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Brust- und Lendenwirbelsäule

Fixateur interne (USS, Synthes™) zur dorsalen, winkelstabilen Instrumentierung

 

Wie werden Verletzungen der Brust- und Lendenwirbelsäule behandelt?

 

Für die operative Stabilisierung von Frakturen der Brust- und Lendenwirbelsäule ist die dorsale Stabilisierung mit einem winkelstabilen Fixateur interne weitgehend als Standard anerkannt.

Wodurch wird der OP Zeitpunkt bestimmt?

 

Bei Vorliegen eines posttraumatischen peripher neurologischen Defizits und hochgradig instabiler Verletzung besteht die Indikation zur sofortigen Notfall-Operation.

 

Fallbeispiel:

13-jähriges Mädchen nach Sturz aus 10 m Höhe:

LWK 4 Rotationsberstungsbruch mit Spinalkanalverlegung und inkompletter Querschnittslähmung, sofortige Dekompression von dorsal durch Laminektomie, Rückstößeln der Wirbelkörperhinterkante und dorsale Instrumentierung mit Fixateur interne, postoperativ Rückbildung der neurologischen Ausfälle, ventrale Stabilisierung mit Beckenkammspan im Intervall nach einigen Tagen.

 

 

Nur wenn die Operation nicht unverzüglich möglich ist, kann eine geschlossene Reposition im dorsalen Durchhang zur Aufrichtung der Verletzung und Dekompression des Spinalkanals unter Ausnutzung der Ligamentotaxis versucht werden.

 

Wie und wann erfolgt eine zusätzliche Stabilisierung von vorne?

 

Je nach Verletzungsschwere und –lokalisation wird in den meisten Fällen im Intervall von einigen Tagen eine zusätzliche ventrale Spondylodese durchgeführt. Bei Frakturen zwischen BWK 4 und LWK 2 wird dieser Eingriff in unserer Klinik standardmäßig in thorakoskopischer Technik durchgeführt.

 

Wie wird eine Thorakoskopie durchgeführt?

 

Bei diesem logistisch sehr aufwändigen, minimal-invasiven Verfahren wird in Seitenlage des Patienten über vier kurze Schnitte der Brustkorb eröffnet und unter Sicht einer Videokamera die Wirbelsäule von vorne (antero-lateral) z.B. mit einem distrahierbaren Wirbelkörperersatz stabilisiert. Für den Patienten resultiert ein geringeres zugangsbedingtes Weichteiltrauma und im Verlauf ein günstigeres kosmetisches Ergebnis bei wenigstens vergleichbaren Operationsbedingungen.

 

 

Abbildung:

ventrale Versorgung der Wirbelsäule: a. Thorakophrenolumbotomie, b. Thorakoskopie, c. Operationsteam bei der Durchführung einer thorakoskopischen Wirbelsäulenoperation

Wie wird eine ventrale interkorporelle Spondylodese durchgeführt?

 

Die Behandlung der verletzten Wirbelkörper und der angrenzenden Bandscheibe erfolgt durch eine ventrale interkorporelle Spondylodese. Hierzu kann ein kortikospongiöser Beckenkammspan oder ein Wirbelkörperersatzimplantat zur Verwendung kommen. Bei der Versorgung mit patienteneigenem Knochen muss eine hohe Entnahmemorbidität gerade für große Knochenspäne in kauf genommen werden: Für große Defektstrecken, bei der operativen Versorgung von Tumoren oder wenn aus anderen Gründen eine Knochenspanentnahme nicht in frage kommt wurden verschiedene Wirbelkörperersatzimplantate entwickelt. An der Entwicklung und dem ersten klinischen Einsatz eines dieser Implantate, dem Synex™, waren Mitarbeiter unserer Klinik mit biomechanischen Versuchen beteiligt. Seit 1999 wurden in unserer Klinik größenvariable Wirbelkörperersatzimplantate aus Titan von verschiedenen Herstellern verwendet.

 

Die Abbildung zeigt zwei größenvariable Wirbelkörperersatzimplantate:

links: Synex™ (Stratec Medical),

rechts: Obelisc™ (Fa. Ullrich)

 

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