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Dosierung von Oxytocin an deutschen Universitätskliniken

 

Oxytocin ist ein natürlich vorkommendes Hormon, das in dem Hypothalamus produziert und aus der Hypophyse während der Schwangerschaft und vermehrt während des Gebärens ausgeschüttet wird. Es steigert die Kontraktionen des Uterus während des Gebärens und wird daher zur Geburtseinleitung und Unterstützung der Wehen angewendet. Ziel dieser Intervention ist es, die Geburt zu beschleunigen und operative Entbindungen aufgrund von Geburtsstillstand zu verhindern.

International wird Oxytocin als Medikament mit einem hohen Risiko für Nebenwirkungen angesehen, da Hyperstimulation des Uterus in Form von zu starken und zu langen Wehen sowie eine Intoleranz des Fetus mögliche Folgen sein können. Hyperstimulation wird in der irischen Leitlinie als mehr als 7 Kontraktionen in 15 min bei Erstgebärenden oder mehr als 5 Kontraktionen bei Mehrgebärenden definiert. Während der Infusion von Oxytocin soll der Fetus und die Wehentätigkeit kontinuierlich mittels CTG überwacht werden.

Es gibt verschiedene Richtlinien zu der Anwendung von Oxytocin, die sich in den einzelnen Ländern unterscheiden. In mehreren Cochrane Reviews wurden die verschiedenen Regime zur Dosierung von Oxytocin untersucht. Ein klarer Vorteil eines bestimmten Regimes wurde bisher nicht nachgewiesen, auch wenn ein Cochrane Review über 644 Frauen kürzere Geburten und weniger Kaiserschnitte bei high-dose Regimes festgestellt hat.

In Deutschland gibt es keine Richtlinie zur Anwendung von Oxytocin. Jedoch ist anzunehmen, dass einige Kliniken feste Standards haben. Allein das Festschreiben von Standards kann schon zur Sicherheit der Oyxtocinanwendung beitragen, da zum Beispiel Dosierungsfehler vermieden werden. Diese Studie wurde angeregt durch Frau Dr. Déirdre Daly vom Trinity College in Dublin, die einen internationalen Überblick über die Oxytocinanwendung verschaffen soll. Da in Deutschland keine Richtlinie vorliegt, wollen wir herauszufinden, wie viele Kliniken Standards formuliert haben und wie die Variabilität in den Dosierungen, den Steigerungsraten und Abbruchkriterien ist.