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Osteoporotische Wirbelkörperfrakturen

 

 

Was ist Osteoporose?

 

Osteoporose bezeichnet eine Skeletterkrankung mit beeinträchtigter Knochenqualität und dadurch erhöhtem Frakturrisiko (NIH Consensus Development Conference, March 27-29, 2000), www.osteoporose.org, www.bergmannsheil.de/leitlinien-dvo). Allein in Deutschland sind etwa 2,5 Millionen Menschen von osteoporotischen Wirbeldeformitäten betroffen, die Hälfte von ihnen leidet unter dauerhaften Rückenschmerzen. Jedes Jahr werden 405.000 neue osteoporotische Frakturen an Unterarm, Oberschenkelhals und Wirbelkörpern diagnostiziert. Bei 20% der Patienten kommen binnen 12 Monaten Folgefrakturen ohne adäquates Trauma hinzu.

 

Welches sind die Risikofaktoren der Osteoporose?

 

Prädispositionen für Osteoporose sind höheres Lebensalter, weibliches Geschlecht, vorausgegangene Frakturen, Sturzneigung, Nikotinabusus, Untergewicht, familiäre Disposition, regelmäßige Einnahme von Kortikosteroiden und Bewegungsmangel.

 

Welche Primärprophylaxe gibt es?

 

Generell wird eine „knochengesunde Lebensweise“ empfohlen, d.h. tägliche Aktivität im Freien für wenigstens 30 Minuten. Eine ausreichende Calciumzufuhr (1000-1500 mg Ca/d) wird in der Regel durch eine ausgewogene Ernährung sichergestellt. Des Weiteren Meiden von Genussgiften. Für in ihrer Mobilität eingeschränkte Frauen wird eine zusätzliche Gabe von 1200mg Calcium und 800 IE Vitamin D3 empfohlen. (www.bergmannsheil.de/leitlinien-dvo)

 

Wie entstehen osteoporotische Wirbelkörperfrakturen?

 

Patienten ziehen sich typischerweise durch banale Stürze oder auch ohne erinnerliches Trauma Kompressions- und Sinterungsfrakturen der Brust- und Lendenwirbelsäule zu. Bei der Röntgendiagnostik findet man typischerweise Frakturen mehrerer Wirbelkörper auch auf unterschiedlichen Höhen.

Abbildung:

90-jährige Patientin, banaler Sturz, mehrere Sinterungsfrakturen an der Lendenwirbelsäule, c. zunehmende Kyphosierung der gesamten Wirbelsäule durch Sinterung und Keilwirbelbildung mehrerer Wirbelkörper (mit freundlicher Genehmigung von Kyphon)

 

Durch Sinterung und Keilwirbelbildung resultiert eine zunehmende Kyphosierung (Buckelbildung) der gesamten Wirbelsäule mit einer Änderung der Wirbelsäulenstatik. Das führt zu einer vermehrten Belastung der an die Frakturen angrenzenden Wirbelkörper, so dass Anschlussfrakturen begünstigt werden. Diese Prozesse sind für viele Patienten mit dauerhaften Schmerzen weit über die akute Phase hinaus verbunden.

 

Welche konservativen Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

 

Bisher war die Therapie osteoporotischer Wirbelkörperfrakturen eine Domäne der konservativen Behandlung. In der Akutphase steht die Behandlung mit Analgetika nach WHO Schema (AnalgetikaGuide.pdf) im Vordergrund. Ergänzt wird die Behandlung durch Mobilisation unter krankengymnastischer Anleitung. Hier besteht in unserer Klinik eine enge Kooperation mit der Abteilung für Physikalische Medizin und Rehabilitation (http://www.mh-hannover.de/kliniken/physimed/).

 

Welche Sekundärprophylaxe ist möglich?

In der Postprimärphase steht die Abklärung der Osteoporose im Vordergrund. Neben einer ausführlichen Anamnese und klinischen Untersuchung erfolgt eine Basis-Blutentnahme mit Bestimmung von CRP, Blutbild, Calcium, Phosphat , Alkalischer Phosphatase, gGT, Kreatinin, basalem TSH, Proteinelektrophorese.

 

Ein Goldstandard in der Abklärung der Osteoporose ist die Messung der Knochendichte mit der Dual-X-Ray-Absortiometry (DXA). In Abhängigkeit von diesen Untersuchungen kann über die o.g. Präventionsmaßnahmen eine spezifische Medikation mit einem oder mehreren der nächstgenannten Medikamente adaptiert an die individuellen Risiken der Patienten begonnen werden: Bisphosphonate, Calcitonin, Fluoride, Östrogene, Östrogen Rezeptor Modulatoren, Vitamin D3

 

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