutsche Krebshilfe gefördert.

 

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Suchen und Zerstören: Das Prinzip der Theranostik. Eine molekulare Zielstruktur wird mit einem diagnostischen Tracer identifiziert (oben) und anschließend mit einem langlebigeren Therapeutikum ausgeschaltet. Die Vorher/Nachher-Bilder rechts stellen einen Idealfall dar.